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Bericht aus Großbritannien zum Thema Kinder und neue Technologien drängt Staat, Industrie und Eltern zur Zusammenarbeit

Katharina Kunze
Quelle: Department for Children, Schools and Families

Im September 2007 wurde die britische Psychologin Dr. Tanja Byron vom Premierminister Englands gebeten, einen unabhängigen Bericht zu verfassen, der Eltern und ihren Kindern dabei hilft, das Beste aus neuen technologischen Möglichkeiten zu schöpfen und sich gleichzeitig vor ungeeigneten und schädlichen Inhalten zu schützen. Der Fokus lag dabei auf den technologischen Möglichkeiten des Internet sowie der Videospiele.

Am 27. März 2008 wurde dieser Bericht veröffentlicht, der deutlich zur Sprache bringt, dass insbesondere der Staat, die Industrie sowie die Eltern in der Verantwortung gesehen werden, die Online-Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten und den Zugang zu Videospielen für Erwachsene einzuschränken und dazu mehr zusammen arbeiten müssen.

Dr. Byron erklärt, dass die Kinder durch die Unsicherheit der Eltern im Umgang mit neuen Technologien sowie dem Mangel an Wissen und Aufmerksamkeit für die vielfältigen Möglichkeiten schutzlos den Risiken ausgesetzt sind. Viele Eltern glauben, das Surfen im Internet wäre genauso risikoreich bzw. -arm, wie das unbeaufsichtigte Fernsehen.

Im Rahmen der Online-Sicherheit für Kinder empfiehlt Bryron eine Reihe von Aktivitäten:
  • Das Bilden eines Gremiums für Kindersicherheit im Internet, welches an den Premierminister berichtet und aus Repräsentanten von Staat, Industrie, Kinderwohlfahrtsorganisationen sowie Interessensvertretern von Jugendlichen und Eltern besteht.
  • Die Industrie auffordern, Eltern und Familien mit Hilfe von praktischen Leitlinien, Filtersoftware sowie einer besseren Regulierung von Onlinewerbung zu unterstützen.
  • Das Starten einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierungskampagne zum Thema Online-Sicherheit von Kindern.
  • Das Einrichten von Initiativen zur Online-Sicherheit von Kindern und ihren Eltern sowie das Einsetzen geeigneter Erziehungsmaßnahmen.
Weiterhin gibt Byron Empfehlungen zum Thema Videospiele, die Eltern bei der Entscheidung unterstützen sollen, welche Spiele geeignet sind und welche nicht. Zu diesen Empfehlungen zählen u. a. die Reformierung des Systems der Klassifizierung von Spielen sowie der Abbau des gesetzlich verankerten Klassifizierungssystems für über 12-Jährige. Mit diesen beiden Maßnahmen könnte den Eltern die schnellere Zuweisung von altersgerechten Spielen gelingen, so wie es bei der Altersklassifizierung von Filmen funktioniert.

Dr. Byron betont in ihrem Bericht die Relevanz der Elternarbeit. Das bewusste Eingehen von Risiken gehört in die Entwicklung der Jugendlichen, die Eltern allerdings sollten Rahmenbedingungen und Kompetenzen vermitteln, die den Kindern dabei helfen, diesen Risiken sicher zu begegnen. Dabei muss die Scheu vor neuen Technologien bei den Eltern ausgeräumt werden und die generationsbedingten Unterschiede im Verständnis und Gebrauch der neuen Technologien überbrückt werden.

Der gesamte Bericht in englischer Sprache ist zu finden unter www.dcsf.gov.uk/byronreview.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.dcsf.gov.uk

Im Angebot der SDC seit 03.04.08 (sbe)

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