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Internet-Nutzer im ländlichen Raum werden benachteiligt

Quelle: webway.at - Angebot der Markus Weege new media vom 19.01.01

In der anhaltenden Diskussion über die sogenannte Internet-Flatrate hat die saarländische Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schlegel-Friedrich vor einer Benachteiligung der Internet-Nutzer im ländlichen Raum gewarnt. Sie fordert die Deutsche Telekom auf, mit einem stärker diversifizierten Angebot den Wettbewerb auch außerhalb der Ballungszentren zu ermöglichen und damit die Benachteiligung ländlicher Gebiete zu verhindern. "Das jetzt von der Deutschen Telekom vorgelegte Modell der sogenannten Großhandels-Flatrate für Internet-Nutzer beinhaltet die Gefahr, dass es weiterhin in weiten Teilen des Saarlandes nur einen eingeschränkten Wettbewerb geben wird", kritisiert Daniela Schlegel-Friedrich. "Das neue Modell bietet lediglich großen Unternehmen und vorrangig in Ballungszentren die Möglichkeit, auf wirtschaftlicher Basis Internet-Flatrate-Dienste anzubieten. Für weite Teile des Saarlandes könnte es aber bedeuten, dass es dort weiterhin nur eine eingeschränkte Auswahl an Anbietern geben wird." Die Deutsche Telekom hat nach Aufforderung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post den Internet Service Providern vor kurzem ein Angebot vorgelegt, damit diese wettbewerbsfähige Pauschalpreise für die Internetnutzung - die sogenannte Flatrate - anbieten können. Bisher sahen die Preisvereinbarungen zwischen der Deutschen Telekom und den Internet Service Providern eine minutenabhängige Berechnung für die jeweils genutzte Telefonleitung vor. Aus diesem Grund waren zahlreiche Flatrate-Angebote im Jahr 2000 unwirtschaftlich. Staatssekretärin Daniela Schlegel-Friedrich: "Das vor kurzem von der Deutschen Telekom AG vorgelegte Modell ist ein unzureichender Schritt, um das Internet in Deutschland weiter zu forcieren und gerade kleinen Unternehmen, aber auch Familien mit mehreren Internetnutzern zu kalkulierbaren und begrenzten Kosten den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Die technischen Ausgestaltungsdetails für die Wettbewerber der Telekom, insbesondere die kleinen und mittleren Internet Service Provider im ländlichen Raum sind kaum zu erfüllen." Dies liegt daran, dass der vorgelegte Großhandelspauschalpreis nur für die Strecke vom Endkunden bis zu einer Ortsvermittlungsstelle gilt. Keiner der in Deutschland tätigen Carrier und Internet-Service-Provider hat jedoch sein Netz bis in die 1638 (im Saarland 29) Ortsvermittlungsstellen ausgebaut. Es kann auch nicht sein, dass die Wettbewerber das Netz der Telekom quasi nachbauen müssen, indem sie eigene Leitungen von den Regional- zu den Vermittlungsstellen legen. Da die eigenen Netze alternativer Carrier ausschließlich in den Ballungsgebieten schon so dicht sind, dass dem Endkunden günstige Angebote gemacht werden könnten, hat der ländliche Raum weiterhin das Nachsehen. Es wird gerade in den ländlichen Regionen bei den vorhandenen Benachteiligungen bleiben: Sowohl für Standardfestverbindungen als auch für Wählverbindungen über Flatrates wird es weiterhin kaum Wettbewerb und keinerlei Verbesserungen im Preisgefüge geben.


Im Angebot der SDC seit 11.09.01 (pko)




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