Dass per Handy auch brutale Videos oder Pornofilme
verschickt werden, ist weiten Teilen der Jugendlichen bekannt. So haben 88 Prozent der Jungen und 84 Prozent der Mädchen mit eigenem Handy schon einmal
davon gehört. Bereits bei den 12- bis 13-Jährigen sind es 80 Prozent, bei den 18- bis 19-Jährigen liegt der Anteil bei 88 Prozent. Jeder Dritte jugendliche Handybesitzer
kann von Freunden berichten, die solche Filme schon einmal auf ihr Handy geschickt bekommen haben, sieben Prozent waren selbst schon einmal Empfänger solcher Videos. Jungen sind hier stärker betroffen als Mädchen, nach ersten Ergebnissen der JIM-Studie 2006 (Jugend, Information, (Multi-)Media) kursieren solche Handy-Videos zwar in allen Bildungsschichten, bei Jugendlichen mit geringerer formaler Bildung aber deutlich häufiger.
Erneut zeigt sich in der JIM-Studie 2006 die enge Einbindung des Mobiltelefons in den jugendlichen Alltag. 92 Prozent der 12- bis 19-Jährigen haben ein eigenes Handy. SMS ist die am häufigsten genutzte Funktion, dann erst folgt das Telefonieren.
Das Fotografieren per Handy erfährt eine zunehmende Bedeutung. In der öffentlichen Diskussion spielt daneben immer häufiger das Filmen von Gewalthandlungen
durch Jugendliche eine Rolle. In der aktuellen JIM-Studie geben 17 Prozent der Handybesitzer zwischen 12 und 19 Jahren an, schon einmal mitbekommen zu haben, wie eine Prügelei mit dem Handy gefilmt wurde. Jungen und Mädchen berichten dabei mit nahezu gleicher Intensität von solchen Vorkommnissen.
Differenziert man hier nach dem Bildungsgrad der Jugendlichen, so hat jeder zehnte Gymnasiast, aber schon jeder vierte Hauptschüler schon einmal das Filmen von Handgemengen oder Schlägereien beobachtet.
Mit der JIM-Studie 2006 untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) zum neunten Mal in Folge das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in der Bundesrepublik. In der Zeit von Mai bis Juni 2006 wurden hierfür ca. 1.200 Telefoninterviews zu Medienausstattung, Medienumgang und dem Informationsverhalten
junger Menschen in Deutschland durchgeführt. Erste Ergebnisse können auf der Homepage des mpfs unter
www.mpfs.de/ abgerufen
werden. Die ausführliche Studiendokumentation wird Anfang Dezember vorliegen.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist ein Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der JIM-Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit der Medienforschung des Südwestrundfunks.