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Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest hat in Kooperation mit dem Südwestrundfunk (SWR) die JIM-Studie 2010 veröffentlicht. Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird seit 1998 durchgeführt. Zur Datenerhebung der aktuellen Untersuchung wurden im Frühsommer 2010 insgesamt 1.208 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland befragt. Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Die Medienausstattung der Haushalte, in denen die Jugendlichen leben, ist sehr hoch: Geräte wie Handys und Computer beziehungsweise Laptops sind in 100 Prozent aller Haushalte vorhanden. 98 Prozent der Haushalte haben einen Internetzugang und in 23 Prozent der Haushalte werden Smartphones oder iPhones genutzt.
Die meisten Haushalte besitzen die digitalen technischen Geräte gleich mehrmals, denn im Durchschnitt verfügt ein deutscher Haushalt über 4,0 Handys, 2,7 Computer und 2,4 Fernseher. Die Studie hat auch den Gerätebesitz der heranwachsenden Jungen und Mädchen untersucht: 98 Prozent der befragten Mädchen und 96 Prozent der befragten Jungen haben ein Handy in ihrem Besitz. Außerdem verfügen 77 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen über einen Computer oder Laptop. Internetzugang haben 53 Prozent der weiblichen Nutzer und 51 Prozent der männlichen Nutzer. Die Jugendlichen wurden auch zur Wichtigkeit der jeweiligen Mediennutzung befragt: 92 Prozent der Mädchen und 90 Prozent der Jungen ist es sehr wichtig, Musik zu hören. Außerdem möchten 87 Prozent der Mädchen und 86 Prozent der Jungen nicht darauf verzichten, das Internet zu nutzen. Für 86 Prozent der Mädchen und 75 Prozent der Jungen ist auch das Handy sehr wichtig im Alltag.
Insgesamt besitzen 79 Prozent der befragten Jugendlichen einen eigenen Computer und 52 Prozent der 12- bis 19-jährigen Teenager verfügen über persönlichen Internetzugang. Bei den verschiedenen Altersgruppen zeigt sich jedoch: In der Gruppe der 12- bis 13-Jährigen haben 65 Prozent einen Computer in ihrem persönlichen Besitz und 41 Prozent können ihren eigenen Netzanschluss nutzen. Außerdem besitzen 78 Prozent der 14- bis 15-Jährigen einen Computer und 48 Prozent in dieser Altersgruppe haben Internetzugang. In der Gruppe der 16- bis 17-Jährigen haben 84 Prozent einen Computer in ihrem Zimmer stehen und 54 Prozent können jederzeit mit ihrem eigenen Anschluss online gehen. Beim Bildungsgrad der Jugendlichen wird deutlich: 70 Prozent der Hauptschüler haben einen eigenen Computer und 46 Prozent von ihnen haben Internetanschluss. Zum Vergleich: Bei den Gymnasiasten haben 80 Prozent einen eigenen Rechner und 54 Prozent nutzen den eigenen Internetzugang.
Die aktuelle JIM-Studie hat auch die Nutzungsfrequenz des Internet von 2003 bis 2010 analysiert: Im Jahre 2004 waren 54 Prozent der Jugendlichen jeden Tag beziehungsweise mehrmals pro Woche online und sechs Prozent von ihnen waren nur einmal im Monat im Netz. Im Jahre 2006 waren 77 Prozent der Jugendlichen jeden Tag im Internet und drei Prozent sind einmal im Monat online gegangen. Im Jahre 2010 gehen 91 Prozent der Heranwachsenden jeden Tag beziehungsweise mehrmals pro Woche ins Netz und ein Prozent surfen einmal im Monat im Netz. Die aktuellen Daten zeigen: 46 Prozent der Jungen und Mädchen verbringen ihre Zeit im Internet mit Kommunikation. 23 Prozent und nutzen außerdem das Netz zur Unterhaltung, dazu gehören Angebote wie Musik, Videos oder Bilder. 17 Prozent der Teenager sind im Internet auf der Suche nach Informationen.
Die Untersuchung hat auch beleuchtet, welche Gefahren und Probleme die Heranwachsenden für sich selbst im Internet erkennen: 40 Prozent der Mädchen und 49 Prozent der Jungen haben Angst vor Abzocke und Betrug. 29 Prozent der weiblichen Nutzer und 55 Prozent der männlichen Nutzer machen sich Gedanken über einen möglichen Virenbefall ihres Computers. 31 Prozent der weiblichen Jugendlichen und 20 Prozent der männlichen Jugendlichen fürchten sich vor Cybermobbing. Die Jugendlichen haben auch Strategien für sich entwickelt, um sich vor Gefahren und Problemen im Netz zu schützen. So haben sich 25 Prozent der Befragten dazu entschlossen, nichts oder wenig von sich preiszugeben. 26 Prozent der Studienteilnehmer haben eine Firewall oder ein Virenschutzprogramm installiert und neun Prozent der jungen Surfer pflegen keinen Kontakt mit fremden Personen.
Die JIM-Studie 2010 ist beim Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest als Download erhältlich.