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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt die neue Informationsbroschüre "Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung" veröffentlicht und möchte damit auf Programme und Projekte zur Verbesserung beruflicher Chancen von Frauen hinweisen. Frauen sind auf Grund ihrer derzeit hervorragenden Ausbildungen und Qualifikationen wichtig für den Arbeitsmarkt, dennoch müssen gesellschaftliche Strukturen so geschaffen werden, dass Frauen ihre Begabungen fördern und gleichzeitig Lebensentwürfe wie Familiengründung umsetzen können.
Das BMBF zeigt, dass der Frauenanteil im wissenschaftlichen Bereich aktuell sehr gut aussieht, doch mit zunehmend wissenschaftlicher Qualifikation wird er auch geringer: Bei den Abiturienten liegt der Frauenanteil noch bei 53,3 Prozent, bei den Studenten, die ihr Studium tatsächlich abschließen, liegt er bei 51,4 Prozent. Doch unter den Promovierenden befinden sich 42,2 Prozent Frauen und bei den Habilitierenden liegt der weibliche Anteil bei nur 24,3 Prozent. Dies verdeutlicht: Gleichstellung muss systematisch gefördert werden, entsprechende Maßnahmen können sich laut BMBF auf den Wissenschaftsstandort Deutschland positiv auswirken.
Insbesondere sollen die Chancen für Frauen verbessert werden, sich in den zukunftsorientierten technischen oder naturwissenschaftlichen Berufen zu etablieren. Hier wirkt das BMBF auf verschiedenen Ebenen unterstützend ein und stellt in seiner Informationsbroschüre die jeweiligen Aktionen vor. Dazu gehören beispielsweise ein "Professorinnenprogramm", der "Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen" oder die "Nationale Kontaktstelle FiF-Frauen in der EU-Forschung".
Das Professorinnenprogramm verdeutlicht, wie wichtig die Chancengleichheit an deutschen Hochschulen für das Bildungssystem ist. Hochschulen, die mit einem vorbildlichen Gleichstellungskonzept überzeugen, können eine Förderung von maximal drei weiblichen Professuren beantragen. So wird einerseits der Frauenanteil in wissenschaftlichen Führungspositionen gestärkt, anderseits haben hochqualifizierte Frauen dadurch die Chance, sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermuntern. Ein wichtiges Projekt zur Umsetzung des Programms war die Gründung des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) des BMBF, das Fragen rund um das Thema Gelichstellung in den Bereichen Forschung und Lehre klärt.
Der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen fördert den Berufseinstieg von Frauen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gemeinsam führen wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen oder politische Institutionen kreative Aktionen durch, die einen ersten Einblick in die MINT-Berufe vermitteln. Daneben soll der Nationale Pakt Eltern und Lehrer ansprechen, die aktiv mit der Berufsplanung von Heranwachsenden konfrontiert sind. Die FiF-Kontaktstelle für Frauen in der EU-Forschung berät Frauen bei der Beantragung von EU-Forschungsgeldern, bietet Informationsveranstaltungen, die Möglichkeit zur Klärung organisatorischer Fragen und lädt zum Netze knüpfen ein. Weitere Informationen zu den Aktionen liefert die Broschüre "Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung".