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Im vergangenen Jahrzehnt gelang es den EU-Ländern, ihre Bildungssysteme in den Kernbereichen zu verbessern, doch erreichten sie nur eine der fünf Benchmarks, die für 2010 festgelegt wurden - dies geht aus dem Fortschrittsbericht "Progress towards the common European objectives in education and training" (2010/2011) für die allgemeine und berufliche Bildung hervor, den die Europäische Kommission heute vorgelegt hat. Seit 2000 ist die Anzahl der Absolventen mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Fächer in der EU um 37 Prozent gestiegen. Das angestrebte Ziel von 15 Prozent wurde damit problemlos übertroffen. In anderen Bereichen wurden zwar erhebliche, aber dennoch zu geringe Fortschritte erzielt: So verließen weniger Schüler die Schule vorzeitig, mehr Schüler beendeten die Sekundarstufe II, Lese- und Schreibfähigkeiten wurden verbessert, mehr Erwachsene bildeten sich allgemein oder beruflich weiter.Die Senkung der Schulabbrecher-Quote auf unter 10 Prozent und die Erhöhung des Anteils der Hochschulabsolventen auf mindestens 40 Prozent ist Teil der Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und Wachstum.
Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend: "Erfreulicherweise ist das Bildungsniveau in Europa erheblich gestiegen. Heute beenden mehr junge Leute als vor zehn Jahren die Sekundarstufe beziehungsweise schließen eine Hochschulausbildung ab. Allerdings ist der Schulabbruch weiterhin ein Problem, das einen von sieben Jugendlichen in der Europäischen Union betrifft. Jeder fünfte Schüler kann zudem mit 15 Jahren immer noch nicht gut lesen. Daher gehören die allgemeine und die berufliche Bildung zu den Kernzielen von Europa 2020. Wir brauchen weitere Anstrengungen seitens der Mitgliedstaaten, damit wir die gemeinsamen europäischen Ziele erreichen."
Die Kommissarin fordert die Mitgliedstaaten eindringlich auf, den Bildungshaushalt trotz der schwierigen Situation aufgrund der Wirtschaftkrise nicht zu kürzen. "Bildungsausgaben sind eine gute Investition in Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum und zahlen sich langfristig aus. In Zeiten angespannter Haushaltslagen müssen wir aber auch sicherstellen, dass Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden", fügte sie hinzu.
Im Jahr 2009 haben sich die EU-Bildungsminister auf fünf Benchmarks im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung geeinigt, die bis 2020 erreicht werden sollen:
Die Europäische Kommission hat in ihrem jährlichen Bericht zu Indikatoren und Benchmarks die Leistung der Mitgliedstaaten im Hinblick auf diese Ziele gemessen. Gleichzeitig überprüfte sie die Ergebnisse der Länder bei den Benchmarks, die für 2010 vereinbart worden waren.
Wichtigste Ergebnisse
Nächste Schritte
In den kommenden Wochen werden die Mitgliedstaaten ihre nationalen Reformprogramme der Europäischen Kommission übermitteln, in denen sie nationale Ziele zur Senkung der Schulabbruchquote und zur Erhöhung der Anzahl der Hochschulabsolventen festlegen und erläutern, wie sie ihre Ziele erreichen möchten. Die Europäische Kommission wird in naher Zukunft die vorgeschlagenen neuen Benchmarks zur Beschäftigungsfähigkeit und zur Mobilität zu Lernzwecken vorlegen.