Veröffentlicht am: 12.05.2003

Word für Oldies .... but Goldies

von Florian Schäffer
mitp-Verlag, Bonn (2001)
rezensiert von Roland Huber


Noch ein Buch über das Textverarbeitungssystem Word und noch ein weiteres Buch für Senioren, vielleicht ist das auch Ihr erster Gedanke. Doch als ich es zum ersten Mal aufschlug, ist mir sofort die große Schrift, die plastischen Überschriften und die blau-weiße Farbe angenehm aufgefallen. Ich brauche ja schon seit Jahren eine Brille zum Lesen. Obwohl das Buch über 400 Seiten umfaßt, bekomme ich den Eindruck, daß ich es gut bewältigen werde. Alle Kapitel haben einen gleichartigen Aufbau. Am Anfang werden die Fertigkeiten vorgestellt, die man mit dem Durcharbeiten des Kapitels erwerben wird. Dann kommt der eigentliche Lehrstoff. Erfreulicherweise tauchen keine Fachbegriffe auf, bevor sie nicht eingeführt sind. Ebenso - trotz des „neudeutschen“ Titels des Buches - findet man keine modischen englischen Wörter im Text. Der Autor schreibt einfach und anschaulich. Dazwischen sind reichlich Bilder von der jeweiligen Word-Oberfläche eingefügt. Der Lehrstoff vermittelt eine Folge von nachvollziehbaren Lernschritten. Am Ende wird dann alles nochmals übersichtlich zusammengefaßt und mit Übungen abgeschlossen. Vier graphische Symbole helfen dem Leser, stets die Orientierung zu behalten. Wichtige Stellen sind mit einem Ausrufezeichen versehen. Bei Tipps und Tricks finden Sie ein kleines rundes Gesicht. Dort wo Probleme beim Verstehen vermutet werden, steht ein Fragezeichen mit weiteren Hinweisen. Und wenn ein neuer Begriffe eingeführt oder eine weitere Feststellung gemacht wird, steht immer ein „i“. Der Autor spricht direkt den Leser an und versucht von dessen Situation und Interessenlage auszugehen. „Mit Word XP starten“ lautet der Titel des ersten Hauptkapitels. Das Kapitel 2 zeigt, wie man Texte eingeben und überarbeiten kann. In den beiden folgenden Kapiteln geht es um die Formgebung der Texte und wie man sie mit Grafiken verschönern kann. Dann kommt man zum Umgang mit Tabulatoren und Tabellen, wie man umfangreiche Dokumente bearbeitet, wie man automatisch Inhaltsverzeichnisse erstellt. Die Kapitel 9 und 10 behandeln Serienbriefe und das Drucken von Etiketten und Briefumschlägen. Wir beginnen somit als Anfänger. Wenn wir das Buch intensiv durchgearbeitet haben, können wir uns vielleicht am Ende bezüglich Textverarbeitung mit versierten Sekretärinnen messen. Der Schlußteil des Buches bringt Anhänge mit den Tastenkombinationen und Symbolen des Word, dann die Lösungen zu den Übungen, ein kleines Glossar sowie ein Stichwortverzeichnis. Auch eine CD ist dem Buch beigefügt. Sie enthält die Beispielstexte sowie über 100 Cliparts (Grafiken) zur persönlichen Verwendung. Sie wollen nun aber wissen, was kritisch über dieses Buch zu vermerken sei. Doch ich finde nichts. Daß an einigen Stellen im Text noch ein paar Flüchtigkeits- und Verwechslungsfehler vorkommen, scheint mir in unserer hektischen Zeit bei einer Erstausgabe fast normal. Nach meiner Meinung ist „Word for Oldies“ ein gelungenes und willkommenes Buch, das viele Erkenntnisse bezüglich Lernen berücksichtigt. Dazu paßt, daß zahlreiche Seniorenvereinigungen bei der Gestaltung des Buches mitgewirkt haben. Ihre Aufzählung belegt eine ganze Seite. Wenn Sie den PC einschalten und mit der Maus umgehen können, ein bißchen Ahnung vom Betriebssystem Windows haben, können Sie vermutlich mit diesem Buch bereits erfolgreich arbeiten. Sie legen das Buch neben Ihren PC und setzen die Anweisungen des Buches in aller Ruhe schrittweise um. Und wenn Sie das so Erlernte nach einigen Tagen wieder vergessen haben, können Sie es solange wiederholen, bis Ihnen die neu erworbene Fertigkeit in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist. Ich vermute, daß viele Leute mit diesem Buch und auf diese Weise die Anwendung des Textverarbeitungssystems Word ökonomisch und gleichzeitig nachhaltig selber erlernen können. Probieren wir es! Zusätzlich scheint mir das Buch aufgrund seiner Zusammenfassungen und Anhänge auch als Nachschlagewerk geeignet zu sein.


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