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ARD und ZDF Studie Massenkommunikation 2010 zeigt: Internet wird täglich 83 Minuten genutzt

Quelle: Pressemeldung Media Perspektiven 09. September 2010

Die ARD/ZDF-Medienkommission hat neue Ergebnisse ihrer Langzeitstudie "Massenkommunikation", die seit 1964 alle fünf Jahre durchgeführt wird, veröffentlicht: Für die aktuelle Untersuchung wurden in der Zeit von Januar bis März 2010 insgesamt 4503 Personen ab 14 Jahren per Telefon über ihr Medienverhalten und ihre Medieneinschätzung befragt.

Die Ergebnisse zeigen: Fernsehen und Radio bleiben trotz der rasanten Entwicklung des Internet die meist genutzten Medien. Sie machen im Jahr 2010 mit 220 beziehungsweise 187 Minuten pro Tag etwa zwei Drittel der gesamten Mediennutzungsdauer aus. Das Internet wird täglich 83 Minuten lang genutzt, 2005 waren es mit 44 Minuten etwas mehr als die Hälfte. Tageszeitung und Zeitschriften liegen 2010 bei 23 beziehungsweise sechs Minuten täglicher Nutzungsdauer. Stabil bleibt das Lesen von Büchern (2010: 22 Minuten). Bei der Analyse des täglichen Nutzungsverlaufs wird die Relevanz der Medien insgesamt für die Menschen deutlich: Zwischen 20.30 Uhr und 21.00 Uhr nutzen fast 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ein Medium. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen ist das Internet in der Zeit zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr das meistgenutzte Medium.

Insgesamt neun Stunden und 43 Minuten pro Tag nutzen die Menschen in Deutschland Medien. In der vorigen Welle 2005 hatte die Studie noch genau zehn Stunden Gesamtmediennutzung pro Tag ermittelt. Damit scheint das Zeitbudget für Mediennutzung jetzt Grenzen erreicht zu haben, nachdem es in allen Jahren zuvor expandiert hatte. Dies sind erste Ergebnisse aus der 10. Welle der Studie "Massenkommunikation".

ZDF-Intendant Markus Schächter ist Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission und äußert sich zu dem Vorurteil, Medien könnten sich gegenseitig verdrängen. So erklärt er: "Fernsehen ist und bleibt ein Leitmedium. Neun von zehn Menschen wollen auch in Zukunft Fernsehen in exzellenter Qualität im bestmöglichen technischen Standard. Das gilt für alle Altersgruppen und Bildungsschichten".

Der Aussage, ob Fernsehen auch in einem Zeithorizont von zehn Jahren seine Bedeutung behalten wird, stimmen 94 Prozent der Gesamtbevölkerung voll und ganz beziehungsweise weitgehend zu. Die Zustimmung ist fast genauso hoch (93 Prozent) bezüglich der Aussage, dass die Medien immer und überall verfügbar sein werden. Im Ranking ganz oben sehen die Menschen aber das klassische Fernsehen, wie es in den eigenen vier Wänden stattfindet: 95 Prozent der Menschen stimmen mit der Aussage überein, dass die Menschen auch "in Zukunft Wert darauf legen, Fernsehen zu Hause auf einem großen Bildschirm in guter Qualität zu genießen". Dies gilt gleichermaßen für alle Altersgruppen und Bildungsschichten.

Die Studie Massenkommunikation ermöglicht erstmals eine Differenzierung der Nutzungsdauer des Internet in mediale und nicht-mediale Bestandteile. Danach erreichen die Massenmedien Tageszeitung, Radio und Fernsehen täglich via Internet 28 Prozent der Erwachsenen. Auch wenn dies die wichtige Rolle des Internet für die Mediennutzung zeigt: Die nicht-mediale Nutzung des Internet für Kommunikation und Informationssuche (E-Mail, Suchmaschinen, Spiele oder E-Commerce etc.) überwiegt mit Tagesreichweiten von 43 Prozent bei allen Befragten. In der jungen Zielgruppe sieht dies schon etwas anders aus: Von ihnen nutzen 57 Prozent massenmediale Inhalte über das Internet - allerdings fällt die Nutzung für Kommunikations- und Informationszwecke mit 73 Prozent Tagesreichweite hier auch deutlich höher aus. Mit insgesamt 144 Minuten täglicher Nutzung bildet das Internet bei ihnen mit Fernsehen und Hörfunk das Spitzentrio in der Mediennutzung.

"Internet macht Spaß" - bei den Jüngeren liegt dieses Nutzungsmotiv im Ranking mit 94 Prozent vor allen anderen Nutzungsmotiven des Internet. Fernsehen und Radio bleiben für die Gesamtbevölkerung die Medien, für die es ein sehr breites Spektrum an Nutzungsmotivationen gibt. Im Systemvergleich zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk bleibt die Informationsfunktion, die Vermittlung nützlicher Alltagserfahrung und der Anstoß zum Denken eine eindeutige Domäne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dies gilt gleichermaßen für die Gesamtbevölkerung wie auch für die jüngere Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen.




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.media-perspektiven.de/pressemitteilung_mk_2010.html#c19967

Im Angebot der SDC seit 10.09.10 (yze)

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Themenbereiche:
Mediennutzung allgemein, Öffentlichkeitsarbeit, Medienpädagogische Konzepte, Internet




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