2007 - Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle - Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft

Workshops 2007: 5. September Bremen: Bericht
Eine Veranstaltungsreihe der  Stiftung Digitale Chancen

Frauen nutzen Netze anders!

Dies gilt für Netzwerke sozialer Beziehungen ebenso wie für technische Infrastrukturen wie die des weltweiten Internet. Das ist die zentrale Erkenntnis eines Workshops, zu dem die Gleichstellungsstelle (ZGF Bremen) und die Stiftung Digitale Chancen am vergangenen Mittwoch im Seminar- und Tagungsbereich der Jugendherberge Bremen rd. 50 Frauen begrüßen konnten.

Ziel der Veranstaltung war es, sich über die Möglichkeiten und Grenzen des Internet als Instrument der Vernetzung von Frauen und Mädchen auszutauschen. Dass vor dem Nutzen des Netzes zunächst die technische Infrastruktur verfügbar gemacht werden muss, erläuterte zum Einstieg Maja-Lisa Pinci vom Unternehmen Kabel Deutschland GmbH, das die Veranstaltungsreihe der Stiftung Digitale Chancen unterstützt.

Die Teilnehmerinnen am Workshop bestätigten dies und berichteten gleichzeitig, dass sie sich mehr Orientierungshilfen wünschen, um aus der Vielzahl der Angebote und Tarife verschiedener Dienstleister das für den eigenen Bedarf Passende herauszufinden.

Die Arbeitsgruppe '(Wieder-) Einstieg in die Arbeitswelt' beim Workshop für Frauen in Bremen: Jane Jenner von der Stiftung Digitale Chancen erklärt, welche Schritte für eine erfolgreiche Bewerbung erforderlich sind.

Die Arbeitsgruppe '(Wieder-) Einstieg in die Arbeitswelt' beim Workshop für Frauen in Bremen: Jane Jenner von der Stiftung Digitale Chancen erklärt, welche Schritte für eine erfolgreiche Bewerbung erforderlich sind.

Im Mittelpunkt des Workshops stand allerdings dann doch die Vernetzung von Menschen untereinander. Angesichts der vielfältigen Erfahrungen mit dem Netz, die die Frauen in Arbeitsgruppen zu den Themen 'Alltag organisieren', 'Bildungsangebote nutzen', '(Wieder)-Einstieg in die Arbeitswelt' und 'Kontakte knüpfen' einbringen konnten, stand der Vorteil der Internetnutzung außer Frage. Wo im Einzelfall die Entscheidung gegen eine bestimmte Internet-Anwendung getroffen wird, hat dies meist ganz praktische Gründe: Wer auf dem Weg zur Arbeit an der Bankfiliale vorbeikommt, hat einfach weniger Bedarf für Online-Banking. Und auch das persönliche Umfeld spielt eine Rolle. Netzwerkeffekte sind eben nur dort möglich, wo das Netz genügend Partner bereitstellt. Frauen, die in ihrem beruflichen und privaten Kontaktkreis eher auf Offlinerinnen treffen, sehen für sich selbst zunächst weniger Bedarf und haben ein geringeres Interesse, online zu gehen.

Die Veranstaltung in Bremen war in diesem Sinne ein gelungenes Networking-Event. Das bestätigte auch Christel Schütte von der Gleichstellungsstelle, die in Ihrem Statement zum Schluss des Workshops hervorhob, dass es selten eine Möglichkeit gebe, Frauen aus so vielen unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen. Von der Webdesignerin über die Kommunikationsberaterin und die Multiplikatorin in der Mädchenarbeit bis zu den Frauen, die aus privatem Interesse teilgenommen haben: Jede ist mit einer Reihe von neuen Kontakten, aber auch Anregungen für die eigene Internetnutzung und die vielen Möglichkeiten, die das Netz bereithält, nach Hause gegangen.