Eine Veranstaltungsreihe der
Gelungener Auftakt der Veranstaltungsreihe Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft in Esslingen
Im Rahmen des Projektes Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft der Stiftung Digitale Chancen fand am 23. April 2007 der erste Workshop im Mehrgenerationen- & Bürgerhaus Pliensauvorstadt in Esslingen statt. Organisiert wurde dieser Tag mit dem Schwerpunkt Bürgerschaftliches Engagement und Vereinsarbeit zusammen mit dem Verein zur Förderung der elektronisch organisierten Bürgergesellschaft e.V. (FeoB) und dem Projekt buerger-gehen-online.
Nach der Begrüßung und einer Vorstellungsrunde wurden die Erwartungen der Teilnehmer an den Tag abgefragt. Ein Ziel sollte sein, herauszufinden, inwieweit das Internet die Verwaltung und Organisation von Vereinsarbeit erleichtern kann, bzw. wo dort die Grenzen liegen. Es wollte erarbeitet werden, worin die Gründe und individuellen Präferenzen liegen, einzelne Situationen über das Internet zu bewältigen, bzw. wo face-to-face-Kommunikation erforderlich ist und was getan werden muss, dass dies in Zukunft auch online möglich wäre.
Im Plenum wurden einzelne Kommunikationssituationen aus dem Vereinsalltag definiert, wie z. B. die Kommunikation mit Vereinsmitgliedern, Abstimmungen durchführen oder die Vermittlung von ehrenamtlichen Tätigkeiten. Diese Situationen sollten dann nach verschiedenen Faktoren, wie z. B. Sicherheits- oder Zeitaspekten bewertet werden, ob sie eher für die Online- oder Offlinekommunikation geeignet sind.
Es folgte eine Aufteilung in drei Arbeitsgruppen mit verschiedenen Schwerpunkten, in denen sehr engagiert mitgearbeitet wurde.

Bevor am Nachmittag die Ergebnisse der einzelnen Gruppen vorgestellt wurden, begrüßte der Sozialbürgermeister Dr. Raab aus Esslingen die Teilnehmenden des Workshops. Er zeigte sich beeindruckt, dass so viele interessierte Menschen zu dem Thema Chancengleichheit in Bezug auf das Internet in Esslingen zusammenkommen waren. Gleichzeitig betonte er, dass es in manchen Momenten – wie bei diesem Workshop – immer noch wichtig und nötig sei, sich 'leibhaftig' zu begegnen und persönlich auszutauschen.
Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
In der ersten Arbeitsgruppe lag der Fokus auf der technischen Umsetzung von unterstützenden Programmen für die Vereinsarbeit. Es wurde das von Verein FeoB im Rahmen des Projektes Online Vereinsarbeit Organisieren entwickelte Online-Tool zur Verwaltung und Organisation von Vereinsarbeit vorgestellt. Es dient der Unterstützung z. B. von Terminabstimmungen oder bei der Organisation von Veranstaltungen. Die zeitlichen Ressourcen in den Vereinen sind knapp, das Tool stellt durch die Automatisierungen eine Erleichterung für diese Bereiche dar.
Die zweite Gruppe konzentrierte sich auf Diskurse und Abstimmungen in Vereinen. Dabei wurde thematisiert, dass es online komfortabler sei, Diskurse zu führen, da man sich nicht persönlich zusammenfinden muss. Es gebe aber auch viele Offliner in den Vereinen, die es gelte mit einzubeziehen, vor allem bei Abstimmungen. Außerdem müssten die einzelnen Beiträge bei Diskussionen verständlich und eindeutig sein, dies bedarf einer besonderen Kompetenz. Voraussetzung für den Einsatz von Onlinediskursen und Abstimmungen ist die rechtliche Verankerung dieser Vorgehensweise in den Satzungen der Vereine.
In der dritten Arbeitsgruppe spezialisierten sich die Teilnehmer auf die Vermittlung von ehrenamtlichen Tätigkeiten. Dabei kam heraus, dass es schwierig sei, dies ausschließlich online abzuwickeln, da man die Personen nicht in Bezug auf ihre Vertrauenswürdigkeit einschätzen kann. Das Internet kann aber gut als Informationsquelle dienen, um herauszufinden, was man als Dienst anbieten oder nutzen könnte. In Bezug auf den Kommunikationsprozess wurde eingebracht, dass per E-Mail schnell Missverständnisse aufkommen können und die Klärung eines Problems ggf. aufwändiger ist als ein klärender Telefonanruf. Man muss dies allerdings von Person zu Person und Inhalt zu Inhalt unterscheiden.
In der Schlussdiskussion wurde von allen Vertretern der Arbeitsgruppen deutlich hervorgehoben, dass die einzelnen Prozesse sehr vielgliedrig sind und daher an verschiedenen Stellen online und offline bewältigt werden. Die Veränderung einzelner Details und Bedingungen kann eine Verschiebung des jeweiligen Kommunikationsprozesses in die Online- oder in die Offline-Welt bewirken. Für Interneteinsteiger wurde betont, dass es wichtig ist, ihnen von Anfang an etwas zu bieten, wodurch sie den Nutzen und die Vorteile für sich erkennen. So kann ihre Motivation gesteigert werden, sich damit auseinanderzusetzen; sonst sind sie schnell frustriert und geben auf. Die Vereine müssen gerade dort kreativ sein, um auch unter den bisherigen Offlinern Mitglieder für ihr Angebot zu gewinnen.