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Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Studie zur "Informationskompetenz in Deutschland" veröffentlicht

Yvonne Zerbe
Quelle: Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen eine Studie zum Thema "Informationskompetenz in Deutschland". Überblick zum Stand der Fachdiskussion und Zusammenstellung von Literaturangaben, Projekten und Materialien zu einzelnen Zielgruppen" herausgegeben. Für die Bestandsaufnahme wurde zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 eine Internet-, Literatur- und Datenbankrecherche durchgeführt. Informationskompetenz wird als Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts verstanden, da sie entscheidend für den Erfolg in Studium, Forschung oder auch im Berufsalltag ist. Aktuelle Entwicklungen neuerer Formen der Informationskompetenz zeigen sich auch im Web 2.0, beispielsweise durch die Verwaltung von Websites, das gemeinsame Erzeugen von Inhalten oder das gemeinsame Verschlagworten.

Die Studie verdeutlicht jedoch, dass Schüler im Hinblick auf die Beschaffung von Informationen noch immer in einer schwierigen Lage sind. Dies läge nach Auffassung der Autoren daran, dass das Internet die Hauptrecherchequelle sei, was eine gewisse Einseitigkeit nach sich ziehe. Ein weiterer Aspekt des Problems Internetquelle ist laut Forschungsbericht, dass Schüler oft Probleme haben, richtig nach Informationen zu suchen. So wird auf eine Untersuchung der Universität Regensburg, die im Wintersemester 2005/2006 durchgeführt wurde, hingewiesen: An dieser Befragung nahmen 285 Schüler und Studierende teil und es zeigte sich, dass 30,6 Prozent der Befragten ihre Suche auf "google" und 21,8 Prozent auf das gesamte Internet beschränkt hatten. Nur 1,8 Prozent nutzten Bücher als Quelle. Ein weiteres Problem ist, dass nach Einschätzung der Expertengruppe Bibliothek und Schule des Deutschen Bibliotheksverbandes der Anteil der Schulen, die über eine Schulbibliothek verfügen, nur bei etwa 15 bis 20 Prozent liegt.

Die Studie "Informationskompetenz in Deutschland" beleuchtet auch die Informationskompetenz von Lehrern, die als Mulitplikator fungieren, da sie die Informationsbeschaffung erlernen und an die Schüler didaktisch aufbereitet weitergeben müssen. Hier verweist die Untersuchung auf eine Online-Befragung von 2.700 Studierenden durch das Hochschul-Informations- System (HIS) im Jahre 2005. Dabei wurde ermittelt, ob Studenten bei Studienbeginn noch Arbeitstechniken anwenden konnten, die sie in der Schulzeit erlernt hatten. 34 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Recherchekenntnisse und ihre Fähigkeit zur Informationsnutzung völlig unzureichend seien und 35 Prozent sagten, ihre Kenntnisse von den Informationsmitteln, die im Internet zu finden sind, seien völlig unzureichend. Mehr als die Hälfte der Befragten hatte noch nie fachliche Fragen mit Hilfe spezieller Computerprogramme bearbeitet.

Im Hinblick auf die Situation von Arbeitnehmern wird darauf hingewiesen, dass ihre Informationskompetenz einen anderen Stellenwert hat, als beispielsweise die von Studenten. Dies läge daran, dass Arbeitnehmer im Arbeitsalltag weniger nach externen Fachinformationen suchen würden und Arbeitnehmer sollten vielmehr im Hinterkopf haben, welche Informationen für wen von Nutzen sein könnten. Wichtig sei jedoch, dass Mitarbeiter die Nutzung von Fachdatenbanken beherrschen könnten, diese Fähigkeit könne durch Programme und Fortbildungen gefördert werden. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen benötige laut aktueller Studie hingegen nicht nur ausreichend Informationskompetenz für eine erfolgreiche Schullaufbahn, sondern diese Kompetenz sei auch wichtig, um sich sicher im Internet zu bewegen.

Bürger und Verbraucher benötigen hingegen laut Studie in erster Linie Informationskompetenz, um an gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen zu können und sich an der öffentlichen Meinungsbildung zu beteiligen. Die Informationskompetenz von Senioren wird außerdem derzeit durch Weiterbildungsangebote, die bei der Nutzung von Handy, Computer und Internet unterstützen, gefördert. Die Studie kommt jedoch zu der Auffassung, dass diese Maßnahmen nicht unbedingt der Verbesserung der Informationskompetenz dienen würden, da es dabei nicht um den Umgang mit Informationen ginge. Eine Ausnahme bildet hier jedoch das Projekt "Ältere Bürger - Wegweiser durch die digitale Welt" der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.lfm-nrw.de/downloads/Informationskompetenz_in_Deutschland_A ugust_09.pdf

Im Angebot der SDC seit 08.10.09 (yze)

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Themenbereiche:
Informationsfreiheit, Bildungspolitik / Bildungswesen, Grund-, Haupt- und Realschulen, Erwachsenenbildung, Medienkompetenz, Arbeitswelt, öffentliche Technologiezentren, Neue Technologien, Mediennutzung allgemein, Vernetzung und Kooperation




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