Menschen, die motorisch eingeschränkt sind, die sehbehindert oder blind sind oder die schwer oder gar nicht hören, benötigen zusätzliche Hilfsmittel, um Dienste im Internet und andere Anwendungen nutzen zu können. Obwohl Behinderungen sehr unterschiedlich sind und deshalb häufig spezielle Anpassungen der Hilfstools notwendig sind, kann durch den Einsatz einiger Tools einer breiteren Gruppe von Menschen mit Behinderungen ein Zugang ermöglicht werden.
Die für die einzelnen Gruppen notwendigen Hilfstools werden von verschiedenen Firmen angeboten, bei denen man auch den Beratungsservice in Anspruch nehmen sollte. Bei der Anschaffung ist insbesondere auf die Kompatibilität der Produkte untereinander und zum Betriebssystem zu achten. Die folgende Auswahl gibt einen groben Überblick:
Für Nutzer mit Einschränkungen in der Motorik:
- Die Bedienung der Tastatur kann durch unterschiedliche Abdeckplatten, die auf die Tastatur gelegt werden, erleichtert werden.
- Ein Trackball mit großer Kugel (ca. 2 Zoll) unterstützt auch (ungeübte) ältere Menschen und Kinder.
Für Nutzer mit starken Sehbehinderungen:
- Vergrößerungssoftware vergrößert Ausschnitte des Bildschirms, so daß z.B. Icons auf dem Bildschirm auch mit geringer Sehkraft lesbar und damit benutzbar bleiben.
- Screenreader, die die Bildschirmseiten vorlesen, sind meist eine sehr gute Ergänzung zur Vergrößerungssoftware. Einige Screenreader beschränken sich auf das Auslesen von Internetseiten (i.d.R. MS-Explorer). Je nach Angebot des Zugangsortes sollte der Screenreader auch Oberflächen weiterer Anwendungen und insbesondere die Betriebssystemoberflächen auslesen können.
- Der Monitor sollte mindestens 20' groß sein, so daß auch bei Vergrößerung von Bildschirmausschnitten eine Orientierung möglich bleibt. Der Monitor sollte bei geringer Auflösung einen hohen Herzwert unterstützen (ca. 160 Hz).
Für blinde Nutzer:
- Für blinde Nutzer sind Screenreader unerläßlich. Für die Benutzung der unterschiedlichen Screenreader muß man sich etliche Shortcuts merken. In Abhängigkeit vom Nutzerkreis kann es daher sinnvoll sein, unterschiedliche Screenreader anzubieten.
- Ein Kopfhörer kann angeboten werden, damit das Vorlesen durch den Screenreader andere Menschen im Raum nicht stört. Da allerdings für blinde Menschen das Hören eine sehr wichtige Orientierungshilfe darstellt, wird ein Kopfhörer, der die Person vollständig isoliert, meist sehr ungern benutzt.
- Eine Braillezeile, mit der der jeweils aktuelle/ markierte Text erfühlt werden kann, kann eine gute Ergänzung sein.
- Auch kann ein Einsatz von einem Zeilen- und Spaltenschieber, die die Maus ersetzt, sinnvoll sein.
Für Nutzer mit Hörschädigungen:
- Ein Kopfhörer und Induktionsschleifen (zum Hörgerät) zur Verstärkung der akustischen Signale ist sehr sinnvoll.
Für taube Nutzer:
- Wichtige akustische Signale und Informationen müssen alternativ durch Text angezeigt werden. Diese Funktionalität ist allerdings meist in der Anwendung selbst integriert und kann nicht durch ein zusätzliches Tool angeboten werden. Wenn die Anzeige der erklärenden Texte unterdrückt werden kann, ist ein Hinweis und ggf. Hilfestellung zur Aktivierung der Funktion geraten.
Wenn neben einem Zugang zum Internet die Nutzung weiterer Software angeboten wird, sollte bei der Anschaffung darauf geachtet werden, daß diese barrierefrei ist, also z.B. von Screenreadern auslesbar ist und auch vollständig ohne Maus bedient werden kann. Einzelne Beispiele hierfür lassen sich meist in Standardsoftwarepaketen (E-Mail, Textverarbeitung, Internetbrowser, ...) finden: 'Toolbar Buttons' können vergössert dargestellt oder ein- und ausgeschaltet werden, 'Shortkeys' und 'Audio Feedback' können genutzt und Farbeinstellungen verändert werden (z.B.: im Internet Explorer 5 Extras/Internetoptionen/Erweitert/Eingabehilfen).
Von Software, die den Guidelines zur Barrierefreiheit genügt, profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch ältere und sehr junge Menschen.