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Die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" hat in Kooperation mit der Plattform schülerVZ eine Online-Umfrage zum Thema "Medien in der Schule" durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 6176 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 19 Jahren zwischen Juli und August 2010 an der Untersuchung. Die Ergebnisse sind deutlich: 90 Prozent der Befragten aus dem gesamten Bundesgebiet wünschen sich, dass Medien im Unterricht eine größere Rolle spielen. "Bislang hat Medienbildung in der Schule keinen festen Platz" fasst Prof. Dr. Niesyto, Sprecher der Initiative "Keine Bildung ohne Medien!", zusammen. "Wir brauchen aber Schulen, in denen Mädchen und Jungen ihre Erfahrungen mit Medien einbringen können und Anregungen für einen kreativen und kritischen Umgang mit Medien erhalten."
Jugendliche wünschen sich eine Schule, in der Medien ein selbstverständlicher Bestandteil sind. Nicht nur, weil Schule mit Medien mehr Spaß macht, sondern weil Medien zu ihrem Alltag gehören und sie sich eine berufliche Zukunft ohne umfassende Medienkompetenz kaum mehr vorstellen können. Die Befragten sprechen sich für eine starke Verankerung von Medien in der Schule aus: 90 Prozent sind dafür, dass Medien im Unterricht eine größere Rolle spielen, 77 Prozent in Projekttagen und 56 Prozent in Nachmittags-AGs. 71 Prozent der Mädchen und Jungen stimmen der Aussage zu, dass es ein eigenes Schulfach "Medien" geben sollte. Vor allem jüngere und männliche Befragte aus Haupt- und Realschulen wünschen sich eine größere Berücksichtigung von Medien im Schulunterricht.
Wichtig ist den Jugendlichen, dass ihre Erfahrungen mit Medien in der Schule ernst genommen werden und sie sich mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten einbringen können. Sie wollen aktiv mit Medien arbeiten und sehen in Medien eine Unterstützung und Erweiterung des klassischen Unterrichts. Vor allem das Internet ist ihnen eine unverzichtbare, schnelle und flexible Informationsquelle.
Sichtbar wird auch ihr Bedarf an Orientierung und Reflexion. Wie geht man "richtig" mit Medien um? Welche Risiken und Gefahren gibt es, zum Beispiel beim Umgang mit privaten Daten oder beim Thema Cyber-Mobbing? Von ihren Lehrern erwarten die Jugendlichen Handlungsempfehlungen und konkrete Unterstützung. Ob die Lehrpersonen auf diese Aufgabe vorbereitet sind, ist aus Sicht vieler Schülerinnen und Schüler fraglich: 56 Prozent von ihnen sind der Ansicht, dass ihre Lehrer wenig oder nichts von ihrem Medienalltag wissen. Gefragt nach den Gründen geben 86 Prozent an, dass Lehrkräften eigene Erfahrungen mit (neuen) Medien fehlen, 74 Prozent sind der Meinung, dass es ihnen an Interesse für Medien mangelt.
"In den Antworten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehen wir eine Bestätigung dafür, mit Nachdruck für eine umfassende Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung an Schulen und in allen Bildungsbereichen einzutreten" resümiert Professor Niesyto. Eine vordingliche Aufgabe sei es, eine medienpädagogische Grundbildung für alle Pädagogik-Studierende in der Hochschulausbildung verbindlich zu verankern. Dies ist eine der zentralen Forderungen des Medienpädagogischen Manifests der Initiative "Keine Bildung ohne Medien!", das von medienpädagogischen Einrichtungen in Deutschland im März 2009 veröffentlicht wurde.
In dem Manifest wird eine Diskrepanz zwischen allgemeinen bildungspolitischen Proklamationen zur Förderung von Medienkompetenz und einer fehlenden breiten und nachhaltigen Medienbildung in nahezu allen Bildungsbereichen festgestellt. So hatte die CDU/CSU/FDP-Bundesregierung in ihrer Koalitionsvereinbarung angekündigt, dass sie die Lehrerausbildung an deutschen Hochschulen stärken möchte: "Der Erhöhung der Medienkompetenz kommt dabei eine besondere Rolle zu". Auf entsprechende Maßnahmen wird seither vergeblich gewartet.
Die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" plant einen bundesweiten Medienkongress, der vom 24. bis 25. März 2011 an der TU Berlin stattfinden wird. Auf diesem Kongress soll mit Spitzenvertretern aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und anderen Bereichen über Maßnahmen zu einer breitenwirksamen und nachhaltigen Förderung von Medienkompetenz diskutiert werden.