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Kommission setzt neues Ziel für die Informationsgesellschaft: Kompetenz im Umgang mit neuen Medien

Quelle: Pressemeldung Europäische Kommission vom 20.08.09

Die Art und Weise, wie wir Medien nutzen, verändert sich, das Informationsangebot ist enorm und verlangt von uns mehr, als lesen, schreiben und mit einem Computer umgehen zu können. Die Europäische Kommission verwies heute darauf, dass Europäer, ob alt oder jung, Gefahr laufen, die Vorteile der heutigen High-tech-Informationsgesellschaft ungenutzt zu lassen, sofern nicht mehr getan wird, ihre Medienkompetenz so weit zu erhöhen, dass sie Bild, Ton und Text abrufen, auswerten und bewerten sowie traditionelle und neue Medien zur Kommunikation nutzen und Medieninhalte schaffen können. Die Kommission fordert die EU-Länder und die Medienbranche auf, sich stärker bewusst zu machen, welche Fülle von Medienbotschaften - Werbung, Filme oder Online-Inhalte - Menschen bewältigen müssen.

"Der interaktive Umgang mit Medien beinhaltet heutzutage sehr viel mehr, als an eine Zeitung zu schreiben. Medien, insbesondere die neuen digitalen Technologien, werden von immer mehr Europäern gemeinsam, interaktiv und kreativ genutzt. Die Verbraucher können heutzutage ihre eigenen Inhalte kreieren und durch Bearbeitung von fremden Inhalten Neues schaffen," so Viviane Reding, für die Informationsgesellschaft und Medien zuständiges Kommissionsmitglied. "Für Menschen, die die neuen Medien, etwa soziale Netze oder das digitale Fernsehen, nicht nutzen können, wird es schwierig, mit der Welt draußen zu interagieren und an ihr teilzuhaben. Wir müssen darauf achten, dass jeder über Medienkompetenz verfügt und keiner ausgeschlossen wird. Bürger werden jederzeit angesprochen - aber können sie darauf reagieren? Eine kompetente und kreative Nutzung der Medien wäre ein Schritt hin zu einer neuen Generation der demokratischen Partizipation."

Damit sie an der heutigen Informationsgesellschaft mitwirken können, müssen die Menschen verstehen, wie die verschiedenen - alten und neuen - Medien funktionieren. Deshalb hat die Europäische Kommission politische Leitlinien verabschiedet, mit der die EU-Länder und die Branche aufgefordert werden, die Medienkompetenz in ganz Europa durch Maßnahmen zu fördern, die den Menschen helfen, sämtliche Medien, mit denen sie konfrontiert werden - z. B. Film und Fernsehen, Hörfunk, Musik, Printmedien, das Internet und digitale Kommunikationstechnologien - , zu nutzen, zu verstehen und kritisch zu bewerten.

Schulungen für die Medienkompetenz könnten die Art und Weise verbessern, wie Bürger Suchmaschinen benutzen und Schulkindern zeigen, wie ein Film entsteht oder Werbung funktioniert. In einigen Ländern (so in Schweden, Irland und in Großbritannien) ist Medienkompetenz bereits Teil des Lehrplans. Über die kidSMART -Website können junge Menschen in Großbritannien lernen, wie sie Webseiten für soziales Networking sicher nutzen können. Auch wenn Bildung Sache der einzelnen Staaten ist, fordert die Kommission heute die EU-Länder auf, eine Diskussion darüber in Gang zu bringen, wie erreicht werden kann, dass die Medienkompetenz einen wichtigen Stellenwert in den Schulen einnimmt.

Menschen, die Medien nutzen, müssen sich der Risiken bewusst sein, die mit der Weitergabe ihrer persönlichen Daten verbunden sind. Je besser sie mit diesen Technologien umgehen können und je mehr sie darüber wissen, wie Online-Werbung funktioniert, umso besser können sie ihre Privatsphäre schützen. Menschen mit größerer Medienkompetenz sind auch stärker an ihrem kulturellen Erbe und neuesten europäischen kulturellen Arbeiten interessiert. Die veröffentlichte Empfehlung der Kommission zur Medienkompetenz kann abgerufen werden.

Aus dem Anfang diesen Monats veröffentlichten Kommissionsbericht über die digitale Wettbewerbsfähigkeit Europas geht hervor, dass 60 % der Europäer über digitale Kompetenz - ein wesentlicher Aspekt der Medienkompetenz - verfügen und damit immer sachkundiger mit dem Internet und Computern umgehen. 56 % aller Europäer sind mindestens einmal pro Woche online (verglichen mit 43 % 2005) und auch mehr Menschen benachteiligter Gruppen nutzen heute das Internet (siehe Anhang).

Auch Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau nutzen verstärkt das Internet. Ihr Anteil stieg von 53,5 % 2005 auf 62,5 % 2008 (gemessen an der Internetnutzung der Gesamtbevölkerung). Ebenso nutzen Arbeitslose zunehmend das Internet (ein Anstieg von 74,4 % 2005 auf 80,3 % 2008), der Anteil der Frauen, die das Internet nutzen, entspricht etwa dem der Gesamtbevölkerung der EU (ein Anstieg von 88,4 % 2005 auf 94,6 % 2008). Die Computer- und Internetkompetenzen von Frauen, Arbeitslosen und der über 55-Jährigen haben sich seit 2006 im Vergleich zur Gesamtbevölkerung um mindestens 3 % verbessert.

Obwohl Internetverbindungen, insbesondere der Breitbandzugang, erschwinglicher werden, gaben 24 % der Europäer, die über keinen Internetanschluss zu Hause verfügen, als Grund hierfür an, dass sie nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügten.

Hintergrund

Medienkompetenz ist die Fähigkeit, die Medien zu nutzen, die verschiedenen Aspekte der Medien und Medieninhalte zu verstehen und kritisch zu bewerten sowie selbst in vielfältigen Kontexten zu kommunizieren. Medienkompetenz betrifft alle Medien: Film und Fernsehen, Hörfunk und Musik, die Printmedien, das Internet und alle anderen digitalen Technologien.




Mehr erfahren Sie unter:
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1244&for mat=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

Im Angebot der SDC seit 21.08.09 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Medienkompetenz, Förderprogramme auf Ebene der EU, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein, Vernetzung und Kooperation, Medienpädagogische Konzepte, Medienpädagogische Projekte, Aktivitäten der EU-Organe




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