Veröffentlicht am: 10.12.10

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.: Kooperationspartner der Trainingskampagne "Inklusive Internet"

Die Trainingskampagne ‚Inklusive Internet‘ im Rahmen der Initiative Internet erfahren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie bietet Qualifizierungen für Mitarbeitende der sozialen Arbeit und der informellen Bildung an, die ihren Zielgruppen - Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung und Seniorinnen und Senioren, Menschen in ländlichen Regionen sowie bildungsferne und sozial benachteiligte Erwachsene und Jugendliche - den kompetenten Umgang mit dem Internet und dem Web 2.0 vermitteln.

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) ist Kooperationspartner der Trainingskampagne. Im Oktober wurden in Berlin Mitarbeitende aus verschiedenen Einrichtungen der ZWST qualifiziert. Die Stiftung Digitale Chancen hat mit Benjamin Bloch, Direktor der ZWST, über die Beweggründe zur Teilnahme an der Trainingskampagne gesprochen.

SDC: Herr Bloch, die ZWST arbeitet mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen; sie engagiert sich sowohl in der Jugendarbeit als auch in der allgemeinen sozialen Arbeit, zum Beispiel mit neu Zugewanderten, Senioren oder Behinderten. Welche Rolle spielt bisher die Nutzung des Internet und des Web 2.0 in den verschiedenen Arbeitsbereichen der ZWST?

Benjamin Bloch: Das Internet spielt in allen Teilbereichen der umfangreichen Arbeitsfelder der ZWST eine immer größer werdende Rolle. Weiterbildung, Kommunikation, Information, Kontaktpflege und Akquise sind unter anderem die herausragenden Aspekte bei unserer Nutzung elektronischer Medien.

SDC: Das Internet hat ein großes Potenzial um Menschen, die in verschiedenen Teilen des Landes leben, miteinander zu vernetzen und ihnen zum Beispiel kulturelle oder Bildungsangebote zugänglich zu machen. Wie beurteilen Sie die Chancen, dieses Potenzial für die jüdischen Gemeinden in Deutschland zu nutzen?

Benjamin Bloch: Die Struktur der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland stellt sich spezifisch dar: Eine Streuung in über 100 Gemeinden in ganz Deutschland, die sich in wenige große und viele kleinere Gemeinden aufteilen. Die Vernetzung über das Internet bietet uns die Möglichkeit, einen engen und stetigen Arbeitskontakt und Austausch zu pflegen. Die Schulung von Mitarbeitern im Umgang mit elektronischen Medien wird von uns systematisch gefördert.

SDC: Mit einem E-Learning-Angebot spricht die ZWST alle jungen und jung gebliebenen Menschen an, die mit Hilfe der modernsten Kommunikations- und Informationsmedien lernen wollen. Wie können die Inhalte der Trainingskampagne 'Inklusive Internet' - nützliche Seiten und Anwendungen für die Arbeit mit der Zielgruppe sowie Fragen zu Sicherheits- und Schutzaspekten bei der Internetnutzung - die Mitarbeitenden der ZWST in ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen?

Benjamin Bloch: Die Trainingskampagne "Inklusive Internet" wird das Interesse vor allem jüngerer Internetnutzer in unseren Gemeinden wecken und findet daher unsere Unterstützung. In erster Linie werden die zu erwerbenden Kenntnisse in den Bereichen der Sicherheit und des Schutzes im Netz im Vordergrund stehen. Weiterhin werden die durch die Trainingskampagne vermittelten Fähigkeiten die sozialen Angebote im beruflichen Alltag der Gemeinden unterstützen und die berufliche Integration der vor allem zugewanderten Gemeindemitglieder fördern.

SDC: Für welche Ihrer Zielgruppen kann die Arbeit mit den neuen Medien besonders von Nutzen sein?

Benjamin Bloch: Haupt- und ehrenamtliche Führungskräfte der Gemeinden (Geschäftsführung, Vorstand), pädagogische Mitarbeiter der Jugendzentren, Mitarbeiter in den Sozialabteilungen, ehrenamtlich Engagierte in verschiedenen Bereichen der Gemeindearbeit.

SDC: Mit der Initiative Internet erfahren werden Menschen, die das Internet bisher gar nicht oder nicht kompetent nutzen, durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus ihrem Lebensfeld für die Relevanz von Internetkenntnissen sensibilisiert und auch qualifiziert. Wie sehen Sie die zukünftige Nutzung des Internet und Web 2.0 im Bereich der sozialen Arbeit und informellen Bildung und welchen Beitrag können Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dabei leisten?

Benjamin Bloch: Die Aufgaben der Multiplikatoren in der sozialen Arbeit erstrecken sich von der Kontaktpflege mit der jeweiligen Klientel bis hin zu Schulungen und Informationsaustausch mit den eigenen Mitarbeitern. Das Internet ermöglicht es den Multiplikatoren, auf neue Entwicklungen in der sozialen Arbeit zeitnah hinzuweisen und adäquate Antworten zu geben. Weiterhin ermöglicht die Nutzung des Internet die bundesweite Organisation von Aus- und Fortbildungsangeboten, ohne an einen bestimmten Ort gebunden zu sein.

SDC: Vielen Dank für das Gespräch!




Mehr erfahren Sie unter:
www.zwst.org/de...

Inklusive Internet


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