Lokale Medienkompetenz-Netzwerke für Familien

Der Einsatz von Büchern, Audios und Videos, Fernsehen und des Internet sind allgegenwärtige Quellen für Unterhaltung und Bildung, mit denen die meisten Menschen tagtäglich in Berührung kommen. So ist Mediennutzung auch im Familienleben Alltag, wobei den Eltern eine Vorbildfunktion zukommt. Jedoch fällt es vielen Eltern aufgrund der zunehmenden Medienkonvergenz und der verstärkten Nutzung mobiler Endgeräte immer schwerer, ihre Kinder kompetent bei der Mediennutzung zu begleiten.

Im Rahmen des Dialog Internet fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lokale Netzwerke, die Familien bei der Medienerziehung unterstützen. Die lokalen Netzwerke - Zusammenschlüsse aus verschiedenen Institutionen an einem Standort - führen dabei unterschiedliche Maßnahmen zur Medienkompetenzförderung von Familien durch. Die Stiftung Digitale Chancen begleitete diese lokalen Pilotvorhaben. So wurde erprobt, unter welchen Voraussetzungen eine Vernetzung von bereits bestehenden lokalen Strukturen die Medienerziehung in Familien unterstützen kann, insbesondere solcher Familien, die einen erhöhten Unterstützungsbedarf aufweisen.

Von Dezember 2012 bis Januar 2013 waren lokale und regionale Einrichtungen, die Familien in Alltagsfragen beraten und/oder schwierigen Lebenssituationen betreuen, aufgefordert, sich zu einem Netzwerk von mindestens drei Partnern zusammenzuschließen und sich um die Förderung zu bewerben. Aus über 80 vollständig und fristgerecht eingereichten Bewerbungen hat die Stiftung Digitale Chancen die fünf überzeugendsten Ansätze ausgewählt. Bei der Bewertung wurde neben inhaltlichen Gesichtspunkten auch darauf geachtet, dass die Auswahl eine methodische und geografische Variabilität aufweist. Unter Netzwerke werden Sie hier im Einzelnen vorgestellt.

Durch eine einjährige Förderung ab Frühjahr 2013 wurden Strategien zur Unterstützung der Medienerziehung in der Familie anhand konkreter Zielstellungen der Netzwerkpartner entwickelt und umgesetzt werden. Konkrete Ziele der Partner können beispielsweise beinhalten:

  • eine verbesserte Vernetzung von Familie, Schule und außerschulischer Bildung Institutionen im Bereich der Medienerziehung zu ermöglichen,
  • die medienpädagogische Unterstützung von Familien in schwierigen Lebenslagen zu erleichtern oder
  • eine lebensnahe Übersetzung und Umsetzung der grundlegenden Strategien des Jugendmedienschutzes zur Risikoreduzierung und -vermeidung zu erproben.

Für die Umsetzung ihrer Projektidee erhielten die ausgewählten lokalen Netzwerke eine finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 30.000 Euro aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP).

Aufgabe der Stiftung Digitale Chancen war neben der Auswahl der Netzwerke und ihrer Betreuung, Begleitung und Beratung während des Förderzeitraums auch die Evaluation der lokalen Pilotvorhaben, um daraus allgemeine Handlungsempfehlungen für die Förderung von Medienkompetenz in Familien ableiten zu können.