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Frauen im Netz - Nutzer 2. Klasse?

Quelle: media NRW vom 31.07.01

SPECIAL: Frauen im Netz - Nutzer 2. Klasse?
Nicht mehr lange! Zwar hat sich im Rahmen einer aktuellen Studie wieder einmal herausgestellt, dass Frauen wesentlich kürzer, seltener und langsamer surfen als Männer. Doch in NRW ist ein deutlicher Kurswechsel angesagt. Immerhin 40 Prozent aller 20 bis 30jährigen Onliner sind weiblich. Doch der Schein der Emanzipation trügt: Nicht nur, dass Frauen "unbeholfener" surfen als Männer - auch Online-Shopping und andere E-Commerce-Aktivitäten sind nach wie vor "Männersache". Dies haben die Marktforscher von Fittkau & Maaß im Rahmen ihrer 12. W3B-Benutzer-Analyse Frauen im Internet festgestellt. Auch was die technische Ausstattung betrifft, seien die Männer selbst injungen Nutzergruppen immer noch einen Schritt weit voraus. Die größten Unterschiede verzeichnet die Studie in der Internet-Nutzungsintensität: Während über zwei Drittel der männlichen Nutzer in einer normalen Woche 10 Stunden oder länger online sind, beträgt dieser Anteil bei den Frauen nur ein knappes Drittel (32,9%). Aber vor allem auch hinsichtlich des erforderlichen Equipments scheinen Frauen deutlich unterlegen zu sein: Nur 88,1% der Internet-Nutzerinnen sind privat im Besitz eines Computers mit Internet-Zugang. Unter den Männern sind es dagegen 95,4%. Diese haben auch bezüglich der Internet-Einwahlgeschwindigkeit die Nase vorn: Während viele Frauen (17,9%) nicht einmal wissen, wie schnell sie surfen, starten Männer voll durch: 64,4% von ihnen verfügen über einen Highspeed-Zugang wie DSL, Kabel-Modem, ISDN-Anschluss oder eine Standleitung - bei den Frauen sind dies lediglich 55%.
Doch in NRW scheinen die Zeiten, in denen Männer auf dynamische "Mitsurferinnen" verzichten mussten, bald endgültig vorbei. So ist bereits im letzten Jahr die Aktion Frauen ans Netz (eine Gemeinschaftsinitiative des BMBF, der Bundesanstalt für Arbeit, der Deutschen Telekom und der Zeitschrift Brigitte) an den Start gegangen, an der sich bereits 166 deutsche Städte beteiligen. Ziel der Aktion ist es, den Frauenanteil im Internet bis Ende 2001 auf 50% zu steigern und Frauen verstärkt zu ermutigen, den Schritt in die Welt der Kommunikationstechnologie zu machen. Wie der Homepage von "Frauen ans Netz" zu entnehmen ist, werden zu diesem Zweck bald wieder systematische Praxiskurse ("Surfen und Suchen") angeboten.
Auch das neue Internetportal www.frauennrw.de hat sich zum Ziel gesetzt, die Vernetzung frauenpolitischer Aktivitäten voranzutreiben: Per Mausklick stehen dort Informationen über Einrichtungen, Projekte und Veranstaltungen in NRW, die sich schwerpunktmäßig an Frauen richten, zum kostenlosen Abruf bereit. Während ein Wegweiser zu interessanten Webadressen in ganz Europa führt, soll die Vernetzung der rund 300 frauenpolitischen Einrichtungen, die sich derzeit im Portal darstellen, über ein geschlossenes Forum gefördert werden.
Internet-Starterinnen können sich über "Guided Tours" mit den Möglichkeiten des Portals vertraut machen und finden über die Rubrik "FAQ" (Frequently Asked Questions) und das "Lexikon" viele Antworten. Frauenpolitische Nachrichten aus Nordrhein-Westfalen sind unter "Aktuelles" abrufbar.
Dass Technik und Informationskompetenz - vor allem auch im Berufsleben - die Potenziale der Zukunft sind, haben zwei "Cyber-Weiber" aus Köln bereits 1995 erkannt. Deshalb spielt Kommunikation via Internet in ihrem Portal die media auch eine zentrale Rolle: "Unser Ziel sind gut informierte Frauen", erläutern Helga Dickel und Carolina Brauckmann ihre Version - "souverän und anspruchsvoll im Umgang mit den Neuen Medien." Zu dem Angebot der Kölnerinnen, das auch von zahlreichen Kompetenzzentren, Ministerien und Medieneinrichtungen als Recherchequelle genutzt wird, gehört deshalb auch die Erstellung von Web-Präsentationen, Text-Services und Datenbankproduktionen. Dabei handelt es sich um Schlüsselqualifikationen, die zwei weitere "Webgirls" schon lange erworben haben und ihren Geschlechtsgenossinnen nun weiter vermitteln wollen: 1999 im Ruhrgebiet an den Start gegangen, weist das von Cornelia Sperling und Birgit Unger entwickelte u-netz heute ca. 60.000 Anfragen pro Monat auf und wird in diesem Jahr vom Land NRW mit 100.000 DM unterstützt. Im einzelnen bietet es: einen umfassenden Überblick über Angebote für Unternehmerinnen und Gründerinnen in NRW, eine Datenbank zu von Frauen geführten Unternehmen, eine Kooperationsbörse, themenbezogene Chatrooms, Firmenporträts und ein Archiv mit Best-Practice-Beispielen.



Im Angebot der SDC seit 12.09.01 (cha)

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