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medius 2010 in Berlin verliehen

Quelle: Pressemeldung Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. vom 4.2.10

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) haben am 29. Januar 2010 im Rahmen der Veranstaltungsreihe von FSF und Freiwilliger Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) medien impuls zum dritten Mal den medius vergeben. Der Preis würdigt wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit innovativen Aspekten der Medien, Pädagogik oder des Jugendmedienschutzes auseinandersetzen.

Für ihre Diplomarbeit "Kulturtransfer und Bedeutungsverschiebung. Ansätze einer Rezeptionsästhetik der Synchronisation am Beispiel der Serie Die Simpsons" wurde Katharina Bergfeld mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Die Diplomandin der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg kommt in ihrer Arbeit zu dem Schluss, dass Synchronisation eine komplexe Praxis der kulturellen Übersetzung ist, die das Produkt einer fremden Ursprungskultur und ihrer Praktiken an die mögliche Kultur des Rezipienten anpasst. In der Laudatio der Jury heißt es: "Der Diplomarbeit ist es gelungen, den theoretischen Bezugsrahmen der Cultural Studies überzeugend auf ein nur auf den ersten Blick sprödes Thema der Synchronisierung anzuwenden."

Den 2. Preis des medius 2010 erhielt Jan-René Schluchter für seine Arbeit "Medienbildung mit Menschen mit Behinderung". Die Arbeit wurde an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg eingereicht. Der Bereich der Behindertenpädagogik hat in der Theorie und Praxis der Medienpädagogik bislang nur wenig Berücksichtigung gefunden. Dementsprechend sieht der Preisträger seine Arbeit "entlang der Aufgabe, einen ersten empirischen, theoretisch-konzeptionellen Zugang zur Intersektion von Medienpädagogik und Behindertenpädagogik zu unternehmen". Die Forderung nach sozialer Partizipation bzw. Teilnahme an Prozessen der öffentlichen Kommunikation ist im Kern die Konsequenz der wesentlichen Ergebnisse seiner empirischen Untersuchung, wenn es um die medienpädagogische Arbeit mit Menschen mit Behinderung geht. Die Jury meint hierzu: "Herr Schluchter hat ein Thema in den Fokus gerückt, das innerhalb der Medienpädagogik kaum eine Rolle spielt. Wir hoffen, dass mit dieser Arbeit Anknüpfungen gefunden werden und die Medienbildung mit Menschen mit Behinderung stärker Beachtung findet."

Der 3. Preis des medius 2010 ging an Christiane Schwinge für ihre an der Universität Hamburg eingereichte Diplomarbeit "Potenziale der aktiven Medienarbeit im Paradigma des Social Webs". Schwinge untersucht in ihrer Arbeit die Entwicklungen der aktiven Medienarbeit unter dem Einfluss des Social Webs. Die grundlegenden Fragestellungen hierbei lauten: Wie kann Medienpädagogik diesen Entwicklungen angemessen begegnen? Was ist in Bezug auf das Social Web kompetente Nutzung? Können diese Kompetenzen auch von der aktiven Medienarbeit vermittelt werden und wenn ja, mit welchen Potenzialen? In der Beantwortung dieser Fragen stellt sie vor allem fest, dass die Leitziele Mündigkeit und Emanzipation als Zielvorstellungen für Medienpädagogik verdrängt worden sind. Stattdessen fordert sie von einer aktiven Medienarbeit eine stärkere Ausrichtung zum Medium hin und die Behandlung von Themen wie Datenspeicherung, Urheberrecht und Mobbing. Die Jury konstatiert, dass mit dieser Arbeit die wunden Punkte angesprochen worden sind und sieht eine Überarbeitung der aktiven Medienarbeit mit dieser Arbeit treffend angestoßen.

Eine lobende Erwähnung erhielt Birgit Weichenrieder für ihre Bachelorarbeit "Der methodische Einsatz von Medien in der Gewaltprävention". Eingereicht wurde die Arbeit an der Universität Augsburg. Ein Jugendgericht hatte vier junge Männer nach einer Schlägerei verurteilt, bei einem Präventionsprojekt der Medienstelle Augsburg mitzumachen. Dabei entstand ein 18-minütiges Video, anhand dessen die Autorin die Wirksamkeit derartiger Projekte beurteilt. In ihrem empirischen Teil konzentriert sich die Arbeit auf die Analyse der Situation eines Projektes aktiver Medienarbeit im Gefüge von Sozialpädagogik und Jugendgerichtshilfe. Die Jury bescheinigt der Autorin eine gelungene Theorie-Praxis Verbindung, mit der die Schnittstelle von praktischer Medienpädagogik, Sozialarbeit und Jugendgericht veranschaulicht und kritisch beleuchtet wird: "Es gelingt ihr zu zeigen, wie die Stärkung des Selbstwertgefühls zusammen mit kreativen Gestaltungsmöglichkeiten die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt ermöglichen."




Mehr erfahren Sie unter:
http://www.fsf.de/fsf2/aktivitaeten/medius/preistraeger.htm

Im Angebot der SDC seit 05.02.10 (yze)

Verwandte
Themenbereiche:
Jugendschutz, Mediennutzung durch Kinder / Aktivitäten für Kinder, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung allgemein, Medienpädagogische Konzepte, Medienpädagogische Projekte




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