Veröffentlicht am: 09.07.10

Trainingskampagne "Inklusive Internet" kooperiert mit AWO OPuS-Projekt bei der Internetkompetenzförderung

Stefan Hoffmann AWO

Die Trainingskampagne "Inklusive Internet" im Rahmen der Initiative Internet erfahren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wird seit April 2010 von der Stiftung Digitale Chancen durchgeführt. Sie bietet eintägige Qualifizierungen für Mitarbeitende der sozialen Arbeit und der informellen Bildung, die ihren Zielgruppen den kompetenten Umgang mit dem Internet und dem Web 2.0 zu vermitteln möchten. Durch die Kooperation mit dem AWO Bundesverband ist das Training "Inklusive Internet" fester Bestandteil der AWO-Qualifizierung zur/zum (Online-)Pflege- und Seniorenberater/in (OPuS). Die Stiftung Digitale Chancen hat mit Stefan-Alexander Hoffmann, Referent im Projekt OPuS, über die Zusammenarbeit bei der Trainingskampagne gesprochen.

SDC: Herr Hoffmann, der AWO Bundesverband bietet seinen Mitarbeitenden eine Qualifizierung im Bereich (Online-)Pflege- und Seniorenberatung (OPuS) an. Was ist der Hintergrund dieses OPuS-Projekts und an welche Zielgruppe wendet es sich?

Stefan-Alexander Hoffmann: Das OPuS-Projekt ist aus der Arbeit des Arbeitskreises Altenhilfe des AWO Bundesverbandes entstanden. Da Führungs- und Pflegefachkräfte der AWO im Alltag der Altenhilfe zunehmend mit Fragen konfrontiert werden, die über ihren bisherigen Arbeitsbereich hinausgehen, werden sie im Rahmen des vom ESF geförderten Projektes zur/zum (Online-) Pflege- und Seniorenberater/in qualifiziert. Die Teilnehmenden sollen lernen, vor Ort eine hochwertige, qualitätsgesicherte und klientenzentrierte Pflege- und Seniorenberatung durchführen und Seniorinnen bzw. Senioren und deren Angehörige durch weiterführende Beratungsangebote unterstützen. Bis 2012 werden vom AWO Bundesverband 20 Schulungen regional durchgeführt und so insgesamt rund 200 Mitarbeitende geschult.

SDC: Was beinhaltet die Qualifizierung und welche Themen werden dabei erarbeitet?

Stefan-Alexander Hoffmann: Die Fortbildung besteht einerseits aus regional stattfindenden Präsenzveranstaltungen in den AWO-Einrichtungen, andererseits werden die Teilnehmenden in Online-Fortbildungen auf der Kommunikations- und Beratungsplattform ILIAS geschult. OPuS hat dabei verschiedene inhaltliche Schwerpunkte. Zum einen natürlich die Anwenderschulung für ILIAS, damit sich die Teilnehmenden auch untereinander zu vernetzen wissen und die auf Verbandsebene unterschiedlichen AWO-Angebote präsent haben. Zum anderen lernen die Teilnehmenden klientenzentrierte Kommunikations- und Gesprächsführung sowie gezielte Leistungsanspruchs- und Dienstleistungsberatung, aber auch die Unterstützung bei der aktiven Lebensgestaltung, wo die Nutzung des Internet heute für alle Altersgruppen eine große Rolle spielt. Die Mitarbeitenden sollen nicht nur Beratende auf ihrem speziellen Gebiet sein, sondern auch Multiplikatoren für themenübergreifende Bereiche.

SDC: Welche Rolle spielen bei der Qualifizierung die neuen Medien - und vor allem das Web 2.0?

Stefan-Alexander Hoffmann: Eine gefestigte Internetkompetenz ist für die Beratungstätigkeiten im Rahmen von OPuS dringend notwendig, denn Online-Beratung ist mehr als z.B. nur E-Mails zu beantworten. Die Mitarbeitenden müssen Beratungsangebote via Internet recherchieren und sondieren können und mit ihrem Wissen ihren Klienten und deren Angehörige als sogenannte Lotsen' nicht nur in der Pflegeberatung, sondern auch in der Seniorenberatung zur Verfügung stehen können. Dabei ist das Internet von wesentlicher Bedeutung, denn die Beraterinnen und Berater der AWO können ihre Klienten an das Internet heranführen, sie auf relevante Angebote aufmerksam und mit deren Nutzung vertraut machen. Wichtig ist, dass sie durch das Trainingsangebot 'Inklusive Internet' selbst das Web 2.0 kennenlernen, etwaige Vorbehalte vor dem Medium verlieren und es ganz selbstverständlich in ihre künftige Arbeit mit einbeziehen.

SDC: Was ist das Innovative an diesem Projekt für einen Spitzenwohlfahrtsverband wie die AWO und wie sind Ihre weiteren Planungen für die Zukunft?

Stefan-Alexander Hoffmann: Mit dem OPuS-Projekt haben wir ein Angebot des AWO-Bundesverbands geschaffen, dass seinen Niederschlag auf allen Verbandsebenen der AWO findet. Mit der Qualifizierung sollen besonders sowohl weibliche Mitarbeitende angesprochen und für Führungstätigkeiten qualifiziert werden, aber auch ältere Mitarbeitende, die ihre bisherige Tätigkeit in der Altenpflege bald so nicht mehr ausüben können. Der Webzugang und die Internetnutzung werden zukünftig in den AWO-Pflegeeinrichtungen eine immer größere Rolle spielen. Ein Ziel des OPuS-Projektes ist es deshalb, die Grundlagen dafür zu schaffen. Die im Rahmen des Projektes qualifizierten Mitarbeitenden erweitern ihr persönliches Profil und fungieren gleichzeitig als Multiplikatoren in der Organisation. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Digitale Chancen gibt uns die Chance, das Tätigkeitsprofil der Pflege- und Seniorenberater durch die Fähigkeit zu einem sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet innovativ zu gestalten und nachhaltig positiv zu entwickeln.

SDC: Vielen Dank für das Gespräch.




Mehr erfahren Sie unter:
www.awo-opus.de/node...

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