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Im Rahmen der Studie "LBS-Kinderbarometer Deutschland" hat das ProKids-Institut der Softwareentwicklungs- und Beratungsgesellschaft PROSOZ Herten GmbH im Winter 2008/2009 bundesweit mehr als 10.000 Kinder im Alter zwischen neun und 14 Jahren befragt. Alle befragten Kinder hatten unterschiedliche familiäre oder gesellschaftliche Hintergründe, insgesamt beteiligten sich 611 Schulen an der Untersuchung. Das "LBS-Kinderbarometer Deutschland" wurde 1997 ins Leben gerufen und untersucht die Interessen, Wünsche und Lebenssituationen von Heranwachsenden. Das Kinderbarometer steht unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, Partner ist außerdem der Deutsche Kinderschutzbund.
Die aktuelle Studie zeigt, dass 78 Prozent der Befragten Freundschaften mit Gleichaltrigen pflegen, lediglich 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen suchen mehr den Kontakt zu älteren Freunden oder Freundinnen und 8 Prozent bevorzugen Freunde, die jünger sind. Die Jugendlichen wurden im Rahmen der Studie auch befragt, wie häufig sie Hilfe von Freunden bei Problemen mit Eltern, Geschwistern oder bei schulischen Schwierigkeiten in Anspruch nehmen: Bei Problemen mit Eltern können sich 22 Prozent der Befragten immer auf ihre Freunde verlassen, 18 Prozent verlassen sich dabei oft auf die Unterstützung der Freunde und 19 Prozent wenden sich manchmal zur Unterstützung an Freunde.
Die befragten Kinder wurden auch zum Lebensbereich "Schule" befragt: 50 Prozent sind der Auffassung, dass sie in der Schule oft gut klar kommen, 28 Prozent sagen, sie kämen immer gut zurecht und 17 Prozent sagen, sie fänden sich nur manchmal in der Schule zurecht. Bei der Frage, ob Lehrer Leistungen erwarten, von denen sich die Schüler überfordert fühlen, wurde nach Kindern mit Migrationshintergrund und ohne Migrationshintergrund unterschieden. 8 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund hat immer das Gefühl, die Leistungen nicht erbringen zu können, dieser Auffassung sind auch 4 Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund. 26 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund sagen zudem, sie fühlten sich manchmal überfordert, genauso wie 21 Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund.
Die Heranwachsenden wurden auch ausführlich zum Thema der Mediennutzung befragt. Die Untersuchung ergab, dass Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 14 Jahren sehr gut mit Medien ausgestattet sind: So war in 45 Prozent aller Familien der befragten Kinder ein Computer vorhanden und 52 Prozent der Familien besaßen einen Internetanschluss. Hingegen besaßen 36 Prozent der Kinder einen eigenen Computer und 45 Prozent der Kinder konnten eine Spielkonsole ihr eigen nennen. Je nach Alter besaßen die Befragten zunehmend eigene Computer. Während in der 4. Klasse schon 25 Prozent der Kinder einen eigenen Computer hatten, besaßen in der 5. Klasse 33 Prozent aller Kinder, in der 6. Klasse 40 Prozent der Kinder und in der 7. Klasse bereits 45 Prozent einen eigenen PC. Außerdem hatten in der 5. Klasse 19 Prozent der Kinder einen eigenen Internetzugang, genauso wie 31 Prozent der Kinder in der 7. Klasse
Bei der Frage nach der Häufigkeit der Nutzung von Spielkonsolen antworteten 43 Prozent, diese manchmal zu nutzen und 33 Prozent vertrieben sich oft mit Spielkonsolen die Zeit. Lediglich 2 Prozent nutzten nie eine Spielkonsole. Insgesamt scheint die Anwendung von Computerspielen keine Gemeinsamkeiten zu fördern oder gar Freundschaften zu festigen, denn 32 Prozent der Kinder spielen häufig mit anderen Kindern am Computer und nur 16 Prozent machen das oft und 4 Prozent immer. Die Kinder waren außerdem nicht der Meinung, dass ein Computerspiel ihren Horizont erweitern könnte: 31 Prozent der Befragten Kinder betrachten Computerspiele selten als Lernquelle und 32 Prozent nutzen die Spiele nie, um zu lernen und sich weiterzubilden. Die vollständige Studie "LBS-Kinderbarometer Deutschland" kann auf der Webseite des PROSOZ Herten ProKids-Institut aufgerufen werden.