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Der Deutsche Knigge-Rat setzt sich aus einem Expertenkreis von unabhängigen Mitgliedern zusammen und blickt zurück auf das prominente Gründungsmitglied Moritz Freiherr Knigge, ein Nachfahre des berühmten Adolph Freiherr Knigge. Aktuell hat der Deutsche Knigge-Rat auf seiner Webseite den "Social Media Knigge 2010" veröffentlicht und greift damit die aktuelle Diskussion um die Benimmregeln im Netz auf. Als "Social Media" werden Soziale Medien wie Blogs, Wikepedia oder Soziale Netzwerke bezeichnet. Eines der bekanntesten Sozialen Netzwerke ist derzeit Facebook mit etwa 500 Millionen Mitgliedern.
Onliner sollten sich einen Überblick darüber verschaffen, welches Netzwerk am geeignetsten für ihre Kontaktpflege sein könnte. Auswahlkriterien wie Kosten, Datenschutzbestimmungen, Popularität und Image des Netzwerks sollten dabei beachtet werden. Grundsätzlich sollten bei der Nutzung eines Sozialen Netzwerks berufliche und private Aktivitäten nicht miteinander vermischt werden.
Um Geschäftspartner oder Freunde nicht zu verwirren, sollten keine unwahren oder übertriebenen Geschichten zur Aufbesserung des eigenen Images verbreitet werden. Zudem sollte in einem Netzwerk auch nur jeweils ein Profil vorhanden sein.
Nutzer sollten sich vorher überlegen, welches Netzwerk für die Kontaktpflege mit Freunden geeignet ist und welches Netzwerk sich besser für Geschäftskontakte eignet. Doch auch hier gilt, nicht zu viele vertrauliche Informationen ins Netz zu stellen. Ausschweifende Partybilder verwirren potentielle Geschäftspartner, die Recherchen im Netz anstellen könnten.
Nutzer sollten in der Lage sein, ungewollte Kontaktanfragen freundlich aber bestimmt zurückzuweisen. Wichtig ist, sich gezielt ein virtuelles Netzwerk aufzubauen und gegebenenfalls auch den engen Kontakt mit Nutzern zu vermeiden, die ein schlechtes Licht auf das eigene Image werfen könnten.
Nutzer sollten darauf achten, ihre Freunde und Geschäftspartner nicht mit unnötigen Mitteilungen, Animationen oder Spielchen zu überfrachten. Die Kommunikation ist wichtiger, als vermeintlich lustige Inhalte zu verschicken.
Höflichkeitsregeln sollten auch bei der schriftlichen Netzkommunikation eingehalten werden. Dazu gehören insbesondere das Siezen mit Geschäftspartnern sowie eine höfliche Anrede und ein netter Abschiedsgruß.
Manche Einträge an der Pinnwand eines Sozialen Netzwerks können angreifend oder zweideutig wirken. Nutzer sollten sich nicht darauf einlassen, sondern die Schärfe aus der Situation nehmen und mit Humor reagieren.
Der Knigge-Rat sagt, dass Nutzer mindestens einmal pro Woche mit ihren Netzwerk-Partnern in Kontakt treten sollten. Auf diese Weise schlafen Kontakte nicht ein, sondern können sich langfristig fortsetzen.
Das Internet vergisst keine unangenehmen Einträge, keine peinlichen Fotos und keine privaten Details. Diese Informationen können immer wieder aufgerufen werden, auch wenn der Nutzer glaubt, alle Quellen gelöscht zu haben. Daher sollten Nutzer erst nachdenken, bevor sie etwas im Sozialen Netzwerk veröffentlichen.
In Sozialen Netzwerken können sich mitunter so genannte "Trolle" tummeln. Darunter werden Nutzer verstanden, die Unruhe stiften wollen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Der Knigge-Rat empfiehlt, solche Nutzer zu ignorieren und auch nicht in die Kontaktliste mit aufzunehmen.
Leichte Konversation ist auch im Internet wichtig. Die Nutzer sollten ihre Geschäftspartner durchaus auf spannende Filme, Bücher oder auch auf eigene Projekte hinweisen.
Auch im Netz sollten Nutzer sich die Frage stellen, wie sie auf andere wirken. Außerdem sollte darauf geachtet werden, nette Kontakte nicht zu verprellen. Dies kann schnell passieren, wenn sehr häufig auf die eigenen Produkte oder Projekte aufmerksam gemacht wird.