Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat aktuell zehn Tipps veröffentlicht, mit deren Hilfe sich gefälschte Rezensionen in Online-Shops und Diskussionsforen, auf Blogs und Bewertungs- sowie Preisvergleichsportalen aufdecken lassen. Der Hintergrund: Gerade bei der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken, einem neuen Fernseher oder Notebook lassen Nutzer sich oft von der Meinung anderer Onliner inspirieren.
Die Leitlinien für sicheres Online-Shopping im Social Web:
- Ausreichend viele Empfehlungen
Nutzer sollten sich einen Überblick darüber verschaffen, wie viele Empfehlungen zu einem Produkt bereits abgegeben wurden. Zehn bis fünfzehn Aussagen zu einem bestimmten Produkt machen die Aussagen tatsächlich vertrauenswürdig.
- Aktualität der Empfehlungen
Onliner sollten bei Bewertungen von Produkten auch auf die Aktualität der Beiträge achten. Handys, Spielekonsolen oder andere technische Produkte können sehr schnell veralten und nicht mehr dem neuesten Standard entsprechen.
- Negative Bewertungen sind auch interessant
Negative Aussagen von Produkten können helfen, eine realistische Kaufentscheidung zu treffen. Die Nachteile eines Produktes sorgen dann bei der Erstbenutzung auch nicht für unangenehme Überraschungen.
- Schlechte Empfehlungen müssen nicht schlecht sein!
Bei Negativbewertungen eines Produktes sollten Orts-, Zeit- und Kontextbezug berücksichtigt werden. Nur weil manche Nutzer die Details eines Produktes negativ bewerten, muss nicht das komplette Produkt schlecht sein.
- Gefälschte Empfehlungen erkennen
Die meisten hippen Produkte werden regelmäßig in den Medien gerühmt. Wenn ein unauffälliges Produkt allerdings in Online-Shops ständig nur positiv bewertet wird, sollten Nutzer vorsichtig sein. Das gilt insbesondere, wenn der Online-Shop auch Einfluss auf die Inhalte der Bewertungen hat.
- Vorsicht bei Formulierungen
Nicht alle Nutzer, die Kommentare zu Produkten abgeben, haben den gleichen Stil. Gefälschte Empfehlungen sind oft daran zu erkennen, dass die Beiträge im selben sprachlichen Stil formuliert wurden oder die gleichen Rechtschreib- und Kommafehler erhalten.
- Bei unklaren Formulierungen den "Google-Test" machen
Wenn Nutzern bestimmte Produktbewertungen an Hand der Formulierungen komisch vorkommen, sollten sie den "Google-Test" machen: Die Beträge werden kopiert und in die Suchmaske von Google eingegeben. Der Nutzer kann dann an Hand der Google-Auflistung recherchieren, ob es sich bei den Formulierungen um Standartbewertungen handelt, die in verschiedenen Online-Shops vorkommen.
- Empfehlungen der Shops prüfen
Online sollten so genannte "Recommender" sorgfältig prüfen. Darunter werden Produktempfehlungen verstanden, die beispielsweise mit der Phrase "andere Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch" oder mit der Aussage "ähnliche verfügbare Artikel, für die Sie sich interessieren könnten" eingeleitet werden. Der Hintergrund: Shops wollen mit diesen Empfehlungen oft ihren Gewinn steigern.
- Verschiedene Informationsquellen verwenden
Onliner sollten sich vor dem Kauf eines Produktes im Netz die Mühe machen, Bewertungen zu diesem Produkt an verschiedenen Orten im Netz zu recherchieren. Wenn das Produkt in bestimmten Blogs oder Online-Shops ähnlich bewertet wird, kann dies ein positives Zeichen für die Richtigkeit sein.
- Vorsicht bei versteckten Kosten
Onliner, die auf der Jagd nach Schnäppchen sind, sollten bedenken: Nur weil ein Produkt auf den ersten Blick günstig erscheint, muss es das nicht unbedingt sein. Manchmal gibt es erhebliche Preisunterschiede bei den Online-Shops im Hinblick auf Versand- oder Rückgabekosten. Preisempfehlungen von Preissuchmaschinen sollten daher zunächst skeptisch betrachtet werden.