Bereich net.werker Bereich Experten Bereich Presse Bereich Einsteiger Bereich Experten
Logo der Stiftung Digitale Chancen
Über die Stiftung
Service für Experten
Schriftgrad ändern  
Schriftgrad 1Schriftgrad 2Schriftgrad 3
   Start    Suche News    Termine  Forum    Newsletter    Broschüren    Kontakt


Frauen > Artikel
Zugangsorte finden:
:   

  ::  detailliert suchen
  ::  Zugangsort melden

Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft gestartet

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 14.01.10

BMAS, BDA und DGB fördern Projekte zur beruflichen Chancengleichheit

Mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen - diese Idee steht hinter der neuen Bundesinitiative "Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft", einem Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) entwickelt wurde. Die gemeinsame Initiative soll dazu beitragen, die Beschäftigungssituation von Frauen in der Wirtschaft zu verbessern.

"Obwohl Frauen nicht schlechter qualifiziert sind, stehen sie in puncto Verdienst- und Karrierechancen viel zu häufig schlechter da als ihre männlichen Kollegen. Das muss sich ändern. Wir wollen die Berufschancen von Frauen deutlich verbessern - davon profitieren auch die Arbeitgeber", sagt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Tatsache ist: In Deutschland sind Frauen noch immer seltener berufstätig als Männer. Sie verdienen im Schnitt auch weniger und sind seltener in Führungspositionen.

  • Der gesamtwirtschaftliche Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern (Indikator "geschlechtsspezifischer Lohnunterschied") hat viele Gründe. Er hat sich zwischen 1995 und 2005 stets zwischen 12 und 23 Prozent bewegt. Deutschland nimmt damit in der EU einen der hinteren Rangplätze ein. Dies steht im Widerspruch zu erklärten Zielsetzungen der Bundesregierung. Im Fortschrittsbericht zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie (2008) hat sie sich zu dem Ziel bekannt, die Entgeltungleichheit bis 2010 auf 15 Prozent und bis 2015 auf zehn Prozent zu reduzieren.
  • Anteil Frauen an Führungspositionen: Dem DIW zufolge (DIW Wochenbericht Nr. 23/2009) waren im Jahr 2007 rund vier Millionen angestellte Führungskräfte in der Privatwirtschaft tätig. Der Frauenanteil lag hier - nach Schwankungen in den Vorjahren - bei 27 Prozent und stagnierte damit im Vergleich zu 2002.

Die Bundesinitiative soll Projekte von Unternehmen, Gewerkschaften, öffentlichen Institutionen, Bildungsträgern, Verbänden und Forschungseinrichtungen fördern. Diese sollen gezielt die Situation von erwerbstätigen Frauen verbessern. Jedes einzelne Projekt kann bis zu drei Jahre lang unterstützt werden. Ein Höchstförderbetrag ist dabei nicht festgelegt.

Die Bundesinitiative läuft bis Ende 2013 und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Insgesamt stehen 110 Millionen Euro zur Verfügung. Die Eckpunkte der Initiative und ihre Handlungsfelder sind in der ESF-Richtlinie zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft festgelegt.

Für die Förderung muss die geplante Maßnahme eines oder mehrere der folgenden Ziele verfolgen:

  • Eigenständige Existenzsicherung von Frauen,
  • gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen,
  • bessere Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung,
  • Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen
  • sowie eine bessere Work-Life-Balance.

"Die deutsche Wirtschaft setzt sich aktiv für die Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt ein. Schon im eigenen Interesse wirbt sie offensiv dafür, dass Frauen ihre Erwerbs- und Karrierechancen besser nutzen. Mit der Bundesinitiative werden die vielfältigen Initiativen von Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik gebündelt und weiter verstärkt." sagt Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes verdeutlicht: "Die Balance von Familie und Beruf, mehr Frauen in Führungsetagen und gleicher Lohn für gleiche Arbeit - das sind gewerkschaftliche Eckpfeiler der Gleichstellungspolitik. Umso mehr freut es mich, dass wir die Bundesinitiative für Frauen in der Wirtschaft heute gemeinsam mit Arbeitgebern und Bundesregierung anschieben können. Mit der Förderung zahlreicher konkreter Projekte haben wir in den nächsten vier Jahren alle Chancen, dem Ziel der beruflichen Chancengleichheit ein gutes Stück näherzukommen."

Die ersten elf Projekte wurden Anfang Dezember 2009 ausgewählt. Diese müssen zum Teil noch überarbeitet werden und können dann einen Antrag auf Förderung stellen, um die Arbeit voraussichtlich im Frühjahr zu beginnen. Darunter finden sich Projekte wie

  • Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH: Frauen Macht Erfolg - Frauen (auf dem Weg) in Führung
  • Wert.Arbeit GmbH Berlin - Gesellschaft für Arbeit, Chancengleichheit und Innovation: Gute Arbeit - für Frauen in der Hotel- und Gaststättenbranche
  • Bildungszentrum des hessischen Handels: Kooperative Arbeitszeitmodelle für den Handel
  • Robert Bosch GmbH: Business Women's Program

Eine Übersicht aller bisher ausgewählten Projekte finden Sie auf dem Portal "Europäische Sozialfonds für Deutschland" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Bewerbungen können - zunächst in Form einer Interessenbekundung - bei der Regiestelle "Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft" eingereicht werden. Der nächste Einsendeschluss ist der 29. Januar 2010. Die Auswahl der Projekte erfolgt dann in einem mehrstufigen Verfahren durch eine Steuerungsgruppe, die mit Vertreter/innen des DGB, BDA und BMAS besetzt ist.




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.bundesinitiative-gleichstellen.de/

Im Angebot der SDC seit 15.01.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Wirtschaftspolitik, Regierungsaktivitäten auf Bundesebene, Mediennutzung durch Frauen / Aktivitäten für Frauen, Projektmanagement, Arbeitswelt, Mediennutzung allgemein, Vernetzung und Kooperation




 Nach oben

Copyright 2012, SDC.