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Schnurlos Lernen auf der Schulbank

Quelle: media NRW News vom 10.12.02

Laptop und Internet sind für die Schüler von heute eine Selbstverständlichkeit. Auch in der Wuppertaler St.-Anna-Schule haben moderne Medien längst Einzug in den Unterricht gehalten. Seit kurzem steht ein leistungsstarkes Schul-Netzwerk zur Verfügung – eines der modernsten in ganz NRW. Wer Wissen erfolgreich vermitteln will, braucht vor allem einen guten Draht zu den Schülern. Das gilt in jeder Beziehung und besonders beim Einsatz moderner Lehrmethoden. Doch in der St.-Anna-Schule hält man nicht viel von ‚Drähten’, die kreuz und quer durch Kurs- und Klassenräume gezogen sind. Die Vernetzung der Traditionsschule ist schnurlos. Wo anderenorts Kabelgewirr und Verbindungschaos herrscht, findet man hier nichts Weiteres als hin und wieder einen kleinen Kasten unter der Decke. Die unscheinbaren Gehäuse sind die Sendestationen des hausinternen Funknetzes, mit dem Lehrer und Schüler von fast allen Punkten des Gymnasiums aus drahtlos ins Inter- und Intranet gehen können. Ausgerüstet mit Laptop und Funknetzkarte lassen sich so mit wenigen Mausklicks benötigte Informationen aus der Welt des Webs oder dem schuleigenen Netz besorgen. Angefangen hatte alles 1999. Im Rahmen eines Pilotprojektes investierte das Erzbistum Köln, als Träger der St.-Anna-Schule, rund 25.000 Euro in den Aufbau des kabellosen Netzes. Nicht wenig, aber immerhin billiger als der Aufbau einer kabelgebundenen Lösung, betont Projektleiter Benedikt Stratmann. Bislang wurden zwölf Sendestationen in der Schule verteilt, genug, um eine Abdeckung von gut 80 Prozent zu erreichen. Die komplette Anbindung aller Fach- und Klassenräume will man mit insgesamt 16 bis 18 Stationen erreichen. Zusätzlich zum Internet- und Intranetzugang steht ein eigenes Medienarchiv mit zahlreichen DVDs und CD-Roms zur Verfügung. Diese können von Lehrern und Schülern ausgeliehen und auf jedem Laptop abgespielt werden. Um eine breite Versorgung mit den Taschencomputern sicherzustellen, werden neue Geräte aus dem eigenen Schulbudget und mit Geldern des Fördervereins finanziert. Nachdem die Wuppertaler ihr ‚WaveLan’ in einer längeren Testphase optimiert und ausgebaut haben, wurde es nun in die tägliche Unterrichtsgestaltung voll integriert. Die Vorteile und Erleichterungen der modernen Medien- und Online-Technik wissen Schüler und Lehrer gleichermaßen zu schätzen. Eingesetzt wird das Angebot in allen Fächern. So werden beispielsweise Hintergrundinformationen für die Deutschlektüre im Web recherchiert oder Lösungen für ein mathematisches Problem gemeinsam online gefunden. Vor allem diese selbständige Arbeitsweise in Gruppen wollen die Schüler mittlerweile nicht mehr missen. Selbst in Fächern wie Latein wird von den neuen Möglichkeiten intensiv Gebrauch gemacht: Nach erfolgreicher Übersetzungsarbeit belohnt man sich mit einer virtuellen Entdeckungsreise durch das antike Rom. Auch im Musik- und Sportunterricht nutzen die Schüler das Medienangebot, um parallel zu komponieren oder Bewegungsabläufe zu verbessern. Obwohl es in der Schule noch das ein oder andere Funkloch gibt, wird das neue Angebot rege genutzt. Doch der Einsatz der neuen Medien und Laptops soll nicht nur den täglichen Unterricht auflockern, sondern auch die Lernqualität im St.-Anna-Gymnasium verbessern. Dass die Wuppertaler mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg sind, zeigt auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh. „Insgesamt lässt sich in vielen Bereichen eine Verbesserung der Leistungen in den Laptop­Klassen feststellen”, fasst Ingrid Hamm, Geschäftsleitungsmitglied der Bertelsmann Stiftung, das Ergebnis der Studie zusammen. Für das Projekt ‚Notebook-Klassen - Lernen für die Zukunft’ wurde das Lernverhalten von rund 400 Schülern über drei Jahre lang analysiert. In Kooperation mit dem örtlichen Evangelisch Stiftischen Gymnasium konnte so erstmals der positive Einfluss von Computern auf den Lernerfolg nachgewiesen werden. Der Einsatz von Laptops führt demnach nicht nur zu mehr Kompetenz im Umgang mit dem Computer. Auch auf das fachliche Lernen hat der gezielte Gebrauch der Taschencomputer Auswirkungen. Nach Einschätzung ihrer Lehrer ist bei den Schülern vor allem eine Zunahme des intensiven Umgangs mit Texten und Informationen zu verzeichnen. Insgesamt erzielen die Schüler signifikant bessere Ergebnisse im Fach Deutsch und beim Lösen von mathematischen Problemen. „Dies kann man möglicherweise darauf zurückführen, dass in den Laptopklassen häufiger mit authentischen und komplexeren Aufgabenstellungen gelernt wird als im traditionellen Unterricht”, sagt Projektleiter Detlev Schnoor von der Bertelsmann Stiftung. Der Laptopeinsatz in den Klassen führt darüber hinaus dazu, dass der Schüler wirklich im Zentrum des Unterrichts steht. Der Gebrauch der Rechner ermöglicht sowohl eine stärkere Individualisierung des Unterrichts als auch eine größere Eigentätigkeit der Schüler. Lehrer und Schüler berichten in der Studie übereinstimmend, dass durch die Laptops das Lernen interessanter und anschaulicher geworden ist. Zudem habe sich der Unterricht mit den Computern positiv auf das gemeinschaftliche Lernen ausgewirkt. Die Wuppertaler dürften sich durch diese Ergebnisse bestätigt und gleichzeitig ermuntert fühlen, ihr eigenes Konzept weiter auszubauen und zusätzliche Notebooks anzuschaffen.


Im Angebot der SDC seit 10.12.02 (mps)

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Gymnasien, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche


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