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Im Rahmen der E-Inclusion Ministerkonferenz in Wien wurde am 1. Dezember ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission zur Medienkompetenz der Bevölkerung in den Mitgliedstaaten vorgestellt. In allen von der Digitalen Spaltung bedrohten Bevölkerungsgruppen - sozial- und bildungsbenachteiligte Menschen, Frauen, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen in ländlichen Gegenden und Menschen mit Behinderungen - konnten seit der Ministerkonferenz in Riga im Hinblick auf den Zugang zum Internet Zuwächse erreicht werden. Dies ist ein positives Signal, das lediglich durch die vergleichsweise geringen Steigerungen der Nutzerzahlen in den älteren Bevölkerungsgruppen getrübt wird.
Der Bericht zeigt, dass trotz aller Fortschritte die Vermittlung von Medienkompetenz eine große Herausforderung darstellt. Lag der Fokus zunächst auf der Vermittlung von Basiskompetenzen im Umgang mit Computer und Internet, so ist es angesichts der Entwicklung der Internetanwendungen nun vorrangig erforderlich, die Menschen an diese Nutzungsformen heranzuführen, ihnen den Nutzen für die persönliche Lebensführung aufzuzeigen und sie auch mit den möglichen Risiken vertraut zu machen.
Es zeigt sich in vielen Bereichen, dass die Art der Angebote, die von den Menschen genutzt werden, in direktem Zusammenhang mit dem jeweiligen Bildungsniveau steht - eine Entwicklung, die als 'zweite Digitale Spaltung' bezeichnet wird. Während zum Beispiel bei der Suche nach Gesundheitsinformationen der Abstand zwischen der Gruppe der Niedriggebildeten (35 %) und denjenigen mit dem höchsten Bildungsniveau (47 %) zwölf Prozentpunkte beträgt, öffnet sich diese Schere bei e Government-Anwendungen auf 29 % und bei e Commerce-Anwendungen sogar auf 50 %. Diese Unterschiede zeigen sich nicht nur in den absoluten Nutzerzahlen, sondern auch im Umgang mit dem jeweiligen Angebot. Niedriger Gebildete besuchen zum Beispiel Webseiten der Verwaltung, um nach Informationen zu suchen, während die Höhergebildeten, Formulare ausfüllen und Verwaltungsvorgänge online erledigen. Diese Zurückhaltung gegenüber Onlinetransaktionen beruht jedoch nicht nur auf fehlenden Kenntnissen, sondern vor allem auch auf mangelndem Vertrauen in die jeweiligen Angebote und in die eigene Fähigkeit, möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten angemessen begegnen zu können.
In den vergangenen Jahren wurden viele Initiativen in allen europäischen Mitgliedstaaten gestartet, um Zugang zum Internet und Medienkompetenz zu fördern. Der Bericht der Kommission differenziert diese nach drei verschiedenen Stadien:Während Maßnahmen, die den ersten beiden Stadien zuzuordnen sind, in nahezu allen Ländern Europas mehr oder weniger verbreitet sind, bedarf es noch wesentlicher Anstrengungen, um Maßnahmen des dritten Stadiums anzustoßen. Zwei Faktoren werden als wesentlich bei der Konzeption von derartigen Maßnahmen erachtet. Zum einen ist die Einbettung in den realen Lebenskontext der adressierten Zielgruppen zu beachten. Hierbei sind insbesondere solche Organisationen hilfreich, die in Beziehung zu den jeweiligen Bevölkerungsgruppen stehen, mit diesen arbeiten und deren Vertrauen genießen. Wohlfahrtsorganisationen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Zum anderen ist die Weiterentwicklung der im Internet verfügbaren Anwendungen zu berücksichtigen. Mit Web 2.0 hat sich das Internet zu einem Medium entwickelt, dessen Anwendungen mehr für die Digitale Integration getan haben, als die meisten bisherigen Initiativen. Die Einfachheit, mit der die Beteiligung an Abstimmungen und Bewertungen erfolgen kann, die Möglichkeit selbst erstellte Inhalte (Texte, Fotos, Videos) zu veröffentlichen und die eigene Stimme in die Onlinedebatten einzubringen, haben bisherigen Nutzern neue Teilhabechancen eröffnet und vielfach das Interesse auch derjenigen erweckt, die bisher eher zurückhaltend gegenüber dem Internet waren. Zugleich erfordern derartige Anwendungen jenseits der technischen Bedienfertigkeiten aber auch neue Kompetenzen, die Bestandteil von neuen Maßnahmen zur Vermittlung von Medienkompetenz werden müssen
In einer Ausstellung von 35 Good Practice Beispielen, die die Konferenz begleitet, werden Initiativen zur Digitalen Integration aus ganz Europa in Wien vorgestellt. Die jeweils besten wurden am Abend des 1. Dezember als Gewinner der E-Inclusion Awards in sieben Kategorien ausgezeichnet:Mehr über das Konferenzprogramm und die Sieger der Wettbewerbs erfahren Sie unter E-Inclusion-Conference.