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Viele Schlösser - ein Schlüssel: Multifunktionalität ist das Erfolgsrezept des neuen Personalausweises. Am 1. November wird das neue Ausweisdokument in Scheckkartenformat eingeführt. In Zukunft kann sich der Bürger mit der neuen Karte nicht nur ausweisen. Wer möchte, nutzt den neuen Personalausweis zusätzlich als sicheren Identitätsnachweis in der Online-Welt.
Die Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Cornelia Rogall-Grothe, betonte am 29. Juni im Rahmen des 4. Berliner Gesprächs des Münchner Kreises die Vielseitigkeit des neuen Ausweisdokuments."Das ist unsere Killerapplikation", sagte Rogall-Grothe vor rund 100 Experten aus der Verwaltung und Wissenschaft sowie Vertretern der Informations- und Kommunikationsbranche.
Zu Beginn ihrer Eröffnungsrede blickte die Staatssekretärin in die Vergangenheit: Vor rund 30 Jahren hätte niemand geahnt, dass der Personal Computer aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sein würde. Gleiches gelte für Mobiltelefone. "Auch der Einsatz des neuen Personalausweises wird in einigen Jahren eine Selbstverständlichkeit sein", prophezeite Rogall-Grothe. Mit dem neuen Dokument hätten die beiden Geräte vor allem eines gemeinsam: Sie sind - anders als ein Staubsauger oder ein Toaster - multifunktional einsetzbar. Das neue Ausweisdokument bietet neben der klassischen Ausweisfunktion in der realen Welt vielfältige Einsatzmöglichkeiten im World Wide Web. Ob beim Online-Banking oder beim digitalem Wareneinkauf: "Der Neue" dient auch als elektronischer Identitätsnachweis und ersetzt auf sichere Art und Weise die vielen Passwörter, Geheimnummern oder Zugangsdaten. Computer und Mobiltelefon hätten eine grundlegende gesellschaftliche Entwicklung angestoßen. Der Grund: Sie wurden nicht nur für einen Zweck entwickelt. Die Universalität der Anwendungen orientiere sich an gesellschaftlichen Trends. "Die jüngere Geschichte hat uns gelehrt, dass Informationstechnologie mit der gesellschaftlichen Entwicklung mitwächst. So, wie sich Bedürfnisse und Interessen wandeln, wandeln sich auch die Anwendungsszenarien in der Technologie", betonte die Staatssekretärin. Auch der neue Personalausweis erfülle dieses Kriterium der Offenheit und könne deshalb Schlüsseltechnologie der Zukunft sein.
Der verantwortliche Projektleiter im Bundesinnenministerium, Ministerialrat Andreas Reisen, informierte anschließend über den Stand der Einführung des neuen Ausweises. Daneben kamen zahlreiche Beteiligte aus der Industrie, Verwaltung und Verbänden zu Wort. Peter Schaar, der Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, attestierte dem neuen Ausweis insgesamt ein hohes Sicherheitsniveau. "Die datenschutzrechtlichen Aspekte hatten von Anfang an einen hohen Stellenwert", sagte Schaar. Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund bezeichnete den neuen Personalausweis als "Meilenstein für eine bürger- und serviceorientierte Verwaltung". Nun käme es darauf an, die Mitarbeiter in den 5300 Meldestellen im ganzen Land richtig auf die Ausstellung des neuen Ausweises vorzubereiten. "Über Deutschland liegt nicht nur Mehltau. Wir können mit den neuen Personalausweis etwas zeigen und bewegen - auch mit Blick auf den internationalen Wettbewerb", lobte Habbel die neue Technologie. Der Münchner Kreis ist eine gemeinnützige übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung. Er widmet sich der Erforschung, Errichtung und dem Betrieb von Kommunikationssystemen sowie deren Nutzung. Das vierte Berliner Gespräch bildete den Abschluss der Dialogreihe zum neuen Personalausweis.