Im IV. Quartal 2006 verfügten laut Ergebnissen der Forschungsgruppe Wahlen (FGW) Mannheim 68 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren über einen Internet-Zugang. Im Vergleich zu den Ergebnissen der FGW vom Vorjahr ist dies ein Zuwachs von drei Prozentpunkten. Als besonderen Aspekt die Nutzung des Internet betreffend, stellt die Forschungsgruppe in der aktuellen Analyse den gestiegenen Online-Kauf rezeptfreier Medikamente heraus.
In Bezug auf den Erwerb rezeptfreier Medikamente über das Internet ermittelt die Forschungsgruppe Wahlen ein Wachstum von 3 Prozentpunkten: Kauften im III. Quartal 2005 erst 4 Prozent aller Deutschen ab 18 Jahren rezeptfreie Medikamente online ein, so sind es im IV. Quartal 2006 bereits 7 Prozent. Bezogen auf die Gruppe der Internet-Nutzer sind es 11 Prozent.
Der Anteil jener, die Medikamente im Internet einkaufen, steigt mit dem Alter: Bei den 60-Jährigen und Älteren kauften 15 Prozent der männlichen und 13 Prozent der weiblichen Internet-Nutzer Medikamente online, bei den unter 35-Jährigen waren es lediglich 5 Prozent der männlichen und 6 Prozent der weiblichen Internet-Nutzer. Die Forschungsgruppe Wahlen rechnet mit einem weiteren Zuwachs des Online-Medikamentenkaufs aufgrund der großen Preisspannen bei Medikamenten.
Die weiteren Internetstrukturdaten der Forschungsgruppe sehen wie folgt aus:
Nach wie vor ist das Internet von Männer dominiert: So hatten 74 Prozent der männlichen, aber erst 62 Prozent der weiblichen Deutschen einen Internet-Zugang, wobei Frauen (plus fünf Prozentpunkte) vergleichsweise höhere Zuwachsraten zum IV. Quartal 2005 verzeichnen als Männer (plus eins). Überdies bestehen noch immer die Ost-West-Unterschiede: Im Westen hatten 69 Prozent Zugang zum Internet, im Osten 62 Prozent (jeweils plus drei). In allen Altersgruppen bis 49 Jahren waren mehr als vier von fünf Befragten mit einem Internet-Zugang ausgestattet. Und auch bei den 50- bis 59-Jährigen waren es bereits 76 Prozent. In dieser Gruppe fallen die Zuwachsraten mit acht Prozentpunkten im Vorjahresvergleich besonders hoch aus. Noch immer stark unterrepräsentiert ist die zahlenmäßig sehr große Gruppe der Menschen ab 60 Jahren, von denen erst 36 Prozent über einen Zugang zum Internet verfügten. Die Zuwächse sind mit plus vier durchschnittlich.
Auch künftig wird die formale Bildung ein entscheidendes Merkmal für die Internet-Affinität der Deutschen bleiben. Zwar sind gerade bei Befragten mit geringerem Bildungsniveau die Zuwachsraten zum Vergleichszeitraum vor einem Jahr überdurchschnittlich, doch nach wie vor erwiesen sich insbesondere jene mit Hauptschulabschluss ohne Lehre (26 Prozent), aber auch jene mit Lehre (48 Prozent) weit unterdurchschnittlich mit Internet-Zugängen ausgestattet. Nahezu identisch mit allen Deutschen war die Internet-Durchdringung jener mit Mittlerer Reife (70 Prozent), überproportional fiel sie bei Deutschen mit Hochschulreife (85 Prozent) aus.
Auch in Bezug auf die Berufsgruppenzugehörigkeit gibt es Unterschiede, wenngleich nicht so starke wie bei der formalen Bildung. Hohe Zuwächse verzeichneten die Arbeiter (plus acht Prozentpunkte), von denen dennoch erst jeder zweite einen Internet-Anschluss besaß. Bei einfachen und mittleren Angestellten und Beamten waren es - ähnlich wie unter allen Deutschen - 69 Prozent, bei leitenden Angestellten und höheren Beamten leicht überdurchschnittliche 74 Prozent sowie bei Selbstständigen deutlich überdurchschnittliche 83 Prozent, die über einen Internet-Zugang verfügten.
Die Quartalsdaten basieren auf repräsentativen telefonischen Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen von insgesamt 3.780 Deutschen ab 18 Jahren zwischen dem 24.10. und 14.12.2006. Die komplette Studie ist zum Preis von 40 EUR erhältlich bei:
bestellung@forschungsgruppe.de.
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