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Modell-Projekt 'IT-LandFrauen'

Quelle: Jahresbericht des Deutschen LandFrauenverbandes 2007

Nach sechs erfolgreichen und die LandFrauenarbeit inspirierenden Jahren wurde das Projekt "IT-LandFrauen" Ende 2007 zum endgültigen Abschluss gebracht. Damit endete die finanzielle Förderung der Projektarbeit durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds. Das mit dem Projekt verbundene Ziel, moderne Medien und das Internet in den Alltag von LandFrauen zu integrieren, bleibt aber weiterhin ein wichtiges Thema im Verband. Dazu gehört die Vermittlung von Medienkompetenz genau so wie der Einsatz für eine moderne IT-Infrastruktur im ländlichen Raum. Deshalb musste das Ende des Projektes gezielt vorbereitet und einzelne Themen zu einem abschließenden Ergebnis geführt werden. Der erreichte positive Wandel an Denk- und Verhaltensänderungen musste gefestigt werden, so dass die Ergebnisse auch ohne Förderung Bestand haben bzw. fortgeführt werden können.

Um diesen Prozess nicht abrupt abzubrechen und das Erreichte in Regelangebote zu überführen, wurde die kostenneutrale Fortführung des Projektes um ein halbes Jahr vom 01.07. bis zum 31.12.2007 bewilligt. Vor allem bei der Umsetzung und Einführung der technischen Systeme, wie z. B. der barrierefreien Webseiten des dlv und des Homepagebaukastensystems stand somit die nötige Zeit für die Kommunikation und Markteinführung zur Verfügung.

Abschlussdokumentation: Der Weg in die Informationsgesellschaft

Das Jahr 2007 wurde von der Europäischen Union zum Jahr der Chancengleichheit für alle deklariert. Gleichstellung im weltweiten Netz des Internets war auch ein wichtiges Anliegen des IT-Projektes der LandFrauen. Was lag also näher als die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes so aufzubereiten, dass sie auch in anderen Ländern der EU genutzt werden können und als Anregungen dienen, wie dort den Frauen die Türen zur Informationsgesellschaft geöffnet werden können. Entstanden ist eine 60-seitige Broschüre, die auch in französischer und polnischer Übersetzung vorliegt. Anlässlich des ersten Gleichstellungsgipfels Ende Januar 2007, der im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stattfand, wurde die Abschlussdokumentation der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

In der Dokumentation wird skizziert, mit welchen innovativen Lösungsansätzen das Projekt zum Erfolg geführt werden konnte und mit vielen Beispielen aus der Praxis der LandFrauenarbeit belegt. Die mehrjährige Projektarbeit hat den Beweis geliefert, dass Frauen mit Hilfe der Neuen Medien im und für den ländlichen Raum tatsächlich viel bewegen können. Mittels Computer und Internet haben sie sich ihren individuellen Zugang zur Informationsgesellschaft geschaffen. Einmal mehr haben sich LandFrauen damit als Motor der ländlichen Entwicklung erwiesen. Allerdings stellt die Dokumentation auch fest, dass die Anbindung des ländlichen Raums an das schnelle Internet noch erhebliche Defizite aufweist. Das Projekt bestätigt, wie wichtig es ist, die Breitbandtechnik als eine Schlüsselfunktion zur Erschließung neuer Arbeitsplatz- und Wirtschaftspotentiale im ländlichen Raum zu etablieren.

Feierliche Abschlussveranstaltung

Der 8. Mai 2007 wurde für alle beteiligten IT-LandFrauen, für die teilnehmenden Vertreterinnen der Landesverbände, für Kooperationspartner und Wegbegleiter des Projektes sowie für die geladenen Politiker und Politikerinnen zu einem abschließenden Höhepunkt des Projektes. Stolz über das Erreichte und eine zupackende Aufbruchstimmung waren die dominierenden Stimmungsbilder an jenem Abend.

Zuvor hatten die IT-LandFrauen in einem Intensivseminar ihr Wissen aufgerüstet. Hier wurden Chancen und Herausforderungen ausgelotet, die über die vernetzte Gesellschaft des Web 2.0 mit interaktiven Techniken und Diensten auf die LandFrauen zukommen. Mit dem Homepagebaukasten "Virtuelle LandFrauenwelt" und dem weiterentwickelten Vereins-Manager sind die LandFrauen auf den richtigen Weg.

Präsidentin Erika Lenz wertete das Dranbleiben und den Optimismus der IT-LandFrauen, den Zusammenhalt untereinander sowie das Herzblut, das alle Beteiligten in das Projekt gesteckt haben als die eigentlichen Gründe für den Erfolg.

Prof. Herbert Kubicek von der Universität Bremen und Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Digitale Chancen lobte den Ansatz des Projektes und die Nachhaltigkeit des Erreichten: "ein Training von Frauen, die selbst bereit sind, Kurse und Unterstützung zu geben, das nicht an der Technik anknüpft, sondern an konkreten Nutzungsmöglichkeiten wie der Erstellung einer Homepage zur Vermarktung angebotener Produkte. So wurde Engagement geweckt und vervielfacht."

Barrierefrei auf den Webseiten des dlv

Während der Projektlaufzeit wurden alle Internetpräsentationen des dlv nach und nach über das Content Management System Typo 3 erstellt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen solche Seiten ohne Barrieren sein, damit sie auch von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können. 2007 konnte nach einer umfangreichen Relaunch aller Internetseiten die Barrierefreiheit hergestellt werden. www.landfrauen.info zeigt sich nun in einem neuen nutzerfreundlichen Design. Alle Projektseiten und www.landportal.de sind integriert. Es gibt Bildergalerien, erweiterte Downloadmöglichkeiten mit einem Flyergenerator und einen Newsletter, der als Info-Mail bezogen werden kann. Mit diesem System können die Inhalte aktuell gepflegt werden und von den Mitarbeiterinnen der Bundesgeschäftstelle ohne Programmierkenntnisse gestaltet werden. Gleichzeitig wurden die Module der Internetpräsentation so angelegt, dass auch nach dem Projektende Erweiterungen und Ergänzungen problemlos möglich sind.

Homepagebaukasten Virtuelle LandFrauenwelt

2007 wurde das bereits im Jahr zuvor entwickelte und etablierte System den Praxisforderungen angepasst und erweitert. 30 Vereine hatten bis Ende 2007 ihre eigene Homepage dort angemeldet. Sie führen damit den Beweis, dass LandFrauen auch ohne Programmierkenntnisse ansprechende und informative Webseiten über das Verbandsleben erstellen können. Das ist für die Öffentlichkeit der LandFrauenarbeit ein großes Plus und dient der Mitgliederwerbung. Dank einer optimalen Verlinkung mit den aktuellen Pressemeldungen des dlv sind alle diese Seiten und auch www.landfrauen.info bei der Suche im Netz hervorragend positioniert, also gut zu finden. Zum Ende des Projekts wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen, dass auch die Land-Portalanbieterinnen das System der Virtuellen LandFrauenwelt nutzen können. Sie haben künftig ebenfalls die Möglichkeit, sich eine eigene Homepage aus dem Baukasten zusammenzustellen.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.LandFrauen.info

Im Angebot der SDC seit 23.07.08 (sbe)

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Themenbereiche:
Medienkompetenz, Mediennutzung durch Frauen / Aktivitäten für Frauen, Ländliche Regionen




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