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Pew Internet & American Life Project veröffentlicht Studie zum Thema "Chronische Erkrankungen und das Internet"

Quelle: Pew Internet & American Life Project

Das Pew Internet & American Life Project ist ein Projekt der Non-Profitorganisation "Pew Research Center"und hat in Zusammenarbeit mit der California HealthCare Foundation eine Studie zum Thema "Chronische Erkrankungen und das Internet" veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden zwischen November und Dezember 2008 Telefoninterviews mit 2.253 Erwachsenen aus den USA durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Erwachsene mit chronischen Krankheiten sind in der Online-Welt überproportional häufig offline.

Die erhobenen Daten von Pew Internet Project und der California HealthCare Foundation zeigen außerdem, dass chronisch kranke Erwachsene signifikant weniger Zugang zum Internet haben als gesunde Erwachsene:

  • 81 % der Erwachsenen ohne chronische Krankheit sind online.
  • 62 % der Erwachsenen mit einer oder mehreren chronischen Krankheiten sind online.
  • Mehrfach erkrankte Menschen haben eher weniger Internetzugang:

  • 68 % der Erwachsenen mit einer chronischen Krankheit haben Internetzugang.
  • 52 % der Erwachsenen mit zwei oder mehr chronischen Krankheiten sind online.

Diese Ergebnisse entsprechen den allgemeinen Trends im öffentlichen Gesundheitswesen und der Technikaneignung. Unter Statistikgesichtspunkten sind chronische Krankheiten mit Alter, der Bevölkerungsgruppe der Afro-Amerikaner, geringer Bildung und geringem Einkommen verbunden. Im Gegensatz dazu ist die Internetnutzung verknüpft mit Jugend, Zugehörigkeit zur weißen Rasse, besserer Bildung und höherem Einkommen. Daher ist es nicht überraschend, dass chronisch Kranke in geringerem Umfang Internetzugang haben als andere Erwachsene. Wenn diese demographischen Faktoren jedoch unverändert bleiben, hat das Leben mit einer chronischen Krankheit einen davon unabhängigen, negativen Effekt auf die Wahrscheinlichkeit, Internetzugang zu haben.

Wenn man die Bevölkerung als Ganzes betrachtet, haben 51 % der chronisch kranken Erwachsenen nach einem der in der Erhebung genannten Gesundheitsthemen geschaut, z.B. nach Informationen über eine bestimmte Krankheit, ein bestimmtes medizinisches Verfahren, ein verschreibungspflichtiges oder frei verkäufliches Medikament oder über eine Krankenversicherung.

Im Vergleich nutzen 66 % der Erwachsenen ohne chronische Krankheit das Internet, um Informationen zu Gesundheitsthemen zu suchen.

Fehlender Internetzugang und nicht fehlendes Interesse an dem Thema ist der Hauptgrund für die Lücken. Wenn die demographischen Faktoren unverändert bleiben, ist es geringfügig wahrscheinlicher, dass Internetnutzer mit einer chronischen Krankheit auf Online-Gesundheitsinformationen zugreifen als andere Internetnutzer.

Gesundheitsexperten dominieren den Informationsmix.

Mehr als jede andere Gruppe bleiben chronisch Kranke mit den Offline-Quellen medizinischer Hilfe und Beratung verbunden:

  • 93 % der chronisch kranken Erwachsenen fragen einen medizinischen Fachmann nach Informationen oder Unterstützung bei medizinischen Themen.
  • 60 % fragen einen Freund oder einen Verwandten.
  • 56 % nutzen Bücher oder andere gedruckte Informationsmaterialien.
  • 44 % nutzen das Internet.
  • 38 % fragen ihren Versicherer.
  • 6 % nutzen eine andere, in der Liste nicht genannte Quelle.

Zum Vergleich: Erwachsene ohne chronische Krankheit wenden sich signifikant häufiger dem Internet als Quelle von Gesundheitsinformationen zu und weniger ihrem Versicherer.

