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AWA 2002 - Medienkonsum in der Bevölkerung nimmt zu
Quelle: Mediendatensüdwest vom 15.07.02
Trotz Werbeflaute und sinkender Werbeeinnahmen können sich die meisten Medien über mangelnden Publikumszuspruch nicht beklagen. Wie die Ergebnisse der gerade veröffentlichten Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA) 2002 zeigen, steigt der Medienkonsum der Deutschen weiter an, werden sowohl Printmedien als auch das Fernsehen und inbesondere das Internet stärker genutzt als noch vor einem Jahr.
Printmedien
Unter den Printmedien konnten vor allem Kundenzeitschriften, Kaufzeitungen und überregionale Abo-Tageszeitungen ihre Reichweite erhöhen. Ihre Leserschaft stieg um fünf, 3,4 und 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Geringfügige Reichweitenverluste (-0,1 Prozent) mussten hingegen die regionalen Abo-Tageszeitungen hinnehmen. Bei den über 30-Jährigen hat sich der Reichweitenrückgang in diesem Segment in den letzten Jahren allerdings spürbar verlangsamt, während er sich in der jüngeren Generation der 14- bis 30-Jährigen nahezu ungebremst fortsetzte. Im Zeitschriftensegment konnten vor allem Magazine zum Zeitgeschehen (Focus, Spiegel, Stern), 14tägliche Programmzeitschriften oder Computer/Internet-Zeitschriften im Vergleich zum Vorjahr Leser hinzu gewinnen. Nach unten zeigte die Reichweitenentwicklung bei den wöchentlichen TV-Programmzeitschriften und bei den Wirtschafts- und
Börsentiteln.
Fernsehnutzung
Die AWA 2002 registriert 59,2 Millionen Seher pro Tag. Dies entspricht einer Vergrößerung des TV-Publikums um 1,5 Prozent an einem durchschnittlichen Tag. Dabei nutzen die Zuschauer eine immer größere Anzahl an Sendern. Nach den Ergebnissen der AWA 2002 schalten 46,7 Mio. Bundesbürger ab 14 Jahren mindestens einmal pro Tag ein öffentlich-rechtliches Fernsehprogramm ein, 39,8 Mio. nutzen an einem Durchschnittstag RTL, SAT.1 oder ProSieben, und 28,7 Mio. wählen das Programm von Kabel 1, RTL II, Vox, MTV, Viva, DSF oder n-tv.
Internet
Laut AWA nutzten im Durchschnitt des Erhebungszeitraums (Februar 2001 bis April 2002) 34,7 Prozent der Deutschen das Internet zumindest selten. Gegenüber dem Erhebungszeitraum der AWA 2001 hat sich die Zahl der Internetnutzer um 6,13 Millionen erhöht. Während sich der Nutzerkreis des Internets weiter vergrößert, hat sich das aktuelle Potential leicht verringert. Nach der AWA 2001 planten 13,5 Prozent der Bevölkerung, sich in absehbarer Zeit einen Internetzugang zu beschaffen, in der aktuellen AWA liegt der Wert bei 12,9 Prozent. Nach wie vor sind die Internetnutzung und die Internetplanung stark altersgebunden. Ingesamt ist jedoch eine intensivere Nutzung des Online-Mediums festzustellen. Gut ein Viertel der Bevölkerung zählt heute zu den regelmäßigen Internetnutzern mit einer Nutzungsfrequenz von mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, 13 Prozent nutzen das Medium täglich, 7 Prozent sogar mehrmals täglich.
Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) ist eine Mehrthemenumfrage über Konsumgewohnheiten und Mediennutzung. Durchgeführt wird sie seit 44 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Verlagen und TV-Sendern. Die AWA stützt sich auf rund 21.500 Interviews, die bundesweit mündlich-persönlich mit Personen ab 14 Jahren geführt werden.
Im Angebot der SDC seit 18.07.02 (jcr)
Institut für Demoskopie Allensbach
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