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Die Welt rückt näher

Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung (NSNE)
Quelle: www.novartisstiftung.com

Ländliche Entwicklung braucht mehr als eine produktive Landwirtschaft Ein Großteil der Menschen in Ländern der südlichen Hemisphäre lebt noch immer in ländlichen Gegenden. Vielfach konzentrieren sich Fördermaßnahmen für diese Bevölkerungsgruppen auf den landwirtschaftlichen Produktionsbereich: verbessertes Saatgut sowie angepasste Anbaumethoden werden entwickelt und die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und deren Schutz werden gestärkt, um eine Produktionssteigerung zu erzielen. Ebenso führt man im Rahmen von Programmen integrierter ländlicher Entwicklung Basisgesundheitsdienste und Grundbildung ein. Doch es zeigt sich mehr und mehr, dass vor allem die wachsende Gruppe der jungen Menschen nicht mehr allein von der Landwirtschaft leben kann und möchte, sondern nach anderen Erwerbsmöglichkeiten strebt. Außerdem suchen sie nach attraktiven Lebensräumen: neben Basisdienstleistungen haben sie auch das Bedürfnis, an die Welt »angeschlossen« zu sein, »modernen« Berufen nachzugehen und ein vielseitigeres Leben zu führen. All diese Gründe führen dazu, dass viele junge Menschen in die Städte abwandern und so die Urbanisierung unaufhaltsam voranschreitet. Daher muss eine ernsthaft betriebene Strategie der ländlichen Entwicklung, die der Landflucht Einhalt gebieten will, mehr beinhalten als Förderung der Landwirtschaft. Informationstechnologien bieten neue Entwicklungsperspektiven Die Initiative Sarvodayas und unserer Stiftung möchte an diesem Punkt ansetzen: Die Einrichtung von Telezentren mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien wie Computern, Internet- und E-Mail-Zugang sowie Telefon und Fax soll den Bewohnern ländlicher Gemeinden, insbesondere Jugendlichen, Frauen und Arbeitslosen, neue Perspektiven eröffnen. Zum einen können sie den Umgang mit diesen Technologien erproben und sich so wichtige berufsrelevante Kenntnisse, aber auch zusätzliches Allgemeinwissen aneignen. Zum anderen könnten durch die nationale und globale Anbindung per Internet neue Beschäftigungsmöglichkeiten erschlossen werden. Stellenangebote können gebündelt und zugänglich gemacht werden, ob für die Region oder landesweit. Des Weiteren ergeben sich Nutzungsmöglichkeiten sowohl für die Zivilgesellschaft als auch den privaten Sektor: Gruppen, Vereinigungen und Nicht-Regierungsorganisationen können sich besser vernetzen, Kommunikation und Kooperation werden so auf nationaler Ebene erleichtert. Zudem ist es denkbar, ihnen sektorbezogenes Wissen zu Umwelt, Bildung oder Gesundheit bereit zu stellen, um z.B. Entwicklungsmaßnahmen besser planen zu können. Lokale Klein- und mittelständische Unternehmen könnten sich über Internet und web-sites neue Märkte erschließen, die über die Gemeinde hinausgehen. Das Angebot muss bedürfnisorientiert sein Grundgedanke wie bei allen anderen Initiativen Sarvodayas im Rahmen dörflicher Entwicklung ist, die Verantwortung und Führung der Telezentren in die Hände der Gemeinde zu geben. Das impliziert nicht nur, dass lokales Personal ausgebildet werden muss und die Telezentren nach einer gewissen Zeit operationell und finanziell selbsttragend sein sollten. Auch inhaltlich soll die Gemeinde auf partizipativem Wege bestimmen, was sie an Wissen und Informationen anbieten möchte. Dabei kann lokales Wissen zusammengetragen werden, gleichzeitig soll Wissen zu wichtigen Bereichen wie Gesundheitsinformationen, Fernbildung oder e-commerce auf lokaler Sprache zugänglich gemacht werden. Es geht folglich im Sinne des capacity und institution building darum, auch die Handlungsfähigkeit der ländlichen Bevölkerung in Zeiten der fortschreitenden Globalisierung aufrecht zu erhalten. Dies kann aber nur gewährleistet werden, wenn Kollektive aus ihrer Mitte heraus entsprechend ihrer Bedürfnisse die dafür notwendigen Kompetenzen, Kenntnisse und Institutionen mittels Zugang zu Information und Ausbildung selbständig entwickeln. In einer ersten Pilotphase, in der man zunächst nur einige wenige Telezentren einrichtet, soll durch verschiedene Evaluationsmethoden ermittelt werden, welche sozialen Gruppen sich der Zentren bedienen und welche Technologien sie zu welchem Zweck nutzen. Ferner ist es bedeutsam zu wissen, welche Wirkungen die einzelnen, erworbenen Kenntnisse bzw. die Nutzung der Technologien beispielsweise auf Armutsreduzierung, Einkommensschaffung und Förderung nationaler und internationaler Vernetzung haben. Die Resultate der Evaluation, die mit den Beteiligten durchgeführt wird, sollen Aufschluss darüber geben, was verbessert werden muss, damit der gewünschte Effekt noch wirksamer erzielt werden kann. Dies bezieht sich sowohl auf das Management der Zentren als auch auf die inhaltliche Ausgestaltung des Programmangebots. So können schließlich best practice models entworfen werden, die in anderen Gegenden des Landes Anwendung finden


Im Angebot der SDC seit 30.09.02 (pko)

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Nachhaltigkeit, Stiftungswesen, Ländliche Regionen




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