Das soziale Leben im Bereich der Informationen über chronische Krankheiten ist jedoch stabil.

Interessanterweise gibt es zwei Aktivitäten, die bei Menschen mit chronischen Krankheiten auffallen: Bloggen und Online-Diskussionen über Gesundheitsthemen. Wenn andere demographische Faktoren konstant gehalten werden, ist es bei einem Internetnutzer mit einer chronischen Krankheit wahrscheinlicher, dass er an einem Blog arbeitet oder sich an einer Online-Diskussion, einem Listserver oder an einem Forum einer anderen Online-Gruppe beteiligt, die die Menschen bei persönlichen oder gesundheitlichen Problemen unterstützen.

Die Aufnahme solcher Aktivitäten ist insgesamt gering, aber diejenigen, die teilgenommen haben, loben die gefundenen Informationen. Eine Person schrieb zum Beispiel: Eine Online-Unterstützergruppe half mir dabei, mich über die Krankheit zu informieren und ermutigte mich, weil ich wusste, dass meine Symptome nicht eingebildet waren und unterstützte mich dabei, mich an ein Leben mit einer chronischen Krankheit anzupassen.' Ein anderer sagte: Ich lebe in einer kleinen Stadt. Da ist es hilfreich, das Internet nutzen zu können, um andere zu finden, die das gleiche haben wie ich.'

Das Leben mit einer chronischen Krankheit macht es, wenn man einmal online ist, wahrscheinlicher, Zugang zu nutzergenerierten Inhalten wie Blogposts, Krankenhausberichte, Arztberichte und Podcasts zu erhalten. Durch diese Ressourcen kann ein Internetnutzer tief in ein Gesundheitsthema eintauchen, wobei er das Internet als Kommunikationsmittel und nicht nur als Informationsbeschaffer nutzt.

Die Wirkung von Online-Gesundheitsinformationen könnte bei Menschen mit chronischer Krankheit verringert sein.

36 % der Erwachsenen mit einer chronischen Krankheit sagen, dass ihnen oder jemandem, den sie kennen, durch medizinische Beratung oder Information aus dem Internet geholfen wurde, was signifikant weniger ist als die 45 % der Erwachsenen ohne chronische Krankheit.

Sehr wenige Erwachsene - unabhängig von ihrem Gesundheitszustand - sagen, dass sie oder jemand, den sie kennen, durch das Befolgen von medizinischen Ratschlägen oder Informationen aus dem Internet geschädigt worden seien. 2 % der Erwachsenen mit chronischer Krankheit berichten von einer solchen Schädigung, verglichen mit 3 % der Erwachsenen ohne chronische Krankheit.

Auf die Frage, ob die Gesundheitsinformation, die sie bei ihrer letzten Online-Sitzung fanden, Auswirkungen auf ihre eigene Gesundheitspflege oder auf die Gesundheitspflege von anderen hatte, antworten Menschen mit chronischen Krankheiten häufiger mit ja als andere Internetnutzer.

Das Internet ist wie eine Geheimwaffe - wenn man Zugang dazu hat

Menschen mit chronischen Krankheiten haben insgesamt schlechte Karten. Sie sind überdurchschnittlich oft offline. Sie haben häufig komplizierte gesundheitliche Probleme, die auch nicht durch eine zusätzliche, sehr gute und vertrauenswürdige medizinische Beratung gelöst werden können.

Diejenigen aber, die online sind, haben eine Trumpfkarte. Sie haben einander. Diese Erhebung kommt zu dem Ergebnis, dass eine chronische Krankheit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Internetnutzer ihr Wissen mit anderen teilen. Sie graben Informationen aus wie Goldklumpen. Sie bloggen. Sie beteiligen sich an Online-Diskussionen. Und sie machen immer weiter.




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.pewinternet.org/Reports/2010/Chronic-Disease.aspx

Im Angebot der SDC seit 01.04.10 (yze)

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Themenbereiche:
Mediennutzung durch Menschen mit Behinderungen / Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen, Mediennutzung allgemein




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