Communities im Web haben immer mehr Einfluss auf die Markenführung und ermöglichen durch ihre aktive Beteiligung neue Geschäftsmodelle - eine Erkenntnis des Deutschen Multimedia-Kongress Interaktives Design, der vom 27. bis 28. September in Stuttgart stattfand.
Bruce Livingstone, CEO des Bildportals iStock International aus Kanada, zeigte in seiner Eröffnungsrede auf, wie das Portal es unter die Top 500 der Websites weltweit geschafft hat. Eines der Erfolgsgeheimnisse ist laut Livingstone, mit einer guten Idee eine soziale 'Epidemie' auszulösen und ein offenes Ohr für die Community und ihre Anforderungen zu haben - sowohl als Lieferanten als auch als Kunden.
Wir brauchen stetig Neues, Trends veralten immer schneller und Kommunikation lebt von der Abwechslung
, so Livingstone. Gefragt seien Kreativität, Innovationsbereitschaft und Flexibilität, mit denen man den aktuellen Anforderungen begegnen müsse, um das viel versprechende Potenzial weiterhin erfolgreich auszuschöpfen. Auf iStockphoto.com bieten mittlerweile über 50.000 Personen ihre Bilder an, die von einer Millionen Mitgliedern genutzt werden. Neben Webdesignern und Freiberuflern sind dies auch Non-Profit-Organisationen, Geschäftsleute und Privatpersonen.
Trendthemen beim DMMK
Bedienbarkeit, Einfachheit und Geschwindigkeit standen im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion auf dem DMMK Interaktives Design in Stuttgart. Entscheidendes Potenzial bei der Gestaltung interaktiver Medien wurde vor allem in drei Bereichen gesehen: Beim Einsatz von Social Software Anwendungen, im gezielten CUE-Management und in einer erhöhten Usability. Besonders die Anwenderfreundlichkeit im Web 2.0 stehe noch am Anfang ihrer Entwicklung. Damit befasste sich auch das Podium des Streigesprächs 'Web 2.0 = Design 0.5?', bei dem die Stiftung Digitale Chancen vertreten war. Insgesamt ist bisher nur eine kleine Zahl von Nutezrinnen und Nutzer tatsächlich in der Lage, die Möglichkeiten des Web 2.0 auszuschöpfen. Um das Interesse von mehr Menschen zu wecken, ist eine nutzerfreundlichere und barrierefreie Gestaltung der Angebote erforderlich. Deshalb hat auch der Wettbewerb für barrierefreie Webseiten, BIENE 2006, in diesem Jahr explizit die Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert, solche Angebote einzureichen oder zur Prämierung vorzuschlagen.
Die Reaktion auf eine immer komplexer werdende Welt wird im Trend Simplicity (Trend zu neuer Einfachheit) - deutlich.
Ich bin davon überzeugt, dass Bedienbarkeit noch viel stärker in den Fokus rücken wird als in der Vergangenheit
, so Klaus Haasis, Vorsitzender des Kongressbeirats. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Innovationsstärke neuer Angebote mit
der Einfachheit neuer Technologien den Nerv der Zeit
treffe.
Networking unter Branchenexperten
Über 250 Branchenexperten kamen beim DMMK Interaktives Design in Stuttgart zusammen und konnten sich in vier Panels über die aktuellen Trendthemen Web 2.0, Simplicity, Designwelten in 3D, Usability und CUE-Management informieren. Als Referenten waren Kreativdirektoren und Entscheider aus Unternehmen und Agenturen, unter anderem von Coca-Cola, Spreadshirt, Scholz & Volkmer, denkwerk und Jung von Matt/next sowie Hochschulvertreter aus dem deutschsprachigen Raum vertreten.
Der DMMK Interaktives Design ist eine Veranstaltung der MFG Baden-Württemberg und des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW).
Sponsoren des Stuttgarter DMMK sind Virtual Identity und continuum. Als Medienpartner sind Horizont, E-Commerce Magazin, multimedia.de, Wilantis das Wissensradio, doIT und iBusiness mit dabei. Weitere Partner sind ebigo.de und der Kommunikationsverband.