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Jugendliche treffen sich am Runden Tisch für den Jugendschutz



Kinder und Jugendliche sind die aktivsten Nutzer des Internet; mit den Möglichkeiten des Web 2.0 sind sie auch zu den produktivsten geworden. Deshalb ist es nahe liegend, junge Menschen auch in die Diskussionen über Internetsicherheit und die Entwicklung von technischen Lösungen zur Bekämpfung von Gefahren und Risiken einzubeziehen.

Beim dritten Netzwerktreffen des Youth Protection Roundtable wurde der so genannte 'Young Roundtable' gegründet, um der jungen Internet-Generation selbst eine Stimme zu geben und sie aktiv und dauerhaft in die Arbeit des YPRT zu involvieren. Die Mitglieder des Young Roundtable haben bereits im Vorfeld zum Thema Internetsicherheit gearbeitet; die Teams sind die nationalen Gewinner des im Rahmen des Safer Internet Day 2008 veranstalteten Wettbewerbs 'Life online is what YOU make of IT'.

Kinder und Jugendliche wissen das Internet für ihre Interessen zu nutzen, aber die meisten von ihnen haben auch schon die Gefahren kennen gelernt. In den Workshops des Young Roundtable waren sie aufgefordert, ihre Visionen für das Internet der Zukunft zu äußern und Ideen für eine sichere Nutzung des Internet zu entwickeln. Die einerseits sehr durchdachten, andererseits aber auch radikalen Vorschläge der Jugendlichen versetzten die erwachsenen Expertinnen und Experten am Youth Protection Roundtable in Erstaunen. Deutlich äußerten die Jugendlichen den Wunsch, vor ungewollten und schädlichen Inhalten geschützt zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, schlagen sie vor, dass ein System eingerichtet wird, bei dem sie ihnen unbehagliche oder schädliche Inhalte melden und nach Möglichkeit veranlassen können, dass diese umgehend gelöscht werden.

Wenn es um Tipps und Ratschläge geht, wie man sich im Internet verhalten soll und wie man mit unpassendem Verhalten anderer umgeht, verlassen sich die Jugendlichen eher auf Gleichaltrige aus ihrem Freundeskreis als auf Erwachsene. Nach Meinung der Jugendlichen sind weder ihre Eltern noch ihre Lehrer ausreichend informiert über die virtuelle Welt, in der die Kinder leben.

Die Erwachsenen am Roundtable schilderten ebenso wie die Jugendlichen, dass es im Hinblick auf die Einbeziehung der Vermittlung von Medienkompetenz in die regulären Schulcurricula ebenso große Unterschiede gibt zwischen den europäischen Ländern wie auch hinsichtlich der Fähigkeiten der Lehrer, diese Aufgabe zu erfüllen. Medienkompetenztraining für Lehrer, Eltern sowie deren Kinder wurde dementsprechend ein besonders hoher Stellenwert von allen Teilnehmern am Roundtable beigemessen.

Aus der Einbeziehung des Young Roundtable in die Arbeit des YPRT können folgende erste Schlussfolgerungen gezogen werden: Jugendliche haben nicht grundsätzlich eine unterschiedliche Wahrnehmung von Risiken oder Bedrohungen, die ihnen bei der Nutzung des Internet begegnen, aber sie setzen zum Teil andere Prioritäten zum Beispiel in Bezug auf Gewalt und Pornografie.
Die vorhandenen Sicherheitsinstrumente und -maßnahmen, wie z. B. Hotlines, bei denen man unerwünschte und schädliche Inhalte melden kann, sind ihnen nur zum Teil bekannt. Deshalb ist es zusätzlich zur Entwicklung neuer Maßnahmen notwendig, auch die Aufklärungsmaßnahmen zu intensivieren und das Bewusstsein aller Nutzergruppen im Hinblick auf Gefahren zu fördern.

Das Ziel des YPRT, Empfehlungen zu entwickeln, die als geeignete Strategie auf eine Mischung von technischen Lösungen und pädagogischen Maßnahmen setzen, steht im Einklang mit den Vorschlägen des Young Roundtable. Durch die Einbeziehung der Jugendlichen wurde den Mitgliedern des YPRT auch das große Potenzial in Erinnerung gerufen, welches das Internet der jungen Generation bietet. Letztlich sollte es das Vorrecht der Jugend sein, die Grenzen dieser digitalen Möglichkeiten zu erkunden - nichtsdestotrotz bleibt es aber die Aufgabe der Erwachsenen, sichere Rahmenbedingungen sowie eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.


Im Angebot der SDC seit 03.06.08 (kkz)




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