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Jambo, Jambo - Sechstes Internet Governance Forum am 27. September 2011 in Nairobi, Kenia eröffnet

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen
Quelle: eigener Bericht vom 27.09.11

Kenianische Tanzgruppe bei der Eröffnung des IGF 2011

Das Internet als Katalysator der Veränderung: Zugang, Entwicklung, Freiheiten und Innovation

Mit kenianischen Trommelklängen und Tänzen wurde am Dienstagnachmittag das sechste Internet Governance Forum in Nairobi eröffnet. 1.150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 140 Ländern sind zu der Veranstaltung angemeldet, weitere 1.000 Menschen nehmen zusätzlich über Online-Kanäle teil und bringen so ihre Positionen in die Diskussionen des IGF ein. Ein Blick in die Teilnehmerlisten zeigt den Erfolg des Multistakeholderansatzes.

Vertreterinnen und Vertreter der Jugendmedienschutz-Szene hatten sich bereits am Montag zu einem Pre-Conference Meeting sowie am Dienstagvormittag bei einem Auftakt-Workshop der Dynamic Coalition for Child Online Safety zusammengefunden. Die starke Resonanz von Teilnehmenden aus aller Welt unterstrich einmal mehr die hohe Priorität, die dem Thema Kinder- und Jugendmedienschutz im Rahmen des IGF beigemessen wird. Verglichen mit dem Gründungstreffen der Dynamic Coalition 2007 in Rio de Janeiro war diesmal eine erfreuliche große Zahl und Vielfalt von Stakeholdern aus den Bereichen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis vertreten.

Als Ergebnis der lebhaften Diskussion ist festzuhalten, dass künftige Strategien für den Jugendmedienschutz zwei wesentliche Herausforderungen adressieren müssen: einerseits das sich schnell verändernde Nutzerverhalten von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Social Media und andererseits die wachsende Bedeutung der Mobilfunknetze und rasant steigende Nutzung von Mobiltelefonen als Internetzugangsgerät.

Eine Vertreterin der Kenia Helpline berichtete, dass Kinder und Jugendliche in Kenia nahezu ausschließlich über das Mobiltelefon online gehen, insbesondere die Nutzung von Sozialen Netzwerken sei weit verbreitet. Die Eltern und andere erwachsene Ansprechpartner seien weder mit der Technik noch mit den Inhalten vertraut. Mit dieser Aussage korrespondieren die von Natascha Jackson vorgestellten Ergebnisse der GSMA-Studie Children's Use of Mobile Phones. Diese belegen, dass zum Beispiel in Indien, Ägypten und Paraguay Kinder und Jugendliche häufiger ein Smartphone nutzen als ihre Eltern. Sie sind besser mit den Funktionalitäten von Mobiltelefonen vertraut, gehen andererseits aber auch vorsichtiger als bisher angenommen mit den Möglichkeiten um und nutzen Passwörter und Privatsphäreeinstellungen bei Sozialen Netzwerken, um sich zu schützen. Die Studie steht zum Download zur Verfügung unter Link zur Studie Children's Use of Mobile Phones .

In der Opening Session am Dienstagnachmittag standen als Kernthema des 2011er Internet Governance Forum die positiven Veränderungen, die durch das Internet bewirkt werden können, im Vordergrund. Digitale Spaltung innerhalb von Gesellschaften und zwischen den verschiedenen Ländern ist weiterhin die Realität, und Zugang zu Breitband-Internet ist nicht überall in gleichem Maße verfügbar. Das Potenzial des Internet für wirtschaftliche Entwicklung und Innovation wird daher bisher nicht in vollem Umfang genutzt. Digitale Integration, d. h. die Sicherstellung des Zugangs zum Internet und die Befähigung zum Umgang damit bleibt eine vordringliche Aufgabe für alle Stakeholder. Hier sind insbesondere benachteiligte Gruppen zu berücksichtigen, die nicht nur in geringerem Umfang über Zugangsmöglichkeiten verfügen, sondern auch in stärkerem Maße Risiken der Online-Welt ausgesetzt sind. Dies betonte in einer von Nominet, der britischen Domain-Verwaltung, organisierten Workshop die Vorsitzende des kenianischen Organisationskomitees des IGF, Alice Munyua, und verwies auf die zunehmende Gewalt gegenüber Frauen im Internet.

Alice Munyua, Vorsitzende des kenianischen Organisationskomitees des IGF

Die hohen Mobilfunkpenetrationsraten insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent bringen ein enormes Potenzial für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung mit sich. Dieses kann im Sinne des Mottos des diesjährigen IGF aber nur genutzt werden, wenn gleichzeitig Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz und die Wahrnehmung der Verantwortung der Plattformbetreiber vorangetrieben werden. Thomas Stelzer, Assistant Secretary-General für Policy Co-ordination and Inter-Agency Affairs der Vereinten Nationen brachte dies mit der Formulierung auf den Punkt: "Digital Literacy is a key element for ensuring better information leading to a more inclusive society."

Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda argumentierte in die gleiche Richtung und unterstrich in ihrem Grußwort an die IGF-Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Die Menschen werden sich in der Online-Welt nur bewegen, wenn sie Vertrauen haben."




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.intgovforum.org/cms/

Im Angebot der SDC seit 28.09.11 (jcr)

Internet Governance Forum 2011


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Themenbereiche:
Internationale Aspekte, Informationsfreiheit, Jugendschutz, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Internetregulierung




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