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Jeder vierte europäische Haushalt bezieht seinen Internet-, Telefon- und Fernsehanschluss als Komplettpaket aus einer Hand, dies geht aus einer neuen Eurobarometer-Umfrage hervor. Weiter ergab die Umfrage, dass 65 Prozent der Mobilfunknutzer ihre Anrufe aus Kostengründen beschränken und dass Anrufe über das Internet immer beliebter werden. Die Umfrage zur elektronischen Kommunikation in Privathaushalten (E-Communications Haushaltsumfrage) wurde vom 9. Februar bis 8. März 2011 durchgeführt. Befragt wurden 27. 000 Haushalte, die eine repräsentative Stichprobe der EU-Bevölkerung darstellen.
Ein Viertel der Umfrageteilnehmer ist der Ansicht, dass ihre Download/Upload- Geschwindigkeit im Internet nicht den Bedingungen des Vertrags entspricht, den sie abgeschlossen haben. Auf dieses Problem wurde auch schon in der Mitteilung der Kommission zur Netzneutralität hingewiesen. Jeder Dritte gab an, bereits einen Abbruch seiner Internetverbindung erlebt zu haben. Nach den seit 25. Mai 2011 geltenden EU-Vorschriften müssen Diensteanbieter ihre Kunden vollständig und genau über die Mindestqualität der Internetdienste, die tatsächlich erreichten Geschwindigkeiten und deren mögliche Beschränkungen informieren. Die Kommission untersucht daher gegenwärtig die Breitbandgeschwindigkeiten und andere Fragen der Transparenz und der Dienstqualität.
Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: "Die Verbraucher sagen uns laut und deutlich, dass sie die Internetgeschwindigkeiten und die Dienstqualität, die ihnen versprochen wurden, nicht bekommen. Die nationalen Behörden müssen daher geeignete Maßnahmen treffen, damit die Anbieter den neuen EU-Vorschriften nachkommen, die sie zur Transparenz in Bezug auf Geschwindigkeit und Dienstqualität verpflichten. Sollte das nicht ausreichen, so werde ich nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise in Form von verbindlicheren Vorgaben oder sogar Rechtsvorschriften, falls notwendig."
Wie außerdem aus der Umfrage hervorgeht, haben die EU-Bürger Datenschutzbedenken. So gaben 88 Prozent der Befragten an, dass sie informiert werden möchten, wenn ihre vom Telekom-Betreiber erfassten personenbezogenen Daten verloren gehen, gestohlen werden oder anderweitig verändert werden. Laut der EU-Vorschriften, die seit dem 25. Mai 2011 gelten, müssen die Telekommunikationsbetreiber und Internet-Diensteanbieter robuste Sicherheitsmaßnahmen treffen, um die Namen, E-Mail-Adressen und Bankverbindungen ihrer Kunden zu schützen. Dies gilt ebenso für alle Daten, die Telefonanrufe und Internetbesuche betreffen. Außerdem müssen die Betreiber bei einer Verletzung des Datenschutzes oder bei Verlust oder Diebstahl personenbezogener Daten die Datenschutzbehörden und ihre Kunden unverzüglich informieren.
Weitere Ergebnisse der Umfrage sind:
Die Kommission hat das Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) gebeten, eine umfassende Untersuchung in Bezug auf Hindernisse beim Anbieterwechsel, das Sperren oder Drosseln des Internet-Datenverkehrs (unter anderem bei VoIP-Diensten), Transparenz und Dienstqualität durchzuführen. Sie wird die im Zuge der GEREK-Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse Ende 2011 veröffentlichen und auf mögliche Fälle von Sperrung oder Drosselung bestimmter Arten des Datenverkehrs eingehen. Darüber hinaus führt die Kommission eine Untersuchung zum Vergleich der beworbenen und tatsächlichen Geschwindigkeiten durch. Entsprechende Daten werden Ende 2011 vorliegen. Die vollständige Umfrage ist auf der Webseite der Europäischen Kommission erhältlich.