- PROJEKTPLANUNG -
Sie sind von der Idee, ein Internetcafé aufzubauen überzeugt, und haben die Entscheidungsträger
(Überzeugungsarbeit), den Geschäftsführer oder den Vorstand und deren Zustimmung gewinnen können. Schon stellt sich die Frage, wie kann das Projekt realisiert werden. Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um ein gelungenes Projekt Internetcafé vorzubereiten?
Was will und wen will ich mit diesem Projekt erreichen - Ziele, Zielgruppen und Bedarfe?
Bevor Sie mit der Planung beginnen und die notwendigen Ressourcen beschaffen, sollten Sie oder ein (anderer) Entscheidungsträger das Konzept des Internetcafés in das Leitbild Ihrer Einrichtung einfügen. Denn das
Leitbild ist die richtungsgebende Instanz aller Aktivitäten in Ihrer Einrichtung. Idealerweise sollte eine Planungsgruppe installiert werden, in der - auch hier idealerweise - alle potentiell interessierten Dienste/Einrichtungen vertreten sein sollten. Stellen Sie sich die Frage, was Ihre Einrichtung mit dem Internetcafé erreichen will. Treffen Sie eine Zieldefinition. Wenn Sie die bestehenden
Zielgruppen stärker binden wollen, dann ist zunächst zu klären, wo die Bedarfe dieser Gruppe liegen - starten Sie eine Befragung. Fragen Sie die Jugendlichen in Ihrem Zentrum, woran sie Interesse haben oder sprechen sie mit den MitarbeiterInnen ihrer Dienste - sie wissen aus ihrem täglichen Kontakt zu der Zielgruppe, welche Bedarfe sich auftun. Wenn Sie neue Zielgruppen erschließen wollen, dann ist es manchmal dienlich, die bestehenden Strukturen und Zielgruppen in das neue Konzept einzubinden. Zum Beispiel könnten Sie als Senioreneinrichtung den intergenerativen Ansatz proben und Jugendliche über das Internetcafé ansprechen - am besten über schon bestehenden Jugendgruppen.
Welche Angebote will und kann ich unterbreiten?
Knappe Antwort: Je nachdem, wen sie mit Ihrem Angebot erreichen wollen. Aus dieser Entscheidung resultiert auch das Angebot und die Ausstattung, die Sie benötigen. Sind es sozial benachteiligte Jugendliche, dann kommen Projekte eher an als durchorganisierte Kurse. Dafür müssen Sie aber nicht - in jedem Fall - auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz bestehen. Sind Senioren Ihre Zielgruppe, dann sind kleine Gruppen geeigneter als große Schulungsräume. Je lernunerfahrener und -üngeübter die Zielgruppe ist, desto individueller fallen in der Regel die Schulungskonzepte aus. Und den individuellen Zugang gewinnt man leichter über eine kleine Gruppe. Außerdem sind größere Gruppen vor allem für Freiwillige, die erstmalig Kurse geben, schwer lenkbar. Anstöße finden sie möglicherweise bei anderen Internetprojekten oder auch über die Berichte und Artikel auf unseren Serviceseiten. Zu dem Thema Zielgruppen der Internetcafés finden Sie weitere Informationen bei
www.digitale-chancen.de und auf der Serviceseite zu dem Thema
Angebote. Dort finden Sie Informationen über medienpädagogische Konzepte, offene Nutzungszeiten, Kurse und Projekte.
Idealerweise haben Sie nach diesen Entscheidungs- und Diskussionsetappen ein 'Nutzungskonzept' vorliegen, in dem die Fragen nach Ziel, Zielgruppe, Bedarfe und Angebote so genau wie nur möglich beantwortet worden sind. Entscheidend sind auf jeden Fall die Klärung für die Planung des Projektes und die anschließende Kostenkalkulation.
Übersicht über die notwenigen Ressourcen
Sie haben Ihre Ziele und Zielgruppen definiert, Sie haben sich Klarheit über das zu entwickelnde Angebot gemacht - nun ist es notwendig, eine Übersicht über die notwendigen Ressourcen zu verschaffen. Unter Ressourcen verstehen wir Primärausstattung, Personal, Qualifikation, Materialien, Deckung laufender Kosten, Qualifizierung von MitarbeiterInnen und Freiwilligen usw. Eine Ausführliche Übersicht über die zu kalkulierenden und zu berücksichtigenden Aufwendungen finden Sie
HIER.
Auch wenn der Aufbau eines Internetcafés - wie jedes Projekt - mit hohem Aufwand verbunden ist, - denken Sie daran, es lohnt sich, besonders wenn es gut gemacht ist.
Ressourcenbeschaffung
Sie haben nun eine Liste der benötigten Ressourcen, um das geeignete Angebot für Ihre Zielgruppe aufzubauen, Ihr Ziel und Ihre Zielgruppen zu erreichen. Sie werden vielleicht an der Ressourcentabelle feststellen, dass Sie eigentlich nicht mehr viel benötigen. Wenn jedoch Ihre Einrichtung, Verein oder Initiative über ein noch geringes Potential verfügt, dann geben Sie nicht sofort auf - es gibt viele Möglichkeiten, diese zu kompensieren.
1. Vernetzung
Vernetzung mit anderen Internetcafés hat viele Vorteile:
Sie können von den Erfahrungen anderer profitieren. Zum Beispiel, wo sich die Einrichtung eines Internetcafés lohnt und wo es mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, welche Zielgruppe auf welche Art und Weise angesprochen werden kann.
- Sie können Vorlagen und Vorgehensweisen kopieren und austauschen.
- Sie können Einkaufsgemeinschaften gründen - und Rabatte einfordern.
- Sie können gemeinsam Kooperationspartner suchen.
- Und sie können gemeinsam ein Konzept für Fundraising (Sponsoring und Spenden) und Öffentlichkeitsarbeit entwickeln.
Sie werden dadurch stärker und kompetenter auftreten können, weil Sie die vielfältigen Aufgaben, die damit einhergehen, auf viele Schultern verteilen können. Wenn Sie sich auf diese Stufe der Vernetzung, mit einer verbindlichen Arbeitsteilung bewegen, dann benötigen Sie auch einen 'Vertrag' der die Verbindlichkeiten definiert und ein Gremium, in dem die Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.
2. Kooperation
Die günstigste Möglichkeit, Ressourcen zu beschaffen und neu zu erschließen, ist die Nutzung bestehender Infrastrukturen. Nur einige Beispiele: Sie müssen nicht einen eigenen Computerraum einrichten, wenn die Schule nebenan einen abends ungenutzten Computerraum hat. Wenn beide Seiten es wünschen, kann daraus eine produktive Zusammenarbeit entstehen - gemeinsame Internetprojekte oder Refinanzierung der Computer für die Schule über geringe Kursgebühren.
Oder: Sie müssen die Multiplikatoren, die Kurse für Endnutzer anbieten sollen, nicht selbst schulen lassen, sondern Sie können einen Kooperationspartner finden, der Schulungen anbietet - hier ist es ideal, wenn sich mehrere Internetcafés zusammenschließen - das minimiert die Kosten. Die Möglichkeiten der Kooperation und Kooperationspartner sind schier endlos. Eine - bei weitem nicht vollständige -
Übersicht über mögliche Kooperationspartner haben wir für Sie zusammengestellt.
3. Fundraising
Wenn Sie auf beiden Wegen die benötigten Ressourcen noch nicht abgedeckt haben, dann müssen Sie den mühseligen Weg des Sponsorings bestreiten. Da Sie jedoch klare Vorstellungen über das Konzept, die Angebote, die benötigten Ressourcen haben, wird es Ihnen nicht schwer fallen die Geldgeber zu überzeugen. Auf den Weg geben wir Ihnen ein paar unterstützende Materialien:
Abschluss der ersten Planungsphase
Mit der Klärung der oberen Schritte und Aufgaben sind Sie schon weit vorangekommen. Die erste Etappe ist bewältigt. Jetzt bleibt Ihnen es nur noch, das Projekt zu realisieren: Schritt für Schritt.
Hilfreiche Materialien und Vorlagen für die Umsetzung finden Sie auf unseren Serviceseiten, ob
Schulungsunterlagen oder Vorlagen für die
Kursevaluation.
Viel Spaß beim Stöbern und Planen!
Ihr Servicebüro Digitale Chancen