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IGF-18.11.2009: Bestandsaufnahme und Diskussion von sozialen Medien als Thema für das nächste IGF

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen
Quelle: eigener Bericht und Pressemitteilungen des IGF

Das Internet Governance Forum (IGF) endete am 18. November in Sharm el-Sheikh, Ägypten. Mit mehr als 1.800 Teilnehmer aus 112 Ländern verzeichnete das Forum 2009 die höchste Beteiligung seit der Begründung der Plattform in 2006.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 1. Tag des IGF.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 2. Tag des IGF.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 3. Tag des IGF.

Die Diskussionen in Sharm el-Sheikh drehten sich um die Verbesserung des Internetzugangs für alle, die Förderung lokaler Inhalte und kultureller Vielfalt, die Sicherung des Internets und den Kampf gegen Cyberkriminalität sowie die Verwaltung der Internetressourcen. Fragen, die durch das rapide Wachstum sozialer Medien aufgeworfen werden, wie der Schutz der Privatsphäre und der Umgang mit von den Nutzerinnen und Nutzern selbst geschaffenen Inhalten - so genannter user generated content -, die Wahrung des Urheberrechts und des Rechts auf freie Meinungsäußerung sowie der Umgang mit illegalen Inhalten beschäftigten die Teilnehmenden des Forums.

Das Forum war zunächst mit einem Mandat von fünf Jahren durch die Vereinten Nationen ins Leben gerufen worden, diese Periode endet in 2010. Es wurde daher am abschließenden Tag ausführlich die mögliche Verlängerung des Mandats erörtert. Sha Zukang, UN Under-Secretary-General for Economic and Social Affairs, der formale Konsultationen über den Wunsch nach der Fortsetzung des IGF geführt hatte, betonte die Notwendigkeit, eine fortwährende Debatte unter Berücksichtigung des zentralen Prinzips der Inklusivität zu allen Fragen der Regulierung und Gestaltung des Internet zu führen. Eine Dokumentation der Konsultationen wird dem Generalsekretär der UN vorgelegt werden, der diese dann der UN-Vollversammlung vorstellen wird.

Viele Rednerinnen und Redner betonten in der Bestandsaufnahme-Session die Nützlichkeit des IGF als eine Plattform des Dialogs, frei von den Zwängen eines Verhandlungsprozesses. Veränderungen wurden eher hinsichtlich der inhaltlichen Fokussierung des IGF gefordert: Internationale Politik, Teilnahme sich entwickelnder Länder, größere Transparenz, bessere Kommunikation und mehr Möglichkeiten zur Teilhabe ohne vor Ort zu sein sowie eine Datenbank für Best Practice Beispiele, die verbesserte Sichtbarkeit der Ergebnisse und ggf. die Möglichkeit der Erarbeitung von Empfehlungen wurden genannt. Viele Redner sprachen sich für eine Fortsetzung des Forums aus und betonten, dass es sinnvoll sei, den Multistakeholder-Dialog für den Austausch von Informationen und Erfahrungen zu führen ohne die Notwendigkeit, Entscheidungen treffen oder sichtbare Ergebnisse produzieren zu müssen. Andere Redner forderten mehr oder weniger umfassende Änderungen, ohne die Fortsetzung des IGF generell in Frage zu stellen. Die vorgeschlagenen Veränderungen reichen von kleinen Verbesserungen bis zu wesentlichen Änderungen des Verfahrens, die auch Entscheidungsprozesse auf Konsensbasis umfassen. Einigkeit herrschte darüber, dass das Mandat des IGF wiederum für einen Zeitraum von 5 Jahren verlängert werden sollte.

Am Vormittag des letzten Tages hatte die First Lady Ägyptens Suzanne Mubarak in einer zusätzlich auf die Agenda gesetzten Session, die Notwendigkeit von Kinder- und Jugendschutz im Internet betont. Sie hob die positiven Auswirkungen des Internet auf die gesellschaftliche Entwicklung hervor. Insbesondere junge Menschen könnten davon profitieren und als gleichberechtigte Partner dazu beitragen, die globalen Herausforderungen zu bewältigen. Die Technologie des Internet erlaube es, Toleranz, Respekt, Gerechtigkeit und Menschenrechte über nationale Grenzen hinweg zu vertreten und zu verbreiten. Um dies zu ermöglichen, müsse die Sicherheit in erster Linie durch Bildungsmaßnahmen und die Befähigung der Nutzerinnen und Nutzer zu einem kompetenten Umgang mit dem Medium gewährleistet werden.

In der für den Nachmittag angesetzten Diskussion über die Themen, die im nächsten Jahr fokussiert werden sollen, standen soziale Medien im Mittelpunkt. Unter soziale Medien werden im weitesten Sinne soziale Online-Netzwerke sowie alle anderen Anwendungen, die die Nutzer an der Gestaltung und Verbreitung der Inhalte beteiligen, verstanden. Diese erweiterten Möglichkeiten stellen neue Anforderungen an die Regulierung der Angebote, an deren Anbieter sowie an die Fähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzer. Insbesondere die Frage nach der Verantwortlichkeit und wie weit diese gemeinsam getragen werden kann oder in unterschiedliche Zuständigkeiten fällt, ist dabei zu beantworten. Dies betonte auch Jutta Croll als Vertreterin der UNESCO in der abschließenden Sitzung und hob hervor, dass die Nutzerinnen und Nutzer derzeit noch nicht genügend für die Herausforderungen vorbereitet seien. Dieses Problem gelte es, durch gemeinsame Anstrengungen insbesondere zur Förderung der Medienkompetenz und den chancengleichen Zugang zur Medienbildung zu bewältigen.

Das nächste Internet Governance Forum wird 14. bis zum to 17. September in Vilnius in Litauen stattfinden.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 1. Tag des IGF.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 2. Tag des IGF.

Lesen Sie hier die Berichterstattung vom 3. Tag des IGF.




Mehr erfahren Sie unter:
http://igf09.eg/

Im Angebot der SDC seit 21.11.09 (jcr)


IGF 2009 - Artikel

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Themenbereiche:
Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Internetregulierung, Internetpolitik




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