|
![]() |
|
||||
|
Start |
||||||
Nach dem am 13. März 2009 von der Europäischen Kommission vorgelegten neuen Strategiepapier soll Europa im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) weltweit führend werden. Der Anteil Europas am weltweiten IKT-Markt, dessen Volumen jährlich um 4 % wächst, beträgt heute 34 %. Die Wertschöpfung des IKT-Sektors der EU beläuft sich jedoch nur auf 23 % der Gesamtwertschöpfung, da sowohl der europäische Markt als auch die europäischen Forschungsbemühungen zersplittert sind. Europa bleibt folglich in der IKT-Forschung und bei der Produktion und Entwicklung innovativer IKT-gestützter Produkte und Dienste hinter seinen weltweiten Konkurrenten zurück. In dem vorgelegten Strategiepapier fordert die Kommission die Mitgliedstaaten und Unternehmen daher auf, ihre Ressourcen zu bündeln und im Bereich der IKT-Forschung und -Innovationen verstärkt zusammenzuarbeiten. Das Papier sieht darüber hinaus Projekte zur Vorführung innovativer IKT vor, mit denen in Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Energieeffizienz moderne Dienstleistungsinfrastrukturen geschaffen werden sollen.
"Die IKT werden in den nächsten Jahrzehnten entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, die Effizienz unserer öffentlichen Dienste und unsere Lebensqualität sein. Europa bildet den weltweit größten IKT-Markt. Unsere Wirtschaftsleistung und unsere Arbeitsplätze hängen von diesen Technologien ab. Unsere Aufgabe ist es daher, dafür zu sorgen, dass Europa das Potenzial von Technologien wie Internet und Mobiltelefonie für sich nutzen kann. Dies bedeutet auch, konkrete Schritte zu unternehmen, damit Europa eine Spitzenposition bei der Gestaltung und Nutzung von IKT-Entwicklungen einnimmt," so Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. "Die Kommission schlägt daher Maßnahmen vor, um die von neuen Entwicklungen in Bereichen wie dem Internet der Zukunft, internetgestützten Dienstleistungen und der Nanoelektronik eröffneten Chancen nutzen zu können. Diese Technologien sind entscheidend für die Belebung der Konjunktur. Um in Europa hochgesteckte Ziele erreichen zu können und die weltweite Führungsrolle zu übernehmen, sollten wir die privaten und öffentlichen Investitionen in die IKT-Forschung bis 2020 daher verdoppeln."
Die in der EU getätigten Investitionen zur Stärkung der Kapazitäten für die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer IKT sind nicht nur geringer als die ihrer Wettbewerber, sondern auch unzureichend abgestimmt. Die öffentlichen und privaten Investitionen in die IKT-Forschung sind in Europa nicht einmal halb so hoch wie in den USA, wo auch fünf Mal mehr Risikokapital bereitgestellt wird wie in Europa.
Hintergrund: Die heutige Mitteilung ist Teil der Vorbereitungen für den europäischen Innovations- und Forschungsplan, der vom Europäischen Rat im Dezember 2008 gefordert wurde. Sie bezieht sich darüber hinaus auf Empfehlungen, die die Aho-Gruppe bei der Bewertung des IKT-Bereichs im Rahmen des EU- Forschungsprogramms (IP/08/1288, MEMO/08/430) vorgelegt hat. Die vorgeschlagene Strategie baut auf mehreren bestehenden Initiativen und Maßnahmen auf, darunter insbesondere der i2010-IKT-Politikrahmen, die breit angelegte EU-Innovationsstrategie und die im Rahmen des Europäischen Forschungsraums eingeleiteten IKT-Initiativen. Sie basiert auf einer im September 2008 eingeleiteten öffentlichen Konsultation über eine europäische IKT-Forschungs- und Innovationsstrategie (IP/08/1287).