Bischof Marx hält Festvortrag bei Verleihung des KLICK-Preises
Trier – Die Medien dürfen keine Instrumente der Fragmentierung und Segmentierung sein, sondern der Integration und Beteiligung in und an Gesellschaft." Das hat der Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx am 10. Februar in Trier betont. Bischof Marx sprach bei der Verleihung des KLICK-Preises" zum Thema Medienethische Herausforderungen in der Informationsgesellschaft". Mit dem KLICK-Preis werden die besten Webauftritte kleiner und mittlerer Unternehmen in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Mehr als 360 Betriebe hatten sich an dem zum dritten Mal landesweit stattfindenden Wettbewerb beteiligt.
Vor der Preisverleihung hatte Bischof Marx in seinem Festvortrag unterstrichen, dass die Medien eine dem Menschen und der Gesellschaft dienende Funktion ausüben müssten: Die dienende Funktion kommt dort zum Ausdruck, wo Zugangsgerechtigkeit geschaffen wird, Privilegien abgebaut werden und Selbstständigkeit sowie Eigenverantwortung gestärkt werden, und zwar ohne die Entfaltung anderer Menschen zu behindern." Diese Anforderungen seien sowohl im regionalen als auch im globalen Raum zu bestehen. Ziel müsse es gerade im Blick auf die Entwicklungsländer sein, gerechte Kommunikationsstrukturen zu schaffen und diesen Ländern gleiche Partizipationsmöglichkeiten einzuräumen.
Mit Blick auf das Internet fragte Bischof Marx, ob dieses das neue Pfingstmedium" sei, das die Menschen sowohl national als auch global vereinen könne: Wird die Welt durch das Internet eine große Gemeinschaft oder eher eine digitale Klassengesellschaft?" Die Nutzer des Internet fänden sich überwiegend in Nordamerika, Europa und Asien; Lateinamerika, der Mittlere Osten und Afrika stellten dagegen verschwindend geringe Nutzerzahlen und seien eher offline als online: Die Stadt New York ist insgesamt stärker im Internet vertreten als Afrika insgesamt." Angesichts dieser Situation bestehe die Befürchtung, dass das Internet und die moderne Kommunikations- und Informationstechnik insgesamt auf globaler Ebene zur Entwicklung eines technischen Analphabetismus führe und einen Spalt zwischen Industrie- und Kommunikationsgesellschaften einerseits und Entwicklungsgesellschaften andererseits begünstige. Hieraus leitete Bischof Marx unter anderem folgende Forderungen ab: Technisches Analphabetentum darf keineswegs zum sozialen Risiko, geschweige denn zur Armutsfalle werden. – Aus ethischer Sicht hat auch die öffentliche Hand dazu beizutragen, dass das Informationsgefälle innerhalb einer Gesellschaft möglichst gering gehalten wird – Es muss deutlich vor einer medialen Kolonialisierung gewarnt werden, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ebenso gefährdet wie kulturelle Vielfalt."
Den vollständigen Text der Rede finden Sie im Portal der Stiftung Digitale Chancen
HIER.