Die aktuellen Internetstrukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen liegen vor. Sie zeigen, dass im dritten Quartal 2005 64 Prozent aller deutschen Erwachsenen einen Zugang zum Internet haben. Dies ist ein Plus von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtet die Forschungsgruppe. Die Ergebnisse zur Nutzungsintensität zeigen aber auch, dass 9 Prozent ihren Zugang nicht selber nutzen. Interessantes Detail der Angaben zur Nutzungsintensität: 34% der 18- bis 24-Jährigen sind über 10 Stunden pro Woche online, bei den 30- bis 39-jährigen sind es nur noch 19 Prozent. Bei den über 60-Jährigen sind es noch 8 Prozent, die mehr als 10 Stunden pro Woche online sind. Der Grund der Online-Zeiten (privat oder beruflich) wird allerdings nicht spezifiziert.
Der folgende Text bietet eine Zusammenfassung der aktuellen Ergebnisse, die die Forschungsgruppe in Telefoninterviews mit Deutschen ab 18 Jahren zwischen dem 19.7. und dem 8.9.05 erhoben hat. Folgende Aspekte werden beleuchtet:
Anteil der Internetanschlüsse, Nutzungsintensität, Altersstruktur, Internet und formale Bildung, Internet-Zugang nach Berufsgruppen, Parteipräferenz, Nutzungsverhalten, Online-Kauf rezeptfreier Medikamente.
Anteil der Internetanschlüsse
Nach wie vor ist der prozentuale Anteil der Männer, die online sind, deutlich höher (71 Prozent) als jener der Frauen (57 Prozent). Außerdem verfügen mehr Befragte im Westen (65 Prozent) als im Osten (58 Prozent) über einen Internet-Zugang. Weit überproportional hohe Zugangsraten finden sich innerhalb aller Altersgruppen bis 50 Jahren: Hier sind jeweils mehr als vier von fünf Befragten mit einem Internet-Zugang ausgestattet. Etwas über dem Durchschnitt liegen die 50- bis 59-Jährigen mit 68 Prozent. In der besonders großen Altersgruppe der über 60-Jährigen verfügen im dritten Quartal 2005 jedoch lediglich 29 Prozent über einen Internet-Anschluss.
Nutzungsintensität
Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Nutzer ist bis zu zwei Stunden in der Woche im Internet unterwegs, 39 Prozent sind bis zu zehn Stunden online und 20 Prozent verweilen mehr als zehn Stunden im Internet; weitere neun Prozent nutzen ihren Anschluss nicht selbst. Mit steigendem Alter der Internet-Nutzer sinkt die Nutzungsintensität: So ist mit 34 Prozent etwas mehr als ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen über zehn Stunden pro Woche online, bei den 30- bis 39-Jährigen sind dies noch 19 Prozent und bei den über 60-Jährigen 8 Prozent.
Nutzungsverhalten
70 Prozent der Internet-Nutzer stellen online Preisvergleiche an. 58 Prozent kaufen Produkte und Dienstleistungen im Internet und 53 Prozent wickeln ihre Bankgeschäfte online ab. Diese drei Aktivitäten verbuchen im Zeitverlauf kontinuierlich leichte Zuwächse. Hingegen variiert der Anteil jener, die im Internet Politiknachrichten (34 Prozent) und Wirtschafts-/Börsennachrichten (33 Prozent) abrufen, eher in Abhängigkeit von tagesaktuellen Geschehnissen. Online-Brokerage und der Abschluss von Versicherungen im Internet stagniert seit langem auf niedrigem Niveau (III.
Quartal 2005: jeweils 11 Prozent).
Internet und formale Bildung
Noch immer ist das Internet ein Medium der formal höher Gebildeten. Während unter Hauptschulabsolventen ohne Lehre nur jeder fünfte einen Internet-Zugang hat, sind dies vier von fünf Deutschen mit Hochschulreife.
Befragte mit Mittlerer Reife sind leicht überdurchschnittlich oft im Internet vertreten (69 Prozent).
Internet und Berufsstruktur
Auch die berufliche Qualifikation entscheidet darüber, ob jemand über einen Zugang zum Internet verfügt oder nicht. Während Angestellte und Beamte etwas häufiger als der Durchschnitt im Web unterwegs sind, sind Arbeiter deutlich seltener (43 Prozent) und Selbstständige (78 Prozent) häufiger im Netz anzutreffen.
Online-Kauf rezeptfreier Medikamente
In dieser Studie wurde der Kauf rezeptfreier Medikamente im Internet näher beleuchtet. Die Forschungsgruppe Wahlen kommt hier zu dem Ergebnis, dass der Online-Kauf diesbezüglich noch nicht weit verbreitet sei: 6 Prozent unter den Internet-Nutzern haben das Internet bereits zum Kauf rezeptfreier Medikamente genutzt. Dabei fallen kaum Unterschiede in den verschiedenen sozialen Gruppen auf. Die männlichen Internetnutzer ab 60 und die weiblichen zwischen 35 und 59 heben sich mit 8 Prozent ein wenig ab von den übrigen Gruppen.
Die Quartalsdaten basieren auf repräsentativen telefonischen Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen von insgesamt 3.826 Deutschen ab 18 Jahren zwischen dem 19.07. und 8.9.2005. Die komplette Studie ist zum Preis von EUR 40,00 erhältlich bei:
Bestellung@forschungsgruppe.de