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Wie steht Deutschland in fünf bis zehn Jahren da? Wie wollen wir gegen Ende des Jahrzehnts leben? Diese und andere Fragen diskutiert die Bundeskanzlerin seit Frühjahr 2011 mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis - und nun auch in einem Bürgerdialog, an dem jeder teilnehmen kann. Ziel des Zukunftsdialogs ist es, eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die nahe Zukunft von Deutschland anzuregen. Bürgerinnen und Bürger können konkret eigene Handlungsvorschläge machen und von ihren Erfahrungen und Ideen berichten. Der Diskussionsprozess ist offen angelegt, um möglichst viele Seiten einzubeziehen. Kreative und innovative Ideen, die für das künftige Regierungshandeln relevant sein könnten, sind willkommen.
Unter der Überschrift "Menschlich und erfolgreich. Dialog über Deutschlands Zukunft" stehen dabei drei Kernfragen im Mittelpunkt:
Der Dialog wird nicht nur im Internet geführt, sondern auch in Bürgergesprächen in verschiedenen deutschen Städten vor Ort. Gute Vorschläge aus dem Dialog könnten ihren Weg bis in die Ministerien finden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet Onlinern mit dem Portal "Bürgerdialog Zukunftstechnologien" ein Forum, um sich über aktuelle Forschungsthemen zu informieren. Zudem soll ein reger Austausch mit Experten dazu führen, den Blickwinkel zu erweitern und mitreden zu können. Die Nutzer können auf der Webseite zu verschiedenen wissenschaftlichen und technologischen Themen Empfehlungen an Experten formulieren, die in einem so genannten Bürger-Report zusammengefasst werden. Diese Empfehlungen werden den Entscheidern zur Diskussion übergeben, auf diese Weise können sich Bürger in den Prozess der Willensbildung mit einbringen. Der erste Dialog ist jetzt zum Thema "Hightech-Medizin" eröffnet worden. Nutzer sollen sich in dem Forum mit der Fragestellung "Welche Hoffnungen verbinden Sie mit der Hightech-Medizin der Zukunft? Welche Bedenken haben Sie?" auseinandersetzen.
Das Besondere: Der Dialog zwischen Bürgern und Fachleuten soll offen und transparent sein, die Bürgerdialoge sind zudem verbindlich. Die Themen werden inhaltlich und sprachlich so gestaltet, dass sie für interessierte Laien gut nachvollziehbar und mit wenig Einarbeitung verständlich sind. Alle Bürger können sich an dem Dialog auf regionalen Bürgerkonferenzen, die zu jedem Thema angeboten werden beteiligen, oder via Internet partizipieren. Die Beteiligten der regionalen Bürgerkonferenzen werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, zudem können sich Interessierte beim Büro Bürgerdialog um eine Teilnahme bewerben. Im Internet werden die Bürgerdialoge von Moderatoren geleitet, die für einen reibungslosen Ablauf und eine sachliche Diskussion sorgen. Zum Abschluss beraten alle Teilnehmenden über die Ergebnisse des Bürgerdialogs, daraus wird der Bürger-Report entstehen. Zusätzlich findet am Ende jedes Dialogs ein zentraler Bürgergipfel in Berlin statt.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit bietet Bürgern jetzt einen besonderen Service: Das neue Datenschutz-Forum soll ausführlich über das Thema Datenschutz informieren, zudem sollen die Nutzer sich miteinander austauschen und über verschiedene Themen diskutieren. Aktuell wird der Fragenkomplex: "Sind meine Daten geschützt? Ist der Datenschutz noch zeitgemäß?" erörtert.
Im Datenschutz-Forum soll Raum sein, um Unsicherheiten zu schildern: Beispielsweise kann geklärt werden, wie E-Mails mitgelesen werden können, wo tatsächlich in der Öffentlichkeit Videokameras aufgestellt werden, um Menschen zu filmen und welche Maßnahmen zum Schutz vor Datenmissbrauch die Bürger vornehmen können. Es können aber auch weitergehende gesellschaftliche Themen aufgegriffen werden, unter anderem, ob das Datenschutzrecht verschärft werden sollte.
Gäste können sich die öffentliche Diskussion über das vorgegebene Thema problemlos ansehen. Besucher des Forums, die Lust haben, sich aktiv zu beteiligen, müssen sich vorher registrieren. Die Benimmregeln des Forums sind klar und deutlich formuliert: Die Nutzer sollen sachlich bleiben und sich nicht gegenseitig angreifen, unter anderem sollen die Beiträge keine privaten Daten von Dritten enthalten. Wer sich registriert hat, kann außerdem private Nachrichten an den Moderator schicken und bereits erlebte Einzelfälle darin schildern.