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Die MEDIENTAGE MÜNCHEN fanden in diesem Jahr vom 13. bis 15. Oktober 2010 statt, die Veranstalter waren unter anderem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die ARD, die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte sowie die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und Microsoft Deutschland. Der Kongress der MEDIENTAGE beinhaltete Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops zu den Themenbereichen Fernsehen, Hörfunk, Internet, Print und Medienpolitik, Werbung, Film, Journalismus und Medienausbildung. Die Veranstaltung wurde am 13. Oktober 2010 mit dem Mediengipfel zum Thema "Wert(e) der Medien in der digitalen Welt" gegen 10.00 Uhr eröffnet. Die Moderation hatte Helmut Markwort (Herausgeber FOCUS, München), die Eröffnungsrede erfolgte durch Horst Seehofer (Ministerpräsident des Freistaates Bayern). Hort Seehofer hatte sich zum Auftakt der MEDIENTAGE MÜNCHEN laut Pressemeldung gegen die sogenannte Kulturflatrate und gegen staatliche Pressesubventionen und für ein Leistungsschutzrecht ausgesprochen. Zur Debatte über das Projekt Google Street View sagte der bayerische Ministerpräsident, er habe "großes Verständnis für die Protestierenden und das Gefühl der Ohnmacht angesichts der Marktmacht der beteiligten Unternehmen". Aufgabe der Politik sei es seiner Meinung nach, im Sinne der Bürger "ein Gegengewicht zu diesen internationalen Großunternehmen" zu schaffen.
Ebenfalls am 13. Oktober 2010 fand gegen 14.00 Uhr ein Panel zum Thema "Content-Fabrik oder Content-Manufaktur- Erfolgsaussichten neuer publizistischer Geschäftsmodelle" statt. Die Keynote-Rede wurde von Alexander von Reibnitz (Geschäftsführer Digitale Medien und Neue Geschäftsfelder, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Berlin) gehalten. An der Podiumsdiskussion nahmen unter anderem Julia Jäkel (Verlagsgeschäftsführerin G+J Exclusive & Living, Gruner + Jahr, Hamburg), Stefan Winners (CEO TOMORROW FOCUS, München), Waltraut von Mengden (Geschäftsführerin MVG Medien Verlagsgesellschaft, München, Vorstandsmitglied VDZ) und Dr. Andreas Siefke (Geschäftsführer HOFFMANN UND CAMPE VERLAG, Hamburg) teil. Bei dieser Experten-Diskussion zeigt sich, dass journalistische Kompetenz weiterhin die Basis im Verlagsgeschäft darstellt. Prognostiziert wird, dass der klassische Print-Sektor das Kerngeschäft bleibt und Online- und Mobile-Media-Geschäftsfelder an Bedeutung gewinnen. Nach Expertenansicht bleibt auch die Kombination der Bereiche Print und Online weiterhin im Trend. Daher sollten Verlage noch flexibler werden und weiter diversifizieren. An der Wettbewerbssituation werde sich weder im Print- noch im Online-Sektor viel verändern, lautete das Fazit der Diskussion.
Am 14. Oktober 2010 fand gegen 14.00 Uhr ein Panel zum Thema "Mein Inhalt - Dein Geschäftsmodell? Schützt das Urheberrecht noch Kreativität und Programmvielfalt?" statt. Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren unter anderem Dr. Michael Kühn, (Justitiariat, NORDDEUTSCHER RUNDFUNK, Hamburg), Dr. Till Steffen (Senator und Präses, Justizbehörde, Freie und Hansestadt Hamburg) und Prof. Dr. Christian Berger (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Urheberrecht, Universität Leipzig). Conrad Albert (General Councel, ProSiebenSat.1 Media, Unterföhring) erklärte in der Keynote-Rede, dass derzeit ein unzureichender Schutz geistigen Eigentums herrsche. Der Hintergrund: Angesichts der wachsenden Piraterie im Internet bräuchten die Anbieter eine Handhabe. Vor allem Nutzer mit Sitz im Ausland seien kaum zu belangen. Außerdem forderte Conrad Albert, dass EU- und Nicht-EU-Anbieter gleichgestellt werden sollten und dass das Unrechtsbewusstsein junger Nutzer geschärft werden solle. Dr. Michael Kühn ergänzte, dass eine Überarbeitung des Urheberrechts nötig sei, denn die öffentlich-rechtlichen Sender würden vor ähnlichen Herausforderungen wie die privaten Sender stehen. So dürfte derzeit Filmmaterial der ARD von vor 1995 nicht online ausgewertet werden.
Am letzten Tag der Veranstaltung wurde ab 14.00 Uhr ein Panel zum Thema "Wer postet und twittert durch Nacht und Wind?" angeboten. An der Podiumsdiskussion beteiligten sich Oke Göttlich (Geschäftsführer finetunes, Hamburg), Oliver Scheffert (Projektmanager CONRAD CAINE Media Applications, München), Stefanie Waehlert (Geschäftsführerin Lokalisten Media, München) und Nico Wilhelm (Product Manager GLM Music, München). Moderiert wurde die Veranstaltung von Renzo Wellinger (Redaktion "Musikmarkt & Musikmarkt LIVE!", München). Die Ergebnisse der Diskussion ergaben, dass die Möglichkeiten der Fan-Kommunikation mit Hilfe von Social-Media-Diensten durch die Unterhaltungsbranche in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken. Oliver Scheffert vertrat beispielsweise die Auffassung, dass es mit einer Fangruppe bei einem sozialen Netzwerk wie Facebook noch lange nicht getan sei. Erfolgreiche Nutzung sozialer Netzwerke zeichne sich seiner Meinung nach durch Interaktion, nicht nur durch Kommunikation aus. Renzo Wellinger betonte daher in seiner Rede die Vorzüge des Web 2.0 für die Unterhaltungsbranche und bezeichnete soziale Netzwerke als Formen der "modernen Mundpropaganda".