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EU-Bildungsbericht: Trotz guter Fortschritte mehr Anstrengungen erforderlich

Quelle: PM Europäische Kommission vom 19.04.11

Im vergangenen Jahrzehnt gelang es den EU-Ländern, ihre Bildungssysteme in den Kernbereichen zu verbessern, doch erreichten sie nur eine der fünf Benchmarks, die für 2010 festgelegt wurden - dies geht aus dem Fortschrittsbericht "Progress towards the common European objectives in education and training" (2010/2011) für die allgemeine und berufliche Bildung hervor, den die Europäische Kommission heute vorgelegt hat. Seit 2000 ist die Anzahl der Absolventen mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Fächer in der EU um 37 Prozent gestiegen. Das angestrebte Ziel von 15 Prozent wurde damit problemlos übertroffen. In anderen Bereichen wurden zwar erhebliche, aber dennoch zu geringe Fortschritte erzielt: So verließen weniger Schüler die Schule vorzeitig, mehr Schüler beendeten die Sekundarstufe II, Lese- und Schreibfähigkeiten wurden verbessert, mehr Erwachsene bildeten sich allgemein oder beruflich weiter.Die Senkung der Schulabbrecher-Quote auf unter 10 Prozent und die Erhöhung des Anteils der Hochschulabsolventen auf mindestens 40 Prozent ist Teil der Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und Wachstum.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend: "Erfreulicherweise ist das Bildungsniveau in Europa erheblich gestiegen. Heute beenden mehr junge Leute als vor zehn Jahren die Sekundarstufe beziehungsweise schließen eine Hochschulausbildung ab. Allerdings ist der Schulabbruch weiterhin ein Problem, das einen von sieben Jugendlichen in der Europäischen Union betrifft. Jeder fünfte Schüler kann zudem mit 15 Jahren immer noch nicht gut lesen. Daher gehören die allgemeine und die berufliche Bildung zu den Kernzielen von Europa 2020. Wir brauchen weitere Anstrengungen seitens der Mitgliedstaaten, damit wir die gemeinsamen europäischen Ziele erreichen."

Die Kommissarin fordert die Mitgliedstaaten eindringlich auf, den Bildungshaushalt trotz der schwierigen Situation aufgrund der Wirtschaftkrise nicht zu kürzen. "Bildungsausgaben sind eine gute Investition in Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum und zahlen sich langfristig aus. In Zeiten angespannter Haushaltslagen müssen wir aber auch sicherstellen, dass Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden", fügte sie hinzu.

Fünf Bildungsbenchmarks für 2020

Im Jahr 2009 haben sich die EU-Bildungsminister auf fünf Benchmarks im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung geeinigt, die bis 2020 erreicht werden sollen:

  • Der Anteil frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgänger sollte weniger als 10 Prozent betragen (bei einer aktuellen Quote von 14,4 Prozent würde dies mindestens 1,7 Millionen weniger Schulabbrecher bedeuten).
  • Der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit einem Hochschulabschluss sollte mindestens 40 Prozent betragen (bei einer aktuellen Quote von 32,3 Prozent wären dies 2,6 Millionen zusätzliche Absolventen).
  • Mindestens 95 Prozent der Kinder im Alter zwischen vier Jahren und dem Beginn des Pflichtschulalters sollten an der frühkindlichen Bildung teilhaben (derzeit 92,3 Prozent, über 250 000 Kinder mehr würden beim Erreichen des Ziels eine Vorschulbildung erhalten).
  • Der Anteil der 15-Jährigen mit unzureichenden Fähigkeiten in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sollte weniger als 15 Prozent betragen (aktuell etwa 20 Prozent für diese drei zusammen, das wären 250 000 weniger Schüler mit schlechten Leistungen).
  • Im Durchschnitt sollten mindestens 15 Prozent der Erwachsenen (Altersgruppe 25 bis 64 Jahre) am lebenslangen Lernen teilnehmen (aktuell beträgt der Anteil 9,3 Prozent, beim Erreichen des Ziels wären dies 15 Millionen Erwachsene mehr in der allgemeinen und beruflichen Bildung).

Jährlicher Fortschrittsbericht zu Benchmarks

Die Europäische Kommission hat in ihrem jährlichen Bericht zu Indikatoren und Benchmarks die Leistung der Mitgliedstaaten im Hinblick auf diese Ziele gemessen. Gleichzeitig überprüfte sie die Ergebnisse der Länder bei den Benchmarks, die für 2010 vereinbart worden waren.

Wichtigste Ergebnisse

  • Benchmarks für 2020: Auch wenn es für genaue Vorhersagen zu früh ist, kann angesichts vergangener Entwicklungen davon ausgegangen werden, dass die Benchmarks für 2020 im Großen und Ganzen erreicht werden können, vorausgesetzt, die Mitgliedstaaten messen ihnen weiterhin eine hohe Bedeutung bei und investieren effizient in allgemeine und berufliche Bildung. Dies gilt insbesondere für die zwei Bildungskernziele zu Schulabbrechern und Hochschulabsolventen.
  • Benchmarks für 2010: Trotz der erzielten Fortschritte ist es den EU-Ländern nur gelungen, eines der Ziele zu erreichen, nämlich die Anzahl der Absolventen mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Fächer zu erhöhen. (Vollständige Daten für 2010 werden zu Beginn des nächsten Jahres vorliegen).
  • Teilnahme und Schulerfolg: Seit 2000 hat die allgemeine Bildungsteilnahme sowie das Qualifikationsniveau der Erwachsenen zugenommen. Außerdem ist der Anteil von Kindern in der Vorschulbildung gestiegen.
  • Erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen weiterhin in Leistung und in Fächerwahl. So übertreffen Mädchen die Jungen im Bereich der Lesekompetenz, und die Jungen stellen die Mehrzahl der Schulabbrecher. Mehr Männer als Frauen schließen zudem ein Hochschulstudium in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern ab.

Nächste Schritte

In den kommenden Wochen werden die Mitgliedstaaten ihre nationalen Reformprogramme der Europäischen Kommission übermitteln, in denen sie nationale Ziele zur Senkung der Schulabbruchquote und zur Erhöhung der Anzahl der Hochschulabsolventen festlegen und erläutern, wie sie ihre Ziele erreichen möchten. Die Europäische Kommission wird in naher Zukunft die vorgeschlagenen neuen Benchmarks zur Beschäftigungsfähigkeit und zur Mobilität zu Lernzwecken vorlegen.




Mehr erfahren Sie unter:
http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/9906_de.htm

Im Angebot der SDC seit 19.04.11 (yze)

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Internationale Aspekte, Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Erwachsenenbildung, Mediennutzung allgemein, Aktivitäten der EU-Organe



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