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Konvergenz der Medien und Jugendschutz im Mittelpunkt des Medienforums 2008

Jutta Croll


Podiumsdiskussion zu dem Thema "Web 2.0: Social Communities - Vom Wert der Daten"
© FOX-Fotoagentur / Uwe Voelkner

Die Zukunft ist nahe herangerückt an die Realität, das belegen zumindest die Keynotes und Präsentationen des 20. Medienforum NRW, das vom 9.-11. Juni 2008 in Köln stattfand. Zwar folgt die Struktur der Veranstaltung noch der klassischen Differenzierung nach Fernsehen, Film und Print, aber die Konvergenz ist auch in diesen Panels präsent und steht beim gleichnamigen Konvergenzkongress am Mittwoch außer Frage. So erscheinen die Visionen von der Aufhebung der Diversifizierung der Endgeräte und des dank flächendeckend breitbandiger Infrastruktur ubiqitären Zugriffs auf jeglichen Inhalt in digitaler Form plötzlich gar nicht mehr so visionär.

Unter dem Titel "Vom Wert der Medien" wurde daher in Köln auch weniger der Wert und Nutzen einer dergestalt vernetzten und digitalen Welt diskutiert, als vielmehr der Bestand und Schutz von Werten, die durch die Allgegenwart, die Produzierbarkeit und vor allem Reproduzierbarkeit von Content in Gefahr zu geraten drohen. Dazu zählt der Jugendschutz ebenso wie der von Persönlichkeits- oder Urheberrechten sowie angesichts der rasanten Entwicklung von sozialen Netzwerken im Internet – so genannten Social Community Plattformen – der Schutz der Privatsphäre. So war es weniger ein nostalgischer Rückblick, sondern vielmehr die Gegenwärtigkeit der Risiken, die aus der unreflektierten Nutzung solcher Plattformen resultieren, die Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum veranlassten zu kommentieren, dass das Bewusstsein für den Schutz der Privatsphäre hinter der Entwicklung der Datentechnik zurückgeblieben sei. Der Datenschutz bekommt durch die Möglichkeiten der Vernetzung und insbesondere der Zusammenführung der von den Nutzerinnen und Nutzern selbst in ihrem Profil gespeicherten Daten neuen Wind unter die Flügel. Und Jugendschutz bedeutet nicht mehr länger nur den Schutz vor dem Zugang zu ungeeigneten Inhalten, sondern vor allem Schutz vor dem eigenen, oft unangemessenen Verhalten im Netz. Gesetzliche Vorgaben und Selbstverpflichtungen der Anbieter können hier zwar eine gewisse Wirkung entfalten, als Königsweg gilt aber die Vermittlung von Medienkompetenz.

Die technische Konvergenz der Endgeräte kann dazu führen, dass die Anforderungen an die Bedienfähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzer niedriger werden. Die Anforderungen an die Kompetenz zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem technisch beherrschten Gerät steigen allerdings erheblich. Und die Frage wo und durch wen diese Medienkompetenz vermittelt werden soll, konnte auch durch das Medienforum 2008 nicht endgültig beantwortet werden.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.medienforum.nrw.de

Im Angebot der SDC seit 13.06.08 (sbe)

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Themenbereiche:
Datenschutz, Jugendschutz, Medienkompetenz




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