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Aktion 2002 von 'Brot für alle' zum Thema Kommunikation

kirchlichen Hilfswerken in der Schweiz

Eine Hand säubert ein Ohr mit einem Wattestäbchen

"Nicht der Zugang zu den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT's) hat für die Menschen im senegalesischen oder indischen Dorf vorrangige Bedeutung, sondern die Nahrungsmittelsicherung." Wir kennen diese ebenso markigen wie wohlgemeinten Sätze. Ihrer scheinbaren Logik wegen merken wir gar nicht mehr, dass solch kurzschlüssigen Phrasen mithelfen, die auf unserem Planeten real existierende Zweiklassengesellschaft zu zementieren. Tatsache nämlich ist: Unzählige Menschen im Süden fechten einen täglichen Kampf ums Überleben aus. Die Sicherstellung der Nahrung ist ein Teil davon. Wer überdies keinen Zugang zu möglicherweise wichtigen Informationen und zu Kommunikationsmitteln hat, mit denen auf den Notstand aufmerksam gemacht werden kann, wird noch ärmer. Wir dagegen haben genügend zu essen und viele Möglichkeiten, um uns zu informieren und uns mitzuteilen. Dass wir über beides verfügen, macht einen Teil unseres Wohlstandes aus. Die Gleichung "Zuerst die Nahrung und dann die Kommunikation" geht nicht auf. Fehlender oder unzureichender Zugang zu Informationen oder Kommunikationsmitteln ist Teil der Armut wie der Hunger eben auch. Der Ausdruck "information poor" - Informations-Arme - für die von Informationen und Kommunikationsmedien abgekoppelten Menschen ist deshalb bezeichnend. Und der Begriff "digitaler Graben" weist auf die Kluft zwischen den Informations-Reichen und den Informations-Armen hin. Dass der digitale Graben einmal mehr zwischen Norden und Süden verläuft, ist kein Zufall, sondern Spiegelbild der herrschenden Machtverhältnisse, beziehungsweise der wirtschaftlichen und politischen Interessen. Die Aktion "Viele Stimmen - eine Welt" soll ein Beitrag zur Überbrückung des digitalen Grabens leisten. Sie möchte insbesondere auch darauf hinweisen, was ein Zugang zu den modernen Kommunikationstechnologien gerade für die Menschen in Entwicklungsländern bedeuten kann. Lesen Sie die neu gestaltete Agenda. Besuchen Sie eine Veranstaltung in Ihrer Kirchgemeinde und nehmen Sie am Tischset-Wettbewerb teil. Verschaffen Sie sich im Einkaufszentrum Zeit, einen Halt beim Riesenohr einzuschalten, um etwas von der weiten Welt via Kopfhörer mitzubekommen. Oder lauschen Sie der Musik aus verschiedenen Kontinenten auf der eigens hergestellten CD. Unterschreiben Sie die Aufforderung an den Bundesrat, die Medien und Telekommunikations-Firmen, auf die verschiedenen Stimmen der Welt zu hören und auf eine würdige, allen Menschen dienende Kommunikation hin zu wirken.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.vielestimmen.ch/index.html

Im Angebot der SDC seit 24.02.02 (tsc)

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