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Freiwilligenakquise - Unterstützende Organisationen

Irene Dause, Stiftung Digitale Chancen

Freiwillige sind eine wichtige kreative und unterstützende Kraft bei jedem innovativen Projekt – also auch beim Aufbau eines Internetcafés. Der Einbezug des freiwilligen Engagements hat viele Vorteile: Als soziale Organisation erfahren Sie, welche Bedürfnisse diese Zielgruppen haben und können Ihre Angebote entsprechend ausrichten. Ihre Einrichtung erhält damit eine stärkere Einbindung in die sozialen Strukturen ihrer Umgebung. Freiwillige sind eine wichtige Ressource, weil sie Know-how, Interesse, Begeisterung und Gestaltungswillen mitbringen. Und was ganz entscheidend ist: Sie ermöglichen den Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder Arbeitslosigkeit aus dem Arbeitsleben ausgeschlossen sind, die gesellschaftliche und soziale Integration. Damit verschaffen Sie Raum einer Lebenssinnstiftung, die über den Begriff „Leben gleich Lohnarbeit“ hinausgeht. Aber Freiwilligenarbeit trägt auch, wie der Begriff schon andeutet, die „Arbeit“ in sich. Freiwillige benötigen – wie Hauptamtliche – Betreuung und Begleitung.

Wir geben Ihnen hier eine Übersicht der wichtigsten Organisationen, die die Förderung des freiwilligen/bürgerschaftlichen Engagements zur Aufgabe gemacht haben und Hilfestellungen bei der Freiwilligenaquise geben.

1. Verbandsundabhängige Freiwilligenagenturen bzw. Freiwilligenzentren

Seit mehreren Jahren werden in Deutschland nach amerikanischem Vorbild Freiwilligenagenturen aufgebaut, die vor allem das neue, projektbezogene, von den traditionellen Milieus unabhängige Engagement ansprechen wollen. Sie bieten eine gute Übersicht über die Rahmenbedingungen des freiwilligen Engagements; sie beantworten Fragen zu Versicherung, Anerkennung usw. Sie unterhalten Kontaktpools interessierter Freiwilliger und vermitteln sie – ähnlich wie beim Arbeitsamt – an die entsprechenden Projekte, Institutionen, Initiativen und Einrichtungen. Gleichzeitig betreiben die meisten von ihnen eine intensive Anwerbung von Freiwilligen.

Eine Übersicht über die Freiwilligenagenturen, die sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) zusammengeschlossen haben, finden Sie auf der Internetseite www.bagfa.de.

2. Seniorenzentren

Die Seniorenzentren sind die historischen Vorläufer der Freiwilligenagenturen. Sie vermitteln vor allem Senioren, die sich freiwillig engagieren wollen. Gleichzeitig haben sie auch Kontakte zu anderen aktiven Gruppierungen vor Ort, in denen potentielle Freiwillige eingebunden sind. Es lohnt sich immer, dort anzufragen.

Eine Übersicht der 78 bundesweit tätigen Seniorenzentren, die sich bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (bagso) angeschlossen haben, finden Sie auf der Internetseite www.bagso.de.

3. Selbsthilfekontaktstellen

Die Selbsthilfekontaktstellen haben die Funktion, Betroffene (meistens Erkrankte) an Selbsthilfegruppen zu vermitteln oder die Gründung einer Selbsthilfegruppe zu unterstützen. Sie vermitteln keine Freiwilligen, aber sie haben Kontakt zu aktiven Bürgern und Bürgerinnen vor Ort. Diejenigen Personen, die sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, sind nach der Überwindung der Erkrankung für das freiwillige Engagement oftmals zugänglicher als andere Bürgerinnen und Bürger.

Eine Übersicht über die Selbsthilfekontaktstellen erhalten Sie bei der nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. über www.nakos.de.

4. Vorruheständler (ZWAR-Gruppen)

Die sog. ZWAR-Gruppen wurden gegründet, um den Übergang vom Arbeitsleben zur (Früh-) Rente zu erleichtern, eine neue Sinnstiftung zu finden, ob in der Qualifizierung oder im bürgerschaftlichen/freiwilligen Engagement. Eine der Aufgaben – wie in der ZWAR-Zentralstelle NRW - ist die Vernetzung der ZWAR Gruppen mit anderen Projekten und Initiativen vor Ort.

Ausführlichere Informationen über die Aufgaben und Ziele der ZWAR-Zentralstelle NRW: www.zwar.org. Eine Übersicht über die ZWAR-Gruppen in NRW finden Sie auf der Internetseite www.zwar.org/zentralstellenrw.html.

5. Tauschringe

In einem Tauschring werden Leistungen, wie Engagement und Zeiteinheiten, ausgetauscht, dabei müssen die Partner nicht direkt miteinander tauschen. Jedem/r Teilnehmer/in steht der gesamte Pool an Leistungen des Tauschrings zur Auswahl. "Bezahlt" wird mit dem Versprechen, seine eigenen Fähigkeiten einzubringen. Dies geschieht in der Regel mit Zeiteinheiten, die auf den Konten der Tauschenden gebucht werden. Auch freiwillige Leistungen in Projekten können als Tauschware verstanden werden. Sprechen sie mit dem örtlichen Tauschring, inwiefern das Internetcafé in die Projekte des Tauschrings aufgenommen werden kann.

Eine Übersicht über die Tauschringe vor Ort gibt das Tauschring-Portal www.tauschringportal.de.

6. SeitenWechsel

Das Projekt SeitenWechseln wird in Deutschland von der Patriotischen Gesellschaft Deutschland getragen. Das Ziel des Programms ist es, Unternehmen dazu zu bewegen, ihre MitarbeiterInnen für einen bestimmten Zeitraum ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen einzusetzen. Damit soll der Austausch zwischen der Wirtschaft und den sozialen Einrichtungen erleichtert werden.

Eine Übersicht über die an dem Projekt SeitenWechsel beteiligten Organisationen finden Sie auf der Internetseite www.seitenwechsel.org.




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