Auch für kleine und mittlere Unternehmen kann es sich lohnen, über das Internet zu telefonieren. Viele Unternehmen überlegen, ihre Telefonanlage auf das kostengünstigere Voice over IP umzustellen: Alle Gespräche laufen über die Internetverbindung und beim Anschluss an das Breitbandnetz DSL ist die Übertragung blitzschnell. Bei einer Flatrate fallen keine weiteren Verbindungskosten an.
Die vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung getragene Landesinitiative »secure-it.nrw« rät Firmen, bei einem Wechsel zur Internettelefonie auch auf ausreichende IT-Sicherheit zu achten.
Viele Sicherheitsrisiken, die wir bislang nur aus dem Web kennen, werden künftig auch das Telefonieren betreffen
, sagt Thomas Faber, Leiter der Initiative »secure-it.nrw«. Ein Vergleich der Vorteile und Risiken hilft bei der Entscheidung.
Die Landesinitiative stellt folgende Vorteile von VoIP heraus:
- Niedrige Kosten. Nur ein Netzwerk für Telefonie und Datenübertragung. Reduziert Installations-, Wartungs- und Personalaufwand. Firmeninterne Gespräche zwischen Niederlassungen kosten nichts. Sichere verschlüsselte Verbindungen sind möglich.
- Ständige Erreichbarkeit. Über Push-to-talk-Technik kann man ständig verbunden bleiben. Lohnt sich zum Beispiel für Bus- oder Taxiunternehmen. Komfortable Rufweiterleitung möglich. Mitarbeiter sind mit einer Telefonnummer überall erreichbar.
- Mehr Komfort. Bei einem Anruf können Informationen zum Anrufer (Name, Adresse, Kundendaten) direkt auf dem Monitor beim Mitarbeiter erscheinen. Über eine Click-to-Dial-Funktion in der Website bauen Kunden mit einem Klick eine Telefonverbindung zur Firma auf.
Als Risiken von VoIP benennt secure-nrw:
- Tote Leitung. Bei zu vielen Verbindungen pro Minute sind manche Router schnell überlastet und stellen die Arbeit ein. Bei Störungen im digitalen Netz ist auch Telefonieren nicht möglich. Tipp: Immer einige Telefonleitungen in Reserve behalten.
- Nicht abhörsicher. Sicherheitstools, die sonst das Netzwerk sichern, funktionieren bei VoIP nicht. Es gibt noch keine VoIP-tauglichen Firewalls. Offenes Tor für Spam: Meistens rufen Sprachcomputer an. Techniken zum Filtern von Spam sind noch nicht auf dem Markt.
- Schlechte Übertragungsqualität. Systeme komprimieren analoge Sprachsignale, um die zu übertragende Datenmenge zu reduzieren. Dicke Datenpakete im firmeninternen Netzwerk oder im Internet wirken sich auf die Sprachqualität aus.
Worauf Firmen bei einer VoIP-Entscheidung sonst noch achten sollten, sagt das Informationsmagazin 'Infodienst' der Landesinitiative »secure-it.nrw«, die kostenfrei bestellt werden kann (
http://www.secure-it.nrw.de/infodienst.php).