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Das Unternehmen TNS Infratest hat im Auftrag von Microsoft Deutschland die Studie "Datenschutz im Internet 2011" veröffentlicht. Zur Datenerhebung wurden zwischen April und Mai 2011 insgesamt 1.137 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland rund um das Thema Datenschutz befragt. Die Ergebnisse zeigen: Zwei Drittel der deutschen Internetnutzer wünschen sich klarere Datenschutzbestimmungen. Jeder Zweite befürwortet ein einheitliches Datenschutzsiegel. Zudem sehen sich 51 Prozent der Deutschen beim Schutz der persönlichen Daten selbst in der Pflicht.
Eine weitere Kernaussage: Onliner haben in puncto Medienkompetenz Nachholbedarf. Besonders die unter 30-Jährigen gehen vielfach unbedarft mit ihren Daten im Netz um, knapp jeder Fünfte der internetaffinen Altersgruppe hat beispielsweise keinerlei Bedenken bei der Eingabe seiner persönlichen Daten in sozialen Netzwerken. "Nicht nur Unternehmen sind für die Sicherheit und den Schutz von Nutzerdaten verantwortlich. Diese Verantwortung beginnt bereits bei den Nutzern selbst, die oft zu unvorsichtig persönliche Daten preisgeben", so Prof. Dr. Jo Groebel (Direktor des Deutschen Digital-Instituts). Dabei wünschen sich die Deutschen eine größere Transparenz und Klarheit bei den Datenschutzbestimmungen der Anbieter. 61 Prozent der Befragten sind unzufrieden mit den aktuellen Bestimmungen vieler Online-Anbieter und fordern transparentere Informationen über die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung ihrer Daten.
Jeder zweite Nutzer (49 Prozent) wünscht sich einfachere Kontrollmöglichkeiten für persönliche Daten im Internet. Insbesondere die Weitergabe an Dritte sollte ihrer Meinung nach ganz einfach auszuschließen sein (65 Prozent). Für einen besseren Datenschutz sollen vor allem einheitliche Warnsignale sorgen. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) fordert ein allgemeines Datenschutzsiegel, das von einer unabhängigen Institution verliehen und überwacht wird. Weniger den Staat als vielmehr den Nutzer sehen die Deutschen der Studie zufolge als wichtigsten Akteur für ihren persönlichen Datenschutz: Jeder Zweite (51 Prozent) schreibt sich demnach die größte Verantwortung beim Thema zu. Allerdings resigniert knapp ein Drittel der deutschen Internetnutzer bereits vor den umfangreichen Datenbestimmungen der Online-Anbieter und liest diese aus Zeitgründen nicht.
Auch mit Datensicherheitsaspekten gehen die Deutschen immer unbedarfter um. Obwohl insgesamt die Sorge der Deutschen vor Datenmissbrauch zunimmt, schützen sich die Befragten immer weniger selbst. Jeder Fünfte führt kein regelmäßiges Update des Virenprogramms durch. Jeder Vierte hat keine Firewall auf seinem Rechner installiert. Und fast ein Drittel öffnet Mails von unbekannten Absendern. Insgesamt zeigt die Studie, die erstmals 2009 durchgeführt wurde, einen stetigen Rückgang bei angewandten Sicherheitsmaßnahmen der Nutzer.
Generell muss die Bekanntheit technischer Datenschutzlösungen verbessert werden. "Verbraucher sollten unbedingt die technischen Möglichkeiten nutzen, die von der Internet- und Softwareindustrie zur Verfügung gestellt werden", so Dr. Severin Löffler (Senior Director Legal and Corporate Affairs Microsoft Deutschland). Das Problem dabei: Die technischen Datenschutzlösungen sind längst nicht jedem Internetnutzer bekannt. Lediglich 39 Prozent verwenden Datenschutz-Software. Das Gleiche gilt für Phishing-Filter: Nur 60 Prozent kennen die Schutzmöglichkeit vor Attacken aus dem Netz, und nur 49 Prozent setzen sie ein.
Eine deutliche Mehrheit der befragten Internetnutzer sieht den Gesetzgeber bei Datenschutzthemen zukünftig stärker in der Pflicht (71 Prozent). Dabei wünschen sich die Deutschen von der Politik klarere Datenschutz-Gesetze (64 Prozent), obwohl sie generell die bisherigen Datenschutzanstrengungen in Deutschland als ausreichend empfinden.