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Am zweiten Tag des IFG in Sharm el Sheikh standen die Themen Sicherheit, Offenheit und Privatsphäre sowie das Management kritischer Internetressourcen im Mittelpunkt.
Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 1. Tag des IGF.
Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 3. Tag des IGF.
Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 4. Tag des IGF.
Insgesamt 17 Workshops sowie Best Practices Foren und Treffen von Dynamic Coalitions fanden am zweiten Tag statt.
Bis zum zweiten Tag des IGF 2009 haben sich 1.800 Teilnehmer registriert, davon 600 Regierungsangehörige, 500 Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, 200 aus dem Bereich der Privatwirtschaft, 120 von internationalen Organisationen und 120 Pressevertreterinnen und -vertreter.
In der Hauptsession des Vormittags wurde der Übergang von Internet Protokoll IPv4 zu IPv6 diskutiert und die Entwicklung seit dem letzten IFG in Hyderabad im Dezember 2008 behandelt. Die Teilnehmer forderten einen schnelleren Übergang, bisher läuft nur 1 % des Internetverkehrs über IPv6. Mehr Kooperation im Hinblick auf technische Trainingsmaßnahmen für IPv6 sowie bessere Verbreitung von Informationen wurde gefordert. Die Rivalität der beiden involvierten Organisationen, ITU (International Telecommunication Union) und ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) im Hinblick auf die Knappheit der Adressen wurde ebenfalls thematisiert. Ein Vertreter der ITU betonte, dass die ITU keine Absichten habe, das zu tun, was ICANN besser könne, gleichzeitig erwarte ITU aber, dass sich ICANN nicht in die Zuständigkeitsbereiche der ITU einmenge. Bob Kahn, zusammen mit Vint Cerf einer der Internetpioniere und Entwickler des Internetprotokolls, unterstrich, dass das Internet kein geschlossenes System sei, das nur einen Weg zulasse. Gerade das Internet Governance Forum sei eine gute Plattform für Diskussionen und offenen Austausch.
Die Entscheidung von ICANN, einen Mechanismus für Domainnamen in Chinesisch, Koreanisch, Arabisch oder anderen Sprachen, die nicht-lateinische Schriftzeichen verwenden, zu entwickeln, wurde daher begrüßt.Während einer Pressekonferenz verkündeten der ägyptische Telekommunikationsminster Tarek Kamel, und ICANN CEO Rod Beckstrom, dass bisher sechs Länder Anträge für Domainnamen in drei verschiedenen Sprachen eingereicht haben; der Minister sagte, Ägypten habe den ersten rein Arabischen Domainnamen registriert.
In der Hauptsession am Nachmittag ging es dann um die praktischen Aspekte der Sicherstellung des Netzes sowie dessen offener Architektur. Diskutiert wurde, wie die Regulierung von Internetinhalten mit ethischen Prinzipien unter einen Hut zu bringen sei und welche Rolle der Schutz der Privatsphäre bei Cloud Computing spielen könne.
In diesem Zusammenhang wurden die gesetzlichen Regelungen und Ansätze zum Schutz der Privatsphäre aus verschiedenen Ländern und Regionen vorgestellt. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich rapide entwickelnden globalen Informationsgesellschaft wurde die Verantwortung der Privatwirtschaft für die Gewährleistung der Privatsphäre der Nutzer betont.
Die massive Ansammlung von Daten, die durch die fortschreitende Entwicklung des Internet und der dort verfügbaren Anwendungen entstehe, sei - ganz unabhängig von schlechten Absichten - per se eine Bedrohung der Privatsphäre.
Verschiedene Sprecher betonten, dass Sicherheit, Offenheit und Privatsphäre nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften, sondern vielmehr einander ergänzen und befördern könnten. Darüber hinaus müssten Aspekte wie die Prinzipien der Menschenrechte Berücksichtigung finden. Es liege in der Verantwortlichkeit der Nutzerinnen und Nutzer ebenso wie in der von Organisationen und von Entwicklern von Kommunikationstechnologien, aber auch in der Verantwortung der Staaten diese sicherzustellen. Das Recht der freien Meinungsäußerung sei ebenso ein individuelles wie ein gemeinsames Recht, welches auch das Recht umfasse, die eigenen Ideen, aber auch Kultur, Traditionen und Sprachen ohne Einschränkungen oder Zensur zum Ausdruck zu bringen. Das Recht auf Informationen und auf den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien gelte für alle Menschen gleichermaßen und dürfe nicht nur Privilegierten, die sich damit auskennen oder es sich leisten können, offen stehen.
Einer der Panelisten betonte, dass die Einschränkungen, die ein Staat unternehme, um Kinder zu schützen oder die nationale Sicherheit zu gewährleisten, in keinem Falle als Rechtfertigung für die Einschränkung der elektronischen Kommunikation dienen dürfe.
Themen wie Cybercrime and und die Bedrohung der Cybersecurity und die gemeinsame Verantwortung für diese Aufgaben wurden ebenfalls im Laufe der Nachmittagssessions behandelt.
Der Zugang zum Internet weltweit für Menschen mit Behinderungen war Gegenstand eines weiteren Workshops, in dem zum Beispiel von Arnoud van Wijk von der Foundation Real-Time Text Taskforce Real-Time Text als ein Angebot für gehörlose und schwerhörige Menschen propagiert wurde. Die so genannten Cybercrime Centres of Excellence for Training, Research and Education wurden als Maßnahme zur Qualifizierung von Strafverfolgungsbehörden vorgestellt. In anderen Workshops ging es darum, den Einfluss von Internet Governance auf nachhaltige Entwicklung zu messen und sich mit den Vorteilen, aber auch Risiken der Telemedizin auseinanderzusetzen.
Breite Aufmerksamkeit fand der Workshop, der sich - unter anderem von der DIPLO-Foundation organisiert - der Frage nach der Beteiligung und dem Einfluss von Jugendlichen auf Internet Governance Prozesse entwickelte. Im Hinblick auf die künftige Fortführung des IGF ist dies sicher eines der spannendsten Themen.
Ein weiterer Workshop war einem spezifischen Aspekt der Digitalen Integration gewidmet. Die Teilnehmer forderten, die Chancen zu nutzen und die Digitale Spaltung zu überwinden durch die Schaffung einer Plattform für den offenen Wissensaustausch (open knowledge environment - OKE), um innovative Forschung und Entwicklungen in allen Teilen der Welt zu ermöglichen.
Wie bereits am Sonntag ind er Eröffnungszeremonie angekündigt, wurden in einem Workshop mit Tim Berners-Lee die Kooperationsmöglichkeiten zwischen der neu gegründeten World Wide Web Foundation und anderen Organisationen erörtert. Die Stiftung Digitale Chancen und die Web Foundation vereinbarten den Austausch von Materialien und Trainingscurricula zur Förderung der Fähigkeit für einen sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet.
Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 1. Tag des IGF.
Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 3. Tag des IGF.
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