Das Frosta - Unternehmensblog
"Web 2.0 ist einer der mächtigsten Trends im Internet ..." - hieß es in der Ankündigung zum Kongress 'Das neue web 2.0', der sich am 1. März 2007 in Bremen mit den daraus resultierenden Möglichkeiten für Unternehmen auseinander setzte. Mit der Verbreitung interaktiver Anwendungen und Formate - wie Weblogs und Wikis, Communities und Social Bookmarking Seiten - verändert sich auch die Nutzung des Internet: Konsumenten werden zu aktiven Mitgestaltern, die das Netzgeschehen mitprägen. Communitities und Weblogs sind aber auch in zunehmendem Maße an Kaufentscheidung und Meinungsbildung von Kunden beteiligt. Für Unternehmen entstehen in diesem Bereich neue Möglichkeiten der Produktwerbung - wer sie nicht frühzeitig erkennt, setzt sich der Gefahr aus, den Anschluss zu verpassen, so der Tenor der Veranstaltung.
Im Rahmen der Hauptvorträge am Vormittag hatten die Veranstalter Friederike Ahlers von 'Frosta' eingeladen, um über die Erfahrungen des Lebensmittelherstellers mit dem Web 2.0 zu berichten. Ihr Vortrag, auf den im Folgenden eingegangen werden soll, verdeutlichte anhand konkreter Erfahrungen mit dem 'Frosta-Blog', warum auch Unternehmen, die nicht in der IT-Branche beheimatet sind, sich im Web 2.0 positionieren sollten.
Frosta ging schon in 2005, zu Beginn des Web 2.0 Trends, mit einem Unternehmens-Blog an den Start. Man sah darin eine neue Chance, sich auf einem von einigen großen Konkurrenten dominierten Markt zu behaupten. Zudem schienen trotz Werbung wichtige Botschaften die Verbraucher bislang nicht erreicht zu haben. Da, wie Frau Ahlers hinzufügte, klassischer Werbung oft auch nicht geglaubt werde, suchte Frosta im Web 2.0 neue Möglichkeiten des Kundenkontakts.
Für die Idee des Frosta-Blogs wurden Mitarbeiter der eigenen Firma gewonnen, die Lust hatten, über ihre Arbeit bei Frosta zu bloggen - über ihre Tätigkeit, über Frosta-Produkte aber auch über den Spaziergang mit dem Hund am Wochenende. Die Angestellten kamen und kommen aus allen Bereichen des Unternehmens - aus Einkauf, Produktentwicklung etc. Dabei erweist sich die weniger strenge äußerliche Form, die ein Blog ermöglicht, als sehr sinnvoll: Inhalte können 'mal eben schnell' eingestellt werden - es muss kein perfekter, detaillierter Text sein. Inhaltlich lässt Frosta seinen Angestellten offenbar großen Freiraum in der Themenwahl und es scheint sehr gut zu funktionieren.
Wichtig für den Erfolg des Blogs ist aber auch, dass das Blog für die Kunden ebenfalls diesen offenen Charakter hat und diese dort ihre Meinung frei von Zensur äußern können - auch wenn es sich um negative Stellungnahmen zu Frosta-Produkten handeln sollte. Die Anmeldung zum Blog sei unkompliziert und die Freischaltung der Beiträge umgehend, so Frederike Ahlers. Und diese Offenheit sei auch ein zentraler Leitgedanke des Blogs, denn genau diesen unmittelbaren und offenen Kontakt zum Kunden will Frosta schließlich herstellen.
Der Erfolg des Blogs war mit 5000 - 6000 Lesern pro Tag für alle zunächst einmal überraschend, berichtet Frau Ahlers und fügt hinzu, dass ein Blog sich enorm positiv auf das Google-Ranking eines Unternehmens auswirken würde. Ein weiterer wichtiger Vorteil sei, dass ein etabliertes Blog gute Möglichkeiten biete, auf negative Berichterstattungen in den Medien zu reagieren. Denn mit einem Blog hat man die Chance, einem Medienbericht durch unmittelbare Veröffentlichung der eigenen Position entgegentreten zu können - und das sowohl zeitnah als auch in virtuell unmittelbarer Nähe: Am Beispiel zeigte Frau Ahlers, dass die Google-Suche den kritischen Medienbericht sowie die Diskussionen im Frosta-Blog gleichrangig auflistete.
Darüber hinaus verursache ein Blog mit zwei bis drei Einträgen pro Woche fast keine Kosten. Dafür stelle es aber ein sehr effektives Instrument der PR-Arbeit dar - immer vorausgesetzt, dass ein Unternehmen überhaupt bereit sei, sich auf diesen offenen Austausch - und damit auch auf kritische Äußerungen auf den eigenen Webseiten - einzulassen. Denn diese Offenheit sei grundlegend, damit der angestrebte unmittelbare Kontakt zustande kommen könne. Aus ihrer Erfahrung konnte Frau Ahlers aber beruhigend hinzufügen, dass einem negativen Kommentar in der Regel immer auch positive folgen.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Blogs sind eine wichtige neue Werbestrategie in Zeiten, in denen rein emotionale Markenwelten nicht mehr ausreichen und die Verbraucher sich leichter informieren können und wollen und auch mehr über die Produkte - in diesem Fall Lebensmittel - wissen. Und Blogs bieten hier eine neue Chance, auf diese Meinungsbildung positiv einzuwirken.
Der Kongress 'Das neue web 2.0 - Wie können Unternehmen es nutzen?' fand auf Initiative der Agentur
construktiv am 1. März 2007 in Bremen statt. Eine Veranstaltungsdokumentation finden sie unter:
http://kongress.sunblogger.de
Link zum Frosta Blog:
www.blog-frosta.de
Foto: Friederike Ahlers, Öffentlichkeitsarbeit Frosta, Copyright Agentur construktiv