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Das "Institute of Biology", mit Sitz in London, hat in seiner Februar-Ausgabe des Heftes "Biologist" einen Artikel von Dr. Aric Sigman zum Thema "Gut verkabelt? Die biologischen Folgen von Sozialen Netwerken" veröffentlicht. Der Autor beschreibt in seinem Forschungsbericht die aktuelle soziale Situation in Großbritannien und macht auf mögliche gesundheitliche Schäden aufmerksam: Nach Meinung von Dr. Aric Sigman entwickelt sich Großbritannien von einer Kultur mit großen gemeinsamen Erfahrungen hin zu einer Gesellschaft mit immer mehr isolierten Erlebnissen. Soziale Beziehungen werden auch zunehmend mit den physiologischen Veränderungen bei Menschen in Zusammenhang gebracht.
Dr. Aric Sigman weist darauf hin, dass heutzutage in Großbritannien mehr Menschen physisch und sozial durch digitale Medien voneinander entfernt sind. Dies passiert zum Bespiel, wenn Menschen in der Öffentlichkeit Kopfhörer aufhaben, um Musik zu hören, ihr Handy für das Senden von SMS und zum Telefonieren nutzen oder in der U-Bahn an ihrem Laptop sitzen. Da in Großbritannien sogar die höchste Nutzung Sozialer Netzwerke zu verzeichnen ist, erklärt der Autor, dass die Zeit, die vorher mit sozialer Interaktion verbracht wurde, stetig von virtuellen Angeboten ersetzt wurde. Ein weiteres Beispiel für die Anonymisierung macht sich laut Aussage des Biologen sogar schon innerhalb der Familien bemerkbar: Kinder in Großbritannien nehmen im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern kaum Mahlzeiten mit ihren Eltern an einem Tisch ein.
Die Veränderungen im Sozialverhalten der Menschen wirken sich laut des Forschungsberichts insbesondere auf das Immunabwehrsystem aus, zwischenmenschliche Kontakte können beispielsweise die Tumorrückbildung beeinflussen. Anderseits nennt der Bericht auch Auswirkungen bei fehlender menschlicher Wärme, so soll Einsamkeit entzündliche Krankheiten wie Diabetes, rheumatische Arthritis oder autoimmune Störungen verursachen. Fehlende soziale Kontakte werden außerdem in Zusammenhang mit kardiologischen Erkrankungen gebracht. Schuld daran soll das Hormon Oxytocin sein, dass normalerweise bei Umarmungen, Berührungen oder Gefühlen des Vertrauens ausgeschüttet wird. Laut des Forschungsberichts wurde kürzlich herausgefunden, das Oxytocin unter anderem auch die Schwankungen der Herzfrequenz reduzieren kann.
Dr. Aric Sigman kommt daher zu dem Schluss, dass Biologen den Blick in der Gesellschaft schärfen sollten. Dies kann geschehen, indem konkrete Ergebnisse in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Sozialen Beziehungen und deren Auswirkungen transparenter gemacht werden. Er rät außerdem dazu, die genaue Bedeutung des Begriffes "Soziales Netzwerk" zu erklären und in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Hier kann der vollständige Artikel aus dem "Biologist" gelesen werden